Heer - Originalunterschrift von Generalfeldmarschall Werner von Blomberg

auf einer Visitenkarte ohne Eindruck mit sehr schöner Tintensignatur " W.v.Blomberg ", anbei ist eine kleinere Visitenkarte seiner Ehefrau " Frau von Blomberg geb. Gruhn ", schönes Paar im sehr guten Zustand.
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250,00

Visitenkarten von Generalfeldmarschall Werner von Blomberg und seiner Ehefrau

Die hier vorliegenden zwei Visitenkarten stellen ein außergewöhnliches Sammlerpaar dar, das eng mit einem der folgenreichsten politischen Skandale des nationalsozialistischen Deutschlands verbunden ist. Die erste Karte trägt die eigenhändige Tintensignatur „W.v.Blomberg“ auf einer Visitenkarte ohne Blindprägung, während die zweite, kleinere Karte den gedruckten Namen „Frau von Blomberg geb. Gruhn“ zeigt. Gemeinsam bilden sie ein bemerkenswertes Zeugnis der deutschen Militärgeschichte der 1930er Jahre.

Der Militär: Werner von Blomberg

Werner Eduard Fritz von Blomberg wurde am 2. September 1878 geboren und stieg zu einem der ranghöchsten Militärs des Dritten Reiches auf. Ab 1933 diente er als erster Reichskriegsminister im nationalsozialistischen Deutschland und wurde am 20. April 1936 von Hitler zum ersten Generalfeldmarschall ernannt – eine Auszeichnung von höchster militärischer Bedeutung. In seiner Funktion als Oberbefehlshaber der Wehrmacht spielte Blomberg eine zentrale Rolle beim Aufbau der deutschen Streitkräfte in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg.

Visitenkarten waren im Deutschland der 1930er Jahre ein wesentlicher Bestandteil der gesellschaftlichen und militärischen Etikette. Sie dienten bei formellen Besuchen, offiziellen Vorstellungen und als Aufmerksamkeit bei gesellschaftlichen Anlässen. Dass Blomberg seine Visitenkarte mit einer Tintensignatur versah, deutet auf eine persönliche Geste hin, die über den reinen Formalismus hinausging. Signierte Visitenkarten und Dokumente von Blomberg tauchen regelmäßig im Militaria-Markt auf, wobei er verschiedene Signaturvarianten wie „Blomberg“, „v.Blomberg“ oder „W.v.Blomberg“ verwendete.

Die Blomberg-Fritsch-Affäre

Die Visitenkarte der Ehefrau verleiht diesem Paar eine besondere historische Brisanz. Am 12. Januar 1938 heiratete Blomberg seine zweite Frau, geborene Gruhn, in einer Zeremonie, bei der Adolf Hitler und Hermann Göring persönlich als Trauzeugen fungierten. Was als gesellschaftliches Ereignis höchsten Ranges begann, entwickelte sich rasch zur sogenannten Blomberg-Fritsch-Affäre – einem der bedeutendsten politischen Skandale des Dritten Reiches.

Kurz nach der Hochzeit im Januar 1938 enthüllten Polizeiakten, dass Gruhn für pornografische Fotografien posiert hatte und über ein Vorstrafenregister verfügte. Der Skandal erschütterte die militärische und politische Führung des Reiches. Blomberg weigerte sich, die Ehe annullieren zu lassen, und trat am 27. Januar 1938 von seinen Ämtern zurück. Die Krise hatte weitreichende Konsequenzen: Hitler nutzte die Gelegenheit, um durch die Schaffung des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) die direkte Kontrolle über die gesamte Wehrmacht zu übernehmen. Damit markiert die Blomberg-Fritsch-Affäre einen entscheidenden Wendepunkt in der Machtkonsolidierung des nationalsozialistischen Regimes über das deutsche Militär.

Nach dem Sturz

Nach seiner Entlassung 1938 verbrachten Blomberg und seine Frau ihre Flitterwochen auf Capri und zogen sich anschließend nach Bad Wiessee in Bayern zurück. Das Paar blieb bis zu Blombergs Tod verheiratet. Während des gesamten Zweiten Weltkriegs lebte der ehemalige Generalfeldmarschall in der Vergessenheit, weit entfernt von den Machtzentren, die er einst mitgestaltet hatte.

Nach Kriegsende wurde Blomberg von den alliierten Streitkräften verhaftet und legte Aussagen bei den Nürnberger Prozessen ab. Er verstarb am 13. März 1946 in amerikanischer Haft in Nürnberg an Darmkrebs, während er auf weitere Vernehmungen wartete. Seine Frau überlebte ihn.

Bedeutung für Sammler

Dieses Kartenpaar ist aus mehreren Gründen für Sammler von besonderem Interesse. Die eigenhändige Signatur Blombergs auf der Visitenkarte ist ein authentisches Zeugnis des ersten von Hitler ernannten Generalfeldmarschalls. Die Karte seiner Frau, die als „geb. Gruhn“ identifiziert wird, lässt sich zeitlich auf die Periode nach der Eheschließung am 12. Januar 1938 datieren – und damit auf jene wenigen Wochen oder Monate, in denen die Ehe noch eine offizielle gesellschaftliche Realität darstellte, bevor der Skandal alles veränderte.

Der sehr gute Erhaltungszustand beider Karten und ihre Zusammengehörigkeit als Paar machen sie zu einem bemerkenswerten Dokument der deutschen Militär- und Sozialgeschichte. Sie vereinen in zwei kleinen Kartonkarten die Geschichte eines hohen Militärs, einer kontroversen Ehe und eines politischen Skandals, der die Befehlsstruktur des deutschen Militärs grundlegend veränderte und Hitler den Weg zur vollständigen Kontrolle über die Wehrmacht ebnete.