Waffen-SS Feldbluse M 40 für einen Unterführeranwärter im SS-Regiment (mot.) "Westland"

Kammerstück um 1941. Fertigung aus dem feldgrauem Tuch mit aptierten dunkelgrünem Kragen, die Brusttaschen mit Quetschfalten, Knopfleiste mit 5 Knöpfen. Kragenspiegel in RZM maschinengestickte Ausführung maschinell vernäht, Schulterklappen mit Schlaufen und Quer-Litze für Unterführer Anwärter. Auf der linken Brust Schlaufen für 1 Steckabzeichen. Auf dem linken Arm mit Ärmeladler in RZM maschinengestickte Auführung maschinell vernäht,  Ärmelband Westland ebenfalls in der RZM Ausführung per Hand vernäht. Innen mit Seidenfutter und schönen Kammerstempel "SS BW". Armlänge 63 cm, Brustumfang 70 cm, Länge 69 cm. Getragen, Knopfleisten stark abgenutzt, Tuch der Feldbluse ist stark abgetragen, Knöpfe aus Glas rückseitig markiert JFS und datiert 1941 ( 1 Knopf wurde ergänzt ), Knöpfe an der Schulterklappen aus Metall, Zustand 3-.
Eine seltene und originale Feldbluse der Waffen-SS.
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11.000,00

Waffen-SS Feldbluse M 40 für einen Unterführeranwärter im SS-Regiment (mot.) "Westland"

Die vorliegende Feldbluse M 40 der Waffen-SS repräsentiert ein bedeutendes Zeugnis der militärischen Bekleidungsgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Sie gehörte einem Unterführeranwärter des SS-Regiments (mot.) “Westland”, einer Formation, die eine besondere Rolle in der Geschichte der Waffen-SS einnahm.

Das SS-Regiment “Westland” wurde im Januar 1941 als Teil der SS-Division “Wiking” aufgestellt. Diese Division war eine der ersten multinationalen Verbände der Waffen-SS und bestand vorwiegend aus Freiwilligen aus den skandinavischen Ländern sowie den Niederlanden und Belgien. Das Regiment “Westland” rekrutierte hauptsächlich niederländische und flämische Freiwillige und wurde im Rahmen der ideologischen Vorstellung einer “germanischen” Gemeinschaft gebildet. Die Division “Wiking” wurde ab Juni 1941 im Unternehmen Barbarossa, dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion, eingesetzt und kämpfte an der Ostfront in verschiedenen bedeutenden Schlachten.

Die Feldbluse M 40 (Modell 1940) stellte eine Weiterentwicklung der früheren Uniformmodelle dar. Sie wurde ab 1940 eingeführt und unterschied sich von der M 36 durch verschiedene produktionstechnische Vereinfachungen, die aufgrund der Kriegserfordernisse notwendig geworden waren. Charakteristisch für die M 40 waren der feldgraue Wollstoff, der dunkelgrüne Kragen und die fünfknöpfige Frontleiste. Die Brusttaschen wiesen die typischen Quetschfalten auf, die zusätzlichen Stauraum ermöglichten.

Von besonderer Bedeutung sind die Rangabzeichen dieser Feldbluse. Die Schulterklappen mit der charakteristischen Quer-Litze kennzeichnen den Träger als Unterführeranwärter. Dieser Rang bezeichnete einen Anwärter auf eine Unterführerposition, vergleichbar einem Offiziersanwärter bei anderen Waffengattungen. Die Quer-Litze auf den Schulterklappen war das spezifische Kennzeichen dieser Anwärterkategorie innerhalb der Waffen-SS-Hierarchie.

Die Kragenspiegel in RZM-maschinengestickter Ausführung sind ebenfalls von historischer Bedeutung. Die RZM (Reichszeugmeisterei) war die zentrale Beschaffungsstelle der NSDAP, die auch die Qualitätskontrolle für Uniformteile und Abzeichen durchführte. Die maschinell gefertigten Abzeichen wurden ab etwa 1939/40 verstärkt eingesetzt, um die Produktion zu rationalisieren und den kriegsbedingten Bedarf zu decken. Die maschinelle Vernähung der Abzeichen war ebenfalls eine zeitsparende Maßnahme gegenüber der aufwendigeren Handarbeit.

Besonders bemerkenswert ist das Ärmelband “Westland”, das per Hand vernäht wurde. Ärmelbänder wurden in der Waffen-SS zur Kennzeichnung der Regiments- oder Divisionszugehörigkeit getragen und stellten ein wichtiges Identifikationsmerkmal dar. Das handgenähte Anbringen deutet auf eine sorgfältige, möglicherweise frühe Fertigung hin, da später zunehmend maschinelles Nähen üblich wurde.

Der Ärmeladler auf dem linken Oberarm war das Hoheitszeichen und kennzeichnete die Zugehörigkeit zur Wehrmacht beziehungsweise Waffen-SS. Die RZM-maschinell gestickte Ausführung entspricht den Produktionsstandards der Zeit um 1941.

Das Seidenfutter und der Kammerstempel “SS BW” (SS-Bekleidungswerk) im Inneren der Feldbluse belegen die offizielle Herkunft aus einer SS-Bekleidungskammer. Diese Stempel wurden zur Inventarisierung und Verwaltung der Uniformen verwendet. Die Seidenfütterung war bei Offiziers- und Unterführeruniformen üblich und stellte ein Qualitätsmerkmal dar.

Die Glasknöpfe mit der rückseitigen Markierung “JFS” und der Datierung 1941 ermöglichen eine präzise zeitliche Einordnung. Die Firma JFS (vermutlich Josef Franz Schöberl oder ein ähnlicher Hersteller) gehörte zu den autorisierten Lieferanten von Uniformknöpfen. Glasknöpfe waren bei Waffen-SS-Uniformen üblich, da sie durch ihre matte Oberfläche im Gefecht nicht reflektierten.

Der Erhaltungszustand mit starken Abnutzungserscheinungen, insbesondere an den Knopfleisten und am Tuch, deutet auf intensive Tragezeit hin. Dies verleiht dem Objekt historische Authentizität und dokumentiert den tatsächlichen Feldeinsatz. Die Ergänzung eines Knopfes zeigt, dass Reparaturen während der Nutzungszeit durchgeführt wurden, was im Feld üblich war.

Als militärhistorisches Objekt dokumentiert diese Feldbluse die komplexe Geschichte der multinationalen Verbände der Waffen-SS, die Produktionsbedingungen während des Krieges und das Rangsystem dieser militärischen Organisation. Sie steht stellvertretend für die Geschichte des SS-Regiments “Westland” und der Division “Wiking”, die an zahlreichen schweren Kämpfen an der Ostfront beteiligt waren.