Deutsches Reich- Hirschfänger für Förster .

um 1880. Vergoldetes Messinggefäß mit Parierbügel, die Griffschalen aus Elfenbein, diese verschmutzt, aufgelegte Messinglinsen, einfaches Muschelstichblatt, die Keilklinge ist etwas fleckig und mit jagdlichen Motiven geätzt, die Ätzung ist aber kaum noch zu erkennen, ohne Herstellermarke, schwarze Lederscheide mit Messingbeschlägen. Getragen mit Alterspuren, sonst gut erhaltener Hirschfänger. Zustand 2-

Anbei die CITES-Genehmigung für den Verkauf, Ein- und Ausfuhr nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen, datiert 18.08.2025


498284
€ 1.400,00

Deutsches Reich- Hirschfänger für Förster .

Der Hirschfänger stellt ein faszinierendes Beispiel deutscher Jagdkultur und handwerklicher Tradition des späten 19. Jahrhunderts dar. Diese charakteristische Waffe, die um 1880 gefertigt wurde, verkörpert die enge Verbindung zwischen Jagdwesen und gesellschaftlichem Status im Deutschen Reich.

Ursprünglich entwickelte sich der Hirschfänger aus mittelalterlichen Jagdwaffen und gewann im 18. und 19. Jahrhundert besondere Bedeutung als Standeszeichen für Förster und Jagdberechtigte. Die Bezeichnung “Hirschfänger” leitet sich von der traditionellen Verwendung zum “Abfangen” – dem rituellen Töten – des erlegten Hirsches ab. Diese Praxis war nicht nur praktischer Natur, sondern tief in der Jagdzeremonie verwurzelt.

Das vorliegende Exemplar zeigt typische Merkmale der Gründerzeit: Das vergoldete Messinggehäuse mit Parierbügel spiegelt den Wohlstand und die Repräsentationsbedürfnisse der aufstrebenden bürgerlichen Schicht wider. Die Elfenbeingriffschalen mit aufgelegten Messinglinsen demonstrieren sowohl handwerkliches Können als auch den Zugang zu kostbaren Materialien aus den deutschen Kolonien.

Besonders bemerkenswert ist das Muschelstichblatt – ein charakteristisches Element deutscher Jagdwaffen. Diese kunstvolle Durchbrucharbeit, die muschelförmige Muster zeigt, erforderte höchste handwerkliche Fertigkeit und war Ausdruck der Wertschätzung für detailreiche Verzierungen in der wilhelminischen Ära.

Die geätzte Keilklinge mit jagdlichen Motiven folgt einer jahrhundertealten Tradition der Waffengravur. Obwohl die ursprünglichen Motive heute kaum noch erkennbar sind, zeugen sie von der Bedeutung symbolischer Darstellungen in der Jagdkultur. Typische Motive umfassten Hirsche, Wildschweine, Eichenlaub oder Jagdhörner.

Die schwarze Lederscheide mit Messingbeschlägen komplettiert das Ensemble und zeigt die praktische Verwendung als Dienstwaffe. Preußische und andere deutsche Forstbeamte trugen solche Hirschfänger als Teil ihrer Uniform und als Symbol ihrer Autorität im Revier.

Die heutige CITES-Genehmigung unterstreicht den besonderen Status von Objekten mit Elfenbeinbestandteilen und die internationale Anerkennung ihres kulturhistorischen Wertes, während gleichzeitig der Artenschutz gewährleistet wird.