Das Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern – Große Miniatur
Das Spanienkreuz gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen des Dritten Reiches, die für den Einsatz im Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939) verliehen wurden. Es wurde am 14. April 1939 von Adolf Hitler gestiftet, um die deutschen Freiwilligen zu ehren, die auf Seiten der Falangisten unter General Franco in der Legion Condor gegen den Bolschewismus gekämpft hatten. Das hier vorgestellte Objekt ist eine sogenannte „große Miniatur“ des Spanienkreuzes in Bronze mit Schwertern – ein seltenes Sammlerstück, das in seiner Ausführung und Größe eine bemerkenswerte Variante darstellt.
Historischer Hintergrund: Die Legion Condor in Spanien
Mit dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs im Juli 1936 entsandte Deutschland die Legion Condor, die sich aus Angehörigen der deutschen Luftwaffe und des Heeres zusammensetzte, um die nationalistischen Truppen General Francos zu unterstützen. Zwischen November 1936 und Mai 1939 wurden deutsche Soldaten nach Spanien entsandt, wo sie wertvolle Kampferfahrungen sammelten und neue Waffen sowie Taktiken erprobten. Der Einsatz diente der nationalsozialistischen Führung als Bewährungsfeld für die moderne Kriegführung, insbesondere im Bereich des Luftkampfes.
Stiftung und Klassifizierung
Das Spanienkreuz wurde in drei Klassen gestiftet. Das Goldene Kreuz wurde ausschließlich mit Schwertern verliehen, während die silbernen und bronzenen Kreuze sowohl mit als auch ohne Schwerter existierten. Eine besondere Ausführung, das Goldene Kreuz mit Brillanten, wurde am 31. Mai 1939 von Hermann Göring in Hamburg ausschließlich für besonders herausragende Verdienste verliehen. Insgesamt wurden 28 Kreuze in Gold mit Brillanten vergeben.
Die Verleihung des Spanienkreuzes mit Schwertern setzte den Einsatz mit Feindberührung in Kampfhandlungen voraus. Dies galt sowohl für Freiwillige der Legion Condor als auch für Besatzungen von Schiffen der deutschen Kriegsmarine, die an Kampfhandlungen in spanischen Gewässern beteiligt waren. Die Ausführung ohne Schwerter wurde an Freiwillige verliehen, die mindestens drei Monate in Spanien in offiziellen Positionen zur Unterstützung der Legion oder auf Schiffen der Kriegsmarine gedient hatten.
Verleihungszahlen
Die Gesamtzahl der verliehenen Spanienkreuze betrug 26.116 Stück. Davon entfielen auf das Bronzene Kreuz ohne Schwerter etwa 7.800, auf das Bronzene Kreuz mit Schwertern etwa 8.500, auf das Silberne Kreuz ohne Schwerter etwa 330, auf das Silberne Kreuz mit Schwertern etwa 8.300 und auf das Goldene Kreuz mit Schwertern etwa 1.100 Verleihungen. Damit erhielten rund 8.500 Personen das hier relevante Spanienkreuz in Bronze mit Schwertern.
Bekannte Träger
Zu den bekanntesten Trägern des Spanienkreuzes in Gold mit Brillanten gehörten die Fliegerasse Adolf Galland und Werner Mölders sowie der spätere Feldmarschall Hugo Sperle. Unter den Assen der Legion Condor ragten Mölders mit 14 Abschüssen, Oesau mit 8, Balthasar mit 7 und Lützow mit 5 Abschüssen hervor.
Die Miniatur: Gestaltung und Bedeutung
Die Form des Spanienkreuzes zeigt ein Malteserkreuz mit einem Luftwaffe-Adler mit ausgebreiteten Schwingen und Hakenkreuz in den Fängen, der zwischen den Kreuzarmen positioniert ist. Zwei gekreuzte Schwerter verlaufen hinter den Adlersymbolen durch das Zentrum. In der Mitte befindet sich ein rundes Medaillon mit einem Hakenkreuz.
Miniaturen waren zumeist privat erworbene Stücke, die nur von Personen mit entsprechendem Besitznachweis gekauft werden konnten, obwohl einige Miniaturen zusammen mit der Vollgröße-Auszeichnung verliehen wurden. Sie waren exakte Nachbildungen ihrer großen Vorbilder und wurden in zwei offiziellen Größen von 9 mm und 16 mm hergestellt. Das vorliegende Stück misst mit seinen 19 mm Höhe mehr als die beiden dokumentierten Standardgrößen und wird daher als „große Miniatur“ bezeichnet. Die Luftwaffe-Adler und das Hakenkreuz-Medaillon sind separat aufgelegt, das Material ist bronziertes Buntmetall, und die Miniatur wird an einer langen Nadel getragen.
Miniaturversionen durften an Zivilkleidung getragen werden. Die allgemeinen Vorschriften erlaubten das gleichzeitige Tragen von drei Miniaturauszeichnungen, verboten jedoch das Mischen von militärischen und zivilen Auszeichnungen an einer Anstecknadel. Das Vollgrößen-Spanienkreuz maß etwa 40 mm.
Nachkriegsgeschichte
Nach dem Tod des Beliehenen verblieb die Auszeichnung bei den Hinterbliebenen. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden alle nationalsozialistischen Orden und Auszeichnungen durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom Oktober 1945 verboten. Das Tragen des Spanienkreuzes in Deutschland ist seitdem nur in modifizierter Form (ohne nationalsozialistische Symbole) oder in historisch-wissenschaftlichem Kontext zulässig. Das Spanienkreuz gehört zu den nationalsozialistischen Auszeichnungen, deren Zurschaustellung in Deutschland nach dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 in keiner Form gestattet ist. Es wurde nicht in die Liste der zum offiziellen Tragen wiederauthorisierten Auszeichnungen aufgenommen.
Als seltene Variante einer Miniatur, die sowohl in ihrer ungewöhnlichen Größe als auch in ihrer handwerklichen Qualität bemerkenswert ist, stellt dieses Objekt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Militärgeschichte und des Spanischen Bürgerkriegs dar.