Preußen schwarzer Brustpanzer für den Kürass Mannschaften im Regiment Garde du Corps

So getragen von 1814 bis in die 1890er Jahre. Der Brustpanzer aus Eisen schwarz lackiert, an Rand die Einfassung aus roter Wollschnur, innen mit Leinenfutter. Getragen, die Lackierung zu 85% erhalten, keine Stempel erkennbar. Zustand 2.

Die schwarz lackierten Panzer waren dem Regiment Garde du Corps vorbehalten. Die erste Garnitur schenkte Zar Alexander I. 1814 dem Regiment. Besonderes Kennzeichen war die rote Schnur am Rand. Getragen wurden sie zu besonderen Anlässen. 1897 schenkte Kaiser Wilhelm II. dem Regiment eine neue Garnitur, die nun etwas eleganter geformt war. Das Brustschild dazu wurde erst 1912 verliehen. Bei dem vorliegenden Brustpanzer handelt es sich um eines der Geschenkstücke von Zar Alexander I. von 1814.
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1.250,00

Preußen schwarzer Brustpanzer für den Kürass Mannschaften im Regiment Garde du Corps

Der schwarze Brustpanzer des Regiment Garde du Corps verkörpert eine der faszinierendsten Traditionen der preußischen Militärgeschichte. Als einziges Regiment der preußischen Armee trug das Garde du Corps diese unverwechselbaren schwarzen Kürasse, die sich durch ihre rote Kordeleinfassung von allen anderen Einheiten unterschieden.

Die preußischen Kürassiere hatten den gepanzerten Küraß bereits vor den Napoleonischen Kriegen aufgegeben, doch im Jahr 1814 wurde diese Tradition wiederbelebt. Während der turbulenten Napoleonischen Kriege kämpften Preußen und Russland Seite an Seite als Verbündete gegen Napoleon. In einer Geste der Freundschaft und Dankbarkeit schenkte Zar Alexander I. allen Angehörigen des Regiment Garde du Corps während des Krieges der Sechsten Koalition einen besonderen schwarzen Küraß. Die Russen hatten die preußischen Kürassiere 1814 mit diesen schwarzen Kürassen ausgestattet, die ein besonderes Erkennungszeichen trugen: die rote Schnur am Rand.

Das Regiment Garde du Corps war die königliche Kürassier-Garde-Einheit des Königs von Preußen und nach 1871 des Deutschen Kaisers. Die Einheit wurde 1740 von Friedrich dem Großen gegründet und rekrutierte sich aus dem gesamten Reichsgebiet. Sie war Teil der 1. Garde-Kavallerie-Division.

Die schwarzen Brustpanzer aus Eisen waren schwarz lackiert und mit auffälliger roter Wollkordel an den Rändern versehen. An der Innenseite waren sie mit Leinenfutter ausgekleidet, und Messingbeschläge dienten der Befestigung. Die vorderen Panzerteile trugen typischerweise den Stempel GdC (Garde du Corps) in der rechten oberen Ecke, zusammen mit Satznummern wie “II” (2. Satz) und Depotnummern. Die Rückseiten zeigten ebenfalls den GdC-Stempel neben dem Herstellerzeichen sowie Depotdatierungen wie “W71” mit Kronenstempel. Verschiedene Hersteller fertigten diese Kürasse, darunter Wilhelm Jaeger.

Mit dem Vergehen der Jahre und als die Napoleonischen Kriege in die Geschichte zurücktraten, wurde dieser schwarze Küraß für einen einzigen jährlichen Anlass reserviert: die Frühjahrsparade. Nur ein preußisches Regiment besaß schwarze Kürasse – das Garde du Corps – und diese wurden ausschließlich zur Frühjahrsparade getragen. Die schwarzen eisernen, mit Rot eingefassten Kürasse ersetzten bei bestimmten besonderen Gelegenheiten die üblichen weißmetallenen Brustpanzer.

Kaiser Wilhelm II. schenkte dem Regiment 1897 eine neue Garnitur schwarzer Paradekürasse zum Gedenken an den 100. Geburtstag von Kaiser Wilhelm I. Diese neue Ausstattung wies ein eleganteres Design als die ursprüngliche Garnitur von 1814 auf. Nach 1912 wurde ein Brustschild mit den Initialen FR für Friedrich den Großen am Küraß des Modells 1871 angebracht. Dieses versilberte Schild mit vergoldeter Waffentrophäe zeigte in der Mitte ein rot emailliertes Schild mit dem vergoldeten Chiffre “FR”, darunter das Gründungsdatum “1912” und das Chiffre des Stifters “WII”. Offiziersversionen hatten zusätzliche Unterscheidungsmerkmale, einschließlich goldener Scharniere mit Eichenblättern in den Schlössern.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verwendeten die deutschen Kürassiere die Brustpanzer nur noch als Teil ihrer Friedensparadeuniformen. Die schwarzen Kürasse wurden bis 1914 weiterhin zu besonderen zeremoniellen Anlässen getragen. Kaiser Wilhelm II. selbst trug bei zeremoniellen Gelegenheiten die Uniform des Garde du Corps einschließlich des schwarzen Küraß. Das Kürassierregiment existierte bis zur Auflösung der preußischen Armee im Jahr 1918.