KVK 2. Klasse mit Schwertern - Verleihungsurkunde

Verleihungsurkunde für das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern, für einen Unteroffizier vom 1./ Fest. -Bau-Btl. 1, ausgestellt am 1. September 1942, unterzeichnet vom Oberbefehlshaber der 18. Armee Georg Lindemann,- Ritterkreuz (5.8.1940),- Eichenlaub (21.08.1943). Die Urkunde ist mittig einmal gefaltet, Zustand 2
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KVK 2. Klasse mit Schwertern - Verleihungsurkunde

Das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern war eine bedeutende Auszeichnung des Dritten Reiches, die während des Zweiten Weltkriegs für besondere Verdienste im Kriegseinsatz verliehen wurde. Die vorliegende Verleihungsurkunde datiert vom 1. September 1942 und dokumentiert die Auszeichnung eines Unteroffiziers des 1./Fest.-Bau-Btl. 1 (1. Kompanie des Festungs-Bau-Bataillons 1).

Das Kriegsverdienstkreuz wurde am 18. Oktober 1939 durch Adolf Hitler gestiftet und sollte Verdienste würdigen, die nicht unmittelbar im Kampf erworben wurden, aber dennoch kriegswichtig waren. Es existierte in zwei Klassen – der 1. Klasse (ohne Band getragen) und der 2. Klasse (am Band getragen) – und konnte jeweils mit oder ohne Schwerter verliehen werden. Die Version mit Schwertern war für militärisches Personal bestimmt und würdigte Leistungen im militärischen Bereich, während die Version ohne Schwerter primär an Zivilisten vergeben wurde.

Die Festungs-Bau-Bataillone spielten eine wichtige Rolle in der deutschen Kriegsführung. Diese Einheiten waren für den Bau und die Verstärkung von Befestigungsanlagen, Bunkern, Unterständen und anderen militärischen Infrastrukturen zuständig. Ihre Arbeit war oft gefährlich und fand häufig in unmittelbarer Frontnähe statt. Die ausgezeichneten Soldaten dieser Einheiten hatten sich durch besondere Leistungen im Festungsbau hervorgetan, was für die Verteidigung strategisch wichtiger Positionen von entscheidender Bedeutung war.

Die Urkunde trägt die Unterschrift von Generaloberst Georg Lindemann, zu diesem Zeitpunkt Oberbefehlshaber der 18. Armee. Lindemann war ein erfahrener Offizier, der am 5. August 1940 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde und später, am 21. August 1943, das Eichenlaub zum Ritterkreuz erhielt. Die 18. Armee war ab 1941 hauptsächlich im nördlichen Abschnitt der Ostfront eingesetzt, insbesondere bei der Belagerung von Leningrad, die von September 1941 bis Januar 1944 andauerte.

Das Datum der Verleihung, der 1. September 1942, fällt in eine Phase intensiver militärischer Operationen an der Ostfront. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Wehrmacht in schweren Kämpfen, und die Arbeit der Pionier- und Bau-Einheiten war für die Aufrechterhaltung der deutschen Stellungen unerlässlich. Die Festungs-Bau-Bataillone mussten unter extremen Bedingungen arbeiten – oft unter Beschuss, bei schwierigem Wetter und mit begrenzten Ressourcen.

Die Verleihungsurkunden selbst folgten standardisierten Formaten, die durch Heeresverordnungen festgelegt waren. Sie enthielten typischerweise den Namen des Ausgezeichneten, seinen Rang, seine Einheit, das Datum der Verleihung sowie die Unterschrift und den Dienstgrad der verleihenden Autorität. Die Urkunden wurden auf hochwertigem Papier gedruckt und waren oft mit dem Hoheitszeichen des Reiches sowie entsprechenden Emblemen versehen. Der Zustand dieser Urkunde wird als “2” bewertet, was auf eine gut erhaltene Beschaffenheit hindeutet, abgesehen von einer mittigen Faltung, die bei historischen Dokumenten dieser Art häufig vorkommt.

Die Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes 2. Klasse mit Schwertern an einen Unteroffizier unterstreicht die Anerkennung der militärischen Führung für Leistungen auf verschiedenen Ebenen der Hierarchie. Unteroffiziere bildeten das Rückgrat der deutschen Streitkräfte und waren für die praktische Umsetzung von Befehlen sowie die Anleitung und Motivation ihrer Mannschaften verantwortlich. In den Bau-Bataillonen waren ihre technischen Kenntnisse und ihre Führungsfähigkeiten besonders gefragt.

Aus sammlungshistorischer Perspektive sind Verleihungsurkunden wie diese wichtige Primärquellen. Sie dokumentieren nicht nur individuelle Schicksale, sondern auch die organisatorische Struktur, die geografische Verteilung von Einheiten und die Wertesysteme der Zeit. Die Unterschrift eines hochrangigen Offiziers wie Georg Lindemann verleiht dem Dokument zusätzliche historische Bedeutung, da sie einen direkten Bezug zu den militärischen Führungsstrukturen und Operationen an der Ostfront herstellt.

Heute sind solche Dokumente wertvolle Zeitzeugnisse, die Historikern und Forschern Einblicke in die militärische Organisation, die Auszeichnungspraxis und die individuellen Erfahrungen von Soldaten während des Zweiten Weltkriegs ermöglichen. Sie müssen im Kontext ihrer Zeit verstanden werden – als Teil eines totalitären Systems, das Kriegsanstrengungen durch ein komplexes System von Anreizen und Auszeichnungen zu fördern suchte.