NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorbrigade Hochland - Oberbayer. Orientierungsfahrt 1935 "

Feinzink versilbert, 60 mm, Zustand 2.
340085
280,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorbrigade Hochland - Oberbayer. Orientierungsfahrt 1935 "

Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette der Motorbrigade Hochland dokumentiert die Oberbayerische Orientierungsfahrt 1935 des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK). Dieses 60 mm große, aus versilbertem Feinzink gefertigte Erinnerungsstück repräsentiert einen wichtigen Aspekt der nationalsozialistischen Kraftfahrzeugpolitik und Motorsportorganisation in der Mitte der 1930er Jahre.

Das NSKK wurde am 1. Mai 1931 als Teilorganisation der SA (Sturmabteilung) gegründet und erhielt am 23. August 1934 unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein den Status einer eigenständigen Gliederung der NSDAP. Die Hauptaufgabe des NSKK bestand in der kraftfahrtechnischen Ausbildung der deutschen Bevölkerung sowie der Vorbereitung auf eine eventuelle Mobilmachung. Die Organisation gliederte sich in verschiedene Motorbrigaden, die regional organisiert waren.

Die Motorbrigade Hochland war eine dieser regionalen Einheiten und deckte primär den oberbayerischen Raum ab. Der Name “Hochland” bezog sich auf die geografische Lage im bayerischen Alpenvorland und den Alpen selbst. Diese Brigaden organisierten regelmäßig motorsportliche Veranstaltungen, die sowohl propagandistische als auch ausbildungstechnische Zwecke verfolgten.

Orientierungsfahrten stellten eine beliebte Form motorsportlicher Wettbewerbe in den 1930er Jahren dar. Im Gegensatz zu reinen Geschwindigkeitsrennen erforderten diese Veranstaltungen von den Teilnehmern die Fähigkeit zur Navigation, das Lesen von Karten und die Einhaltung präziser Zeitvorgaben. Solche Fahrten dienten dem NSKK mehreren Zielen: Sie förderten die Fahrpraxis, verbesserten die Orientierungsfähigkeiten der Kraftfahrer und demonstrierten gleichzeitig die wachsende Motorisierung Deutschlands. Das Jahr 1935 fiel in eine Phase intensiver Aufrüstung und Vorbereitung, in der die kraftfahrtechnische Ausbildung breiter Bevölkerungsschichten eine strategische Bedeutung erhielt.

Die Herstellung solcher Teilnehmerplaketten aus versilbertem Feinzink war in der Zeit des Nationalsozialismus weit verbreitet. Feinzink bot eine kostengünstige Alternative zu Edelmetallen, ließ sich gut verarbeiten und konnte durch Versilberung ein ansprechendes Erscheinungsbild erhalten. Die Plaketten wurden üblicherweise von spezialisierten Herstellern gefertigt, die sich auf Auszeichnungen und Erinnerungsstücke konzentrierten. Der Durchmesser von 60 mm entsprach einem Standardmaß für derartige nichttragbare Plaketten.

Im Gegensatz zu tragbaren Abzeichen, die an der Uniform befestigt wurden, waren nichttragbare Plaketten als Erinnerungsstücke konzipiert, die zu Hause aufbewahrt oder ausgestellt wurden. Sie dienten als persönliche Andenken an die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen und wurden oft in Vitrinen oder Rahmen präsentiert. Die Teilnehmer solcher Orientierungsfahrten erhielten diese Plaketten als Anerkennung ihrer Teilnahme und ihres motorsportlichen Engagements.

Die Veranstaltungen des NSKK in Oberbayern profitierten von der geografischen Vielfalt der Region, die sowohl flache Strecken im Alpenvorland als auch anspruchsvolle Bergstraßen bot. Diese topografische Vielfalt ermöglichte die Durchführung anspruchsvoller Orientierungsfahrten, die unterschiedliche fahrerische Fähigkeiten testeten. Die Region um München als Hauptstadt der Bewegung hatte zudem eine besondere symbolische Bedeutung für die NSDAP.

Solche Plaketten sind heute wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Alltagskultur und die Organisationsstruktur des Nationalsozialismus geben. Sie dokumentieren die Verbindung von Sport, Technik und Politik in der NS-Zeit und zeigen, wie das Regime versuchte, alle Lebensbereiche zu durchdringen und für seine Zwecke zu nutzen. Die Motorisierung wurde als Zeichen von Modernität und Fortschritt propagiert, während gleichzeitig die militärische Verwertbarkeit dieser Ausbildung im Vordergrund stand.

Aus sammlerischer und historischer Perspektive bieten solche Objekte wertvolle Einblicke in die regionale Organisation des NSKK und die Vielfalt der von dieser Organisation durchgeführten Veranstaltungen. Jede Brigade und jede Veranstaltung produzierte eigene Erinnerungsstücke, was zu einer bemerkenswerten Diversität an Plaketten, Abzeichen und anderen Memorabilien führte. Die Oberbayerische Orientierungsfahrt 1935 ist nur ein Beispiel für die zahlreichen motorsportlichen Aktivitäten, die in dieser Zeit im gesamten Deutschen Reich stattfanden.