Elastolin - Kriegsmarine 2 Matrosen in weißer Uniform marschierend

7 cm, Zustand 2.
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60,00

Elastolin - Kriegsmarine 2 Matrosen in weißer Uniform marschierend

Die beschriebenen Elastolin-Figuren stellen zwei Matrosen der Kriegsmarine in weißer Uniform dar, die in marschierender Haltung gefertigt wurden. Diese Spielzeugfiguren im Maßstab von etwa 7 cm Höhe repräsentieren ein faszinierendes Kapitel der deutschen Spielzeuggeschichte und spiegeln zugleich die militärische Kultur des frühen 20. Jahrhunderts wider.

Die Firma Elastolin wurde von der Hausser-Familie in Ludwigsburg gegründet und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Hersteller von Massefiguren in Deutschland. Die Produktion solcher Militärfiguren begann in den 1920er Jahren und erreichte ihre Blütezeit in den 1930er und frühen 1940er Jahren. Das Material Elastolin war eine besondere Masse aus Kasein, Kreide, Leim und anderen Bestandteilen, die sich durch ihre Haltbarkeit und Detailtreue auszeichnete.

Die dargestellte weiße Uniform der Matrosen entspricht der historischen Sommeruniform der Kriegsmarine, die auch als “Weiße Drillichuniform” bezeichnet wurde. Diese wurde in den Sommermonaten sowie in wärmeren Klimazonen getragen. Die Kriegsmarine, als Nachfolgerin der kaiserlichen Marine, wurde offiziell 1935 nach der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht im Deutschen Reich neu aufgestellt, obwohl ihre Wurzeln in der Reichsmarine der Weimarer Republik lagen.

Die Uniformvorschriften der Kriegsmarine waren genau geregelt und umfassten verschiedene Anzugsarten für unterschiedliche Anlässe und Jahreszeiten. Die weiße Uniform wurde hauptsächlich von Mannschaftsdienstgraden getragen und bestand aus einer weißen Drillichjacke mit charakteristischem Matrosenkragen, der mit dunklen Streifen verziert war, sowie einer weißen Hose. Zur kompletten Ausstattung gehörte die typische Matrosenmütze mit Mützenband, auf dem der Schriftzug des jeweiligen Schiffes oder der Einheit prangte.

Die Herstellung solcher Spielzeugfiguren diente mehreren Zwecken. Einerseits waren sie beliebte Sammlerobjekte und Spielzeuge für Kinder, andererseits erfüllten sie auch eine propagandistische Funktion, indem sie militärische Themen popularisierten und das Interesse an den Streitkräften förderten. Die Firma Elastolin produzierte ein umfangreiches Sortiment an Militärfiguren, das alle Waffengattungen der Wehrmacht umfasste, aber auch historische Einheiten und ausländische Streitkräfte darstellte.

Die marschierende Haltung der Figuren zeigt typischerweise eine dynamische Pose mit vorgesetztem Bein und bewegten Armen, die den militärischen Gleichschritt andeutet. Die Detailgenauigkeit der Elastolin-Figuren war für ihre Zeit bemerkenswert. Uniformteile, Ausrüstungsgegenstände und Gesichtszüge wurden sorgfältig modelliert und bemalt, was diese Figuren zu begehrten Sammlerstücken machte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion von Militärspielzeug kritisch betrachtet, und viele Hersteller stellten ihre Produktion um. Die Firma Hausser produzierte weiterhin unter dem Namen Elastolin, konzentrierte sich aber zunehmend auf zivile Themen und historische Figuren. Die in der Kriegszeit und unmittelbar davor hergestellten Figuren wurden zu gesuchten Sammlerobjekten.

Der Sammlerwert solcher Elastolin-Figuren hängt von mehreren Faktoren ab: dem Erhaltungszustand, der Seltenheit der Darstellung, der Vollständigkeit der Bemalung und der historischen Bedeutung. Ein Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Figur mit nur geringen Gebrauchsspuren hin, was bei Massefiguren, die oft von Kindern bespielt wurden, durchaus bemerkenswert ist.

Heute werden diese Figuren von Militaria-Sammlern, Spielzeughistorikern und Liebhabern deutscher Spielzeuggeschichte geschätzt. Sie dokumentieren nicht nur die handwerkliche Qualität deutscher Spielzeugproduktion, sondern auch die kulturgeschichtliche Dimension militärischer Repräsentation in der Gesellschaft jener Zeit. Museen und private Sammlungen bewahren solche Objekte als Zeugnisse der Alltagskultur und der Spielzeuggeschichte des 20. Jahrhunderts.