III. Reich Polizei Seitengewehr .

Aufpflanzbare Ausführung, auf 325mm. gekürzte Klinge, beidseitig Herstellerzeichen "WKC Solingen", gut erhaltene Vernickelung,  Nickelgefäß mit Adlerkopfknauf und eichenlaubverziertem Parierstück, der Drucker ist ersetzt worden, Hirschhorngriffschalen, aufgelegter Polizeiadler, Lederscheide mit Nickelbeschlägen, komplett mit Koppelschuh und gebundenem Portepee. Zustand 2
499185
1.100,00

III. Reich Polizei Seitengewehr .

Das Polizei-Seitengewehr des Dritten Reiches repräsentiert ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der deutschen Polizeiausrüstung zwischen 1933 und 1945. Diese Blankwaffen waren nicht nur funktionale Ausrüstungsgegenstände, sondern auch wichtige Symbole der nationalsozialistischen Machtdemonstration und Uniformierung der deutschen Polizeikräfte.

Die Entwicklung der Polizeiausrüstung im Dritten Reich war geprägt von der systematischen Militarisierung und Gleichschaltung aller Sicherheitsorgane. Nach der Machtergreifung 1933 begann eine umfassende Reform der deutschen Polizei, die zur Vereinheitlichung von Uniformen, Rangabzeichen und Ausrüstung führte. Das Polizei-Seitengewehr wurde dabei zu einem charakteristischen Element der neuen Polizeiuniform.

Die WKC Solingen (Weyersberg, Kirschbaum & Co.) war einer der renommiertesten deutschen Hersteller von Blankwaffen und belieferte sowohl militärische als auch zivile Organisationen. Das Unternehmen, gegründet 1883, hatte sich bereits in der Kaiserzeit einen Namen als Produzent hochwertiger Säbel und Seitengewehre gemacht. Während der NS-Zeit fertigte WKC verschiedene Modelle für Wehrmacht, SS, SA und Polizei.

Die technischen Spezifikationen des Polizei-Seitengewehrs spiegelten sowohl praktische als auch repräsentative Anforderungen wider. Die auf 325mm gekürzte Klinge war sowohl für den täglichen Dienst geeignet als auch für zeremonielle Anlässe. Die vernickelte Oberfläche bot nicht nur Korrosionsschutz, sondern verlieh der Waffe auch den gewünschten repräsentativen Glanz.

Besonders charakteristisch war der Adlerkopfknauf, der das nationalsozialistische Herrschaftssymbol prominent zur Schau stellte. Das eichenlaubverzierte Parierstück knüpfte an deutsche Militärtraditionen an, während der aufgelegte Polizeiadler die spezifische Zuordnung zur Polizei verdeutlichte. Die Hirschhorngriffschalen waren sowohl praktisch als auch ästhetisch ansprechend und boten einen sicheren Griff.

Die Lederscheide mit Nickelbeschlägen komplettierte die Ausrüstung und ermöglichte das ordnungsgemäße Tragen am Koppel. Das Portepee - eine geflochtene Schlaufe - war traditioneller Bestandteil der Offiziersausrüstung und signalisierte Rang und Status des Trägers.

Im historischen Kontext muss das Polizei-Seitengewehr als Teil der systematischen Umgestaltung der deutschen Polizei verstanden werden. Heinrich Himmler, als Reichsführer-SS und später auch Chef der deutschen Polizei, trieb die Militarisierung und ideologische Ausrichtung der Polizeikräfte voran. Die einheitliche Bewaffnung und Ausrüstung war dabei ein wichtiger Baustein.

Die Nachkriegszeit brachte eine völlige Neuorientierung der deutschen Polizei mit sich. Solche Ausrüstungsgegenstände wurden nicht mehr verwendet und gelangten größtenteils in private Sammlungen oder Museen. Heute sind sie wichtige historische Quellen für das Verständnis der NS-Zeit und der damaligen Polizeiorganisation.