III. Reich - Deutscher Kleinempfänger 1938 - GW 110 - Volksempfänger

die sog. "Goebbels-Schnauze", Bakelitgehäuse, vorne mit Hoheitsadler, originaler Stoffbezug, Hersteller: "Blaupunkt". Drehregler beschädigt, die Schrauben auf der Rückseite ergänzt, Funktion nicht geprüft Zustand 2-.
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220,00

III. Reich - Deutscher Kleinempfänger 1938 - GW 110 - Volksempfänger

Der Deutsche Kleinempfänger DKE 38, umgangssprachlich als "Goebbels-Schnauze" bekannt, repräsentiert eines der bedeutendsten Beispiele nationalsozialistischer Propagandatechnologie. Dieses Radiogerät vom Typ VE 301 GW (Großdeutscher Rundfunkempfänger) wurde 1938 als Nachfolger des ursprünglichen Volksempfängers VE 301 eingeführt und sollte die Reichweite der NS-Propaganda in deutsche Haushalte maximieren.

Das Bakelit-Gehäuse mit dem charakteristischen Hoheitsadler auf der Frontseite machte das Gerät zu einem omnipräsenten Symbol des Regimes. Hersteller wie Blaupunkt, Telefunken, Saba und andere deutsche Radiofirmen produzierten diese standardisierten Empfänger nach strengen Vorgaben des Reichsrundfunks. Der einheitliche Stoffbezug und das Design sollten sowohl Funktionalität als auch ideologische Botschaft vermitteln.

Technisch war der DKE 38 bewusst limitiert konstruiert. Mit nur einem Kurzwellenbereich und eingeschränkter Empfangsleistung sollte verhindert werden, dass Bürger ausländische Sender, insbesondere die "Feindsender" der BBC oder Radio Moskau, empfangen konnten. Diese technische Beschränkung war ein zentraler Baustein der Informationskontrolle des NS-Regimes.

Der Volksempfänger kostete etwa 76 Reichsmark, was ihn für viele Haushalte erschwinglich machte. Durch Ratenzahlungsprogramme und staatliche Subventionen erreichte die Verbreitung bis 1939 über 12 Millionen Geräte. Joseph Goebbels' Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda erkannte früh das Potenzial des Rundfunks als Massenmedium und nutzte den Volksempfänger systematisch zur Verbreitung nationalsozialistischer Ideologie.

Heute sind erhaltene Exemplare wichtige Zeitzeugnisse der deutschen Geschichte zwischen 1933 und 1945, die die Mechanismen totalitärer Meinungsmanipulation und Technologiekontrolle dokumentieren.