Verwundetenabzeichen in Silber 1939 - Miniatur

Buntmetall, 9 mm, an kurzer Nadel, Zustand 2.
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35,00

Verwundetenabzeichen in Silber 1939 - Miniatur

Das Verwundetenabzeichen in Silber der Wehrmacht stellt ein bedeutendes militärisches Ehrenzeichen des Dritten Reiches dar, das verwundeten Soldaten für ihre im Kampf erlittenen Verletzungen verliehen wurde. Die hier beschriebene Miniaturausführung mit einer Größe von nur 9 mm repräsentiert eine besondere Trageform dieser Auszeichnung.

Am 1. September 1939, dem Tag des Überfalls auf Polen, wurde durch den Reichspräsidenten und Führer Adolf Hitler die Stiftung des Verwundetenabzeichens in drei Stufen verfügt. Diese Neustiftung knüpfte an die Tradition des Verwundetenabzeichens des Ersten Weltkrieges an, das am 3. März 1918 durch Kaiser Wilhelm II. gestiftet worden war. Die Verordnung vom 1. September 1939 legte die Verleihungskriterien und das Erscheinungsbild der Auszeichnung fest.

Das Verwundetenabzeichen wurde in drei Stufen verliehen: in Schwarz für ein- oder zweimalige Verwundung, in Silber für drei- oder viermalige Verwundung, und in Gold für fünf- oder mehrmalige Verwundung. Die silberne Stufe markierte somit bereits einen erheblichen Grad an persönlichem Opfer und körperlichem Leid im Kriegsdienst.

Die reguläre Ausführung des Verwundetenabzeichens in Silber zeigte einen Stahlhelm M35 über zwei gekreuzten Schwertern, umgeben von einem Lorbeerkranz. Das Emblem wurde auf schwarzem Tuch getragen und mittels einer Nadel an der Uniform befestigt. Die Verleihung erfolgte im Namen des Führers und war mit entsprechenden Urkunden dokumentiert.

Die hier vorliegende Miniaturausführung mit nur 9 mm Durchmesser stellt eine deutlich verkleinerte Version der Standardgröße dar, die etwa 44 mm maß. Solche Miniaturen dienten verschiedenen Zwecken: Sie wurden an Zivilkleidung getragen, an Gesellschaftsuniformen befestigt oder als Anhänger an Uhrenketten verwendet. Die Miniaturform ermöglichte es den Ausgezeichneten, ihre Ehrung auch bei weniger formellen Anlässen diskret zur Schau zu stellen.

Das Material Buntmetall war für Miniaturen typisch, da diese nicht den gleichen offiziellen Produktionsstandards unterlagen wie die regulären Verleihungsstücke. Verschiedene Hersteller fertigten solche Miniaturen an, sowohl für den offiziellen Gebrauch als auch für den privaten Erwerb durch die Ausgezeichneten oder deren Familien. Die kurze Nadel auf der Rückseite diente der Befestigung an der Kleidung.

Der angegebene Zustand 2 deutet nach üblicher Sammlerkategorisierung auf ein gut erhaltenes Stück hin, das leichte Gebrauchsspuren aufweisen kann, aber keine wesentlichen Beschädigungen zeigt. Dies ist für ein über 80 Jahre altes Objekt, das möglicherweise regelmäßig getragen wurde, bemerkenswert.

Die Verleihungspraxis des Verwundetenabzeichens war streng geregelt. Nur Verwundungen, die durch Feindeinwirkung entstanden waren, berechtigten zum Tragen des Abzeichens. Auch Erfrierungen, Verbrennungen im Kampf oder gesundheitliche Schäden durch Giftgas zählten dazu. Die Verwundung musste ärztlich dokumentiert sein, und die Verleihung erfolgte durch den zuständigen Truppenkommandeur.

Aus historischer Perspektive dokumentiert das Verwundetenabzeichen in Silber die brutale Realität des Zweiten Weltkrieges, in dem Millionen von Soldaten verwundet wurden. Die silberne Stufe bedeutete, dass der Träger mindestens drei separate Verwundungen erlitten hatte – ein Zeugnis wiederholten Fronteinsatzes und mehrfacher physischer und psychischer Belastung.

Heute sind solche Miniaturen gesuchte Sammlerobjekte, die wichtige Einblicke in die Militärgeschichte und die materielle Kultur des Zweiten Weltkrieges bieten. Sie erinnern an das individuelle Leid der Soldaten, unabhängig von den politischen Zielen, für die sie kämpften. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten dient dem historischen Verständnis und der Aufarbeitung dieser dunklen Epoche der deutschen Geschichte.