Dieses Luftwaffe-Uniformensemble aus dem Zweiten Weltkrieg repräsentiert die Dienstbekleidung eines Unteroffiziers der Fliegertruppe und dokumentiert eindrucksvoll den Werdegang eines Soldaten durch mehrere Dienstgrade. Das vierteilige Ensemble besteht aus einer Fliegerbluse, einer Schirmmütze in Sattelform, einer langen Hose und einem Mantel. Die goldgelbe Waffenfarbe kennzeichnet den Träger eindeutig als Angehörigen des fliegenden Personals oder der Fallschirmjägertruppe.
Die Luftwaffe wurde am 1. März 1935 offiziell als Luftkriegsführungszweig der Wehrmacht unter dem Oberbefehl von Hermann Göring gegründet. Die Uniformvorschriften wurden am 27. Mai 1935 formalisiert. Die Fliegerbluse, ursprünglich für Flugpersonal entworfen, wurde ab 1935 aufgrund ihrer Praktikität und ihres Tragekomforts in der gesamten Luftwaffe als Dienst- und Kampfbekleidung übernommen. Sie wurde von Piloten, Fallschirmjägern, Flakbesatzungen, Bodentruppen und Verwaltungspersonal gleichermaßen getragen.
Das vorliegende Ensemble zeigt deutlich die Beförderung des Trägers vom Stabsgefreiten zum Unteroffizier. Der Mantel weist noch die Kennzeichen des Stabsgefreiten-Ranges auf, während die Fliegerbluse bereits die spätere Beförderung zum Unteroffizier dokumentiert. Der Rang des Stabsgefreiten wurde in der Luftwaffe am 4. Februar 1944 wieder eingeführt und ersetzte den Rang des Hauptgefreiten. Die Fliegerbluse zeigt umlaufend am Kragen die charakteristische Unteroffizierlitze sowie Goldkordel und trägt auf der Brust das eingenähte Band zum Eisernen Kreuz II. Klasse, was darauf hinweist, dass der Träger mit dieser Auszeichnung geehrt wurde.
Die Fliegerbluse durchlief während der Kriegsjahre 1935 bis 1945 drei Hauptmuster: frühe Versionen aus feiner Wolle mit eingenähten Schulterklappen und Kontrastkragen, Versionen der mittleren Kriegszeit mit abnehmbaren Schulterklappen und vereinfachten Details sowie späte Kriegsversionen mit offenem Kragen und sparsamer Verarbeitung. Der Brustadler 2. Modell und die maschinell vernähten Abzeichen deuten auf eine Produktion aus der mittleren bis späten Kriegszeit hin. Die Hose trägt den Abnahmestempel LBA 42, was auf eine Depotabnahme im Jahr 1942 hinweist. Der Mantel wurde vom bekannten Wehrmacht-Zulieferer Holz & Binkowski hergestellt.
Die Schirmmütze in hoher Sattelform wurde im März 1935 eingeführt und ersetzte die frühere Tellerform. Sie trägt den Adler 2. Modell aus Aluminium und Feinzink sowie die goldgelbe Waffenfarbe. Das Waffenfarbensystem diente zur Unterscheidung verschiedener Truppengattungen innerhalb der Luftwaffe: Goldgelb kennzeichnete fliegendes Personal und Fallschirmjäger, während beispielsweise Rot für Flakartillerie und Kornblumenblau für allgemeine Verwendung standen.
Die Maße des Ensembles zeigen einen Träger von durchschnittlicher Statur: Die Fliegerbluse hat einen Brustumfang von 80 cm und eine Gesamtlänge von etwa 59 cm, während die Hose einen Bundumfang von etwa 76 cm und eine Gesamtlänge von etwa 102 cm aufweist. Der Mantel misst ebenfalls 80 cm Brustumfang bei einer Länge von 102 cm. Die Kopfgröße der Schirmmütze beträgt etwa 57.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 wurden überlebende Luftwaffe-Uniformen zu begehrten Militaria-Sammlerstücken. Viele wurden von alliierten Soldaten als Souvenirs mit nach Hause genommen oder von deutschen Veteranen aufbewahrt. Die Luftwaffe hörte 1945 als Organisation auf zu existieren. Die moderne deutsche Luftwaffe wurde 1956 als Teil der Bundeswehr mit völlig neuen Uniformentwürfen neu gegründet, wobei einige Rangbezeichnungen und Traditionen beibehalten wurden.