Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Bronze

2. Form, an langer Nadel, Zustand 2.
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€ 35,00

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Bronze

Die Schießauszeichnung in Bronze des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (DRKB) stellt ein bedeutendes Zeugnis der paramilitärischen Tradition und Schießkultur der Weimarer Republik und des nationalsozialistischen Deutschlands dar. Diese Auszeichnung wurde an Mitglieder des Kyffhäuserbundes verliehen, die besondere Leistungen im Schießsport nachweisen konnten.

Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser entstand 1900 durch den Zusammenschluss verschiedener regionaler Kriegervereinsverbände und entwickelte sich zur größten deutschen Veteranenorganisation. Benannt nach dem sagenumwobenen Kyffhäuser-Denkmal in Thüringen, das Kaiser Wilhelm I. gewidmet war, verband der Bund monarchistische Traditionen mit der Pflege des militärischen Kameradschaftsgeistes. In der Weimarer Republik erreichte der Kyffhäuserbund eine Mitgliederzahl von über zwei Millionen.

Die Schießauszeichnungen des DRKB wurden in mehreren Stufen verliehen: Bronze, Silber und Gold. Die bronzene Auszeichnung bildete die Eingangsstufe und wurde für grundlegende Schießleistungen vergeben. Das vorliegende Exemplar wird als “2. Form” bezeichnet, was auf eine Überarbeitung des ursprünglichen Designs hinweist. Die erste Form wurde bereits in der Weimarer Republik eingeführt, während die zweite Form nach der Gleichschaltung des Bundes im Jahr 1933 geschaffen wurde.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde der Kyffhäuserbund 1933 der SA (Sturmabteilung) unterstellt und in die NS-Organisationsstruktur eingegliedert. Die Schießausbildung erhielt in dieser Zeit eine verstärkt vormilitärische Bedeutung. Die Auszeichnungen dienten nicht mehr nur der sportlichen Anerkennung, sondern auch der systematischen Vorbereitung auf den Kriegsfall. Der Bund fungierte als Instrument zur Aufrechterhaltung militärischer Bereitschaft trotz der Beschränkungen des Versailler Vertrages.

Die technische Ausführung der Auszeichnung zeigt typische Merkmale der Zeit: eine lange Nadel zur Befestigung am Uniformrock oder der Zivilkleidung. Die Bronzeausführung weist auf eine kostengünstige Massenproduktion hin, die es ermöglichte, viele Mitglieder auszuzeichnen und dadurch Motivation und Leistungsbereitschaft zu fördern. Das Design kombinierte häufig militärische Symbolik mit Schießsport-Elementen wie gekreuzten Gewehren oder Zielscheiben.

Der Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Auszeichnung mit leichten Gebrauchsspuren hin, wie sie bei getragenen militärischen Ehrenzeichen üblich sind. Solche Abzeichen wurden von ihren Trägern mit Stolz präsentiert und zeugen von der Bedeutung, die dem Schießsport in der deutschen Gesellschaft der 1920er und 1930er Jahre beigemessen wurde.

Die historische Bedeutung dieser Auszeichnungen liegt in ihrer Funktion als Bindeglied zwischen ziviler Schießsporttradition und militärischer Ausbildung. Sie dokumentieren die Kontinuität militärischen Denkens über verschiedene Staatsformen hinweg und die Rolle von Veteranenverbänden in der deutschen Gesellschaft. Nach 1945 wurde der Kyffhäuserbund in Westdeutschland als unpolitischer Traditionsverband wiedergegründet, während er in der DDR verboten blieb.

Heute sind diese Auszeichnungen wichtige Sammlerobjekte und historische Quellen für die Erforschung der deutschen Militärgeschichte, der Veteranenbewegung und der Transformation zivilgesellschaftlicher Organisationen während des Nationalsozialismus. Sie erinnern an eine Zeit, in der paramilitärische Strukturen und Wehrsportübungen eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben spielten.