Kameradschaft der deutschen Künstler ( KDDK ) - Mitgliedsabzeichen
Das Mitgliedsabzeichen der Kameradschaft der deutschen Künstler (KDDK) stellt ein faszinierendes Zeugnis der kulturpolitischen Bestrebungen des nationalsozialistischen Regimes dar, die künstlerische Berufsgruppen in gleichgeschaltete Organisationen zu integrieren. Diese Organisation bildete einen Teil des umfassenden Systems zur Kontrolle und Lenkung des kulturellen Lebens im Dritten Reich.
Die Kameradschaft der deutschen Künstler entstand im Kontext der nationalsozialistischen Kulturpolitik, die nach der Machtübernahme 1933 systematisch alle Bereiche des künstlerischen Schaffens unter staatliche Aufsicht stellte. Mit der Gründung der Reichskulturkammer am 22. September 1933 durch Reichsminister Joseph Goebbels wurde ein zentralisiertes System geschaffen, das alle kulturschaffenden Berufe erfasste. Die Reichskulturkammer gliederte sich in sieben Einzelkammern, darunter die Reichskammer der bildenden Künste, die für bildende Künstler zuständig war.
Die KDDK fungierte als eine der zahlreichen Unterorganisationen oder kameradschaftlichen Vereinigungen, die innerhalb dieses Systems existierten. Solche Kameradschaften sollten nicht nur die berufliche Organisation gewährleisten, sondern auch die ideologische Ausrichtung und gegenseitige Überwachung der Mitglieder sicherstellen. Der Begriff “Kameradschaft” war dabei bewusst gewählt und spiegelte die militarisierte Sprache des Nationalsozialismus wider.
Das Mitgliedsabzeichen selbst diente als äußeres Zeichen der Zugehörigkeit zu dieser Organisation. Solche Abzeichen waren im Dritten Reich von enormer Bedeutung, da sie nicht nur die Mitgliedschaft dokumentierten, sondern auch als Legitimationsnachweis für die Ausübung künstlerischer Tätigkeiten dienen konnten. Die Gestaltung solcher Abzeichen folgte meist den typischen ästhetischen Prinzipien der NS-Zeit, mit Verwendung von Symbolen wie Eichenlaub, Adlern oder anderen nationalsozialistischen Emblemen.
Die Mitgliedschaft in derartigen Organisationen war für Künstler faktisch obligatorisch, wenn sie ihren Beruf weiterhin ausüben wollten. Ohne Mitgliedschaft in der entsprechenden Kammer oder anerkannten Kameradschaft war es nahezu unmöglich, Aufträge zu erhalten, Ausstellungen zu beschicken oder Werke öffentlich zu präsentieren. Dies führte zu einer effektiven Kontrolle über das künstlerische Schaffen und ermöglichte die Ausgrenzung von Künstlern, die dem Regime missliebig waren oder nicht den rassistischen Kriterien entsprachen.
Die kulturpolitische Gleichschaltung hatte weitreichende Folgen für die deutsche Kunstszene. Moderne und avantgardistische Kunstrichtungen wurden als “entartet” diffamiert, jüdische und politisch oppositionelle Künstler systematisch ausgegrenzt und verfolgt. Stattdessen förderte das Regime eine konservative, realistische Kunst, die heroische, völkische und ideologisch konforme Themen darstellte.
Das Tragen solcher Abzeichen war Teil der visuellen Kultur des Nationalsozialismus, die durch eine Vielzahl von Uniformen, Symbolen und Auszeichnungen gekennzeichnet war. Diese Insignien schufen ein komplexes System von Hierarchien und Zugehörigkeiten, das die gesamte Gesellschaft durchdrang. Für Sammler militärischer und historischer Gegenstände sind solche Abzeichen heute wichtige Dokumente der Zeitgeschichte, die Einblick in die Organisationsstruktur und Selbstdarstellung des NS-Regimes geben.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurden alle nationalsozialistischen Organisationen durch die Alliierten aufgelöst. Die Entnazifizierung erfasste auch die kulturellen Institutionen, und die Mitgliedschaft in solchen Organisationen wurde bei der Überprüfung von Personen berücksichtigt. Viele Künstler mussten sich für ihre Rolle während der NS-Zeit verantworten, wobei die Grade der Verstrickung und Mitverantwortung sehr unterschiedlich beurteilt wurden.
Heute sind Mitgliedsabzeichen wie das der KDDK historische Artefakte, die in Museen, Archiven und privaten Sammlungen aufbewahrt werden. Sie dienen der historischen Forschung und Bildung und erinnern an die Mechanismen totalitärer Herrschaft über Kunst und Kultur. Der Zustand 2 des beschriebenen Exemplars deutet auf eine gute Erhaltung hin, was bei Objekten aus dieser Periode aufgrund ihres Alters und der turbulenten Nachkriegszeit nicht selbstverständlich ist.