Waffen-SS Mantel für einen SS-Obersturmführer der Gebirgsjäger

Eigentumstück, Mantel in feiner Offiziersqualität. Dunkelgrüner Kragen, eingenähte Schulterstücke, Waffenfarbe jägergrün. Auf dem linken Oberarm mit Metallfaden handgesticktem Ärmeladler für Offiziere und auf den rechten Oberarm das Ärmelabzeichen für Gebirgsjäger in maschinengestickter Ausführung. Innen mit Seidenfutter, im Nacken das Schneideretikett "Bulag Bayerische Uniform AG München", seitlich mit Schlitz zum Tragen des Offiziersdolches bzw. Säbels. Maße: Schulterbreite ca. 49 cm, Armlänge-Außen ca. 69 cm, Gesamtlänge ca. 125 cm. Leichte Mottenschäden, Zustand 2.
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3.500,00

Waffen-SS Mantel für einen SS-Obersturmführer der Gebirgsjäger

Der vorliegende Mantel eines SS-Obersturmführers der Gebirgsjäger repräsentiert ein typisches Beispiel der Offiziersausstattung der Waffen-SS während des Zweiten Weltkriegs. Die Uniform stammt aus der Produktion der Bulag Bayerischen Uniform AG München, einem der bedeutendsten Hersteller von Militäruniformen im Dritten Reich.

Die Gebirgstruppen der Waffen-SS wurden ab 1940 aufgestellt und waren für Operationen im alpinen Gelände spezialisiert. Die bekanntesten Verbände waren die 6. SS-Gebirgs-Division "Nord“ und die 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division "Prinz Eugen“. Diese Einheiten kämpften in Skandinavien, auf dem Balkan und an der Ostfront unter extremen klimatischen Bedingungen.

Der Rang eines Obersturmführers entsprach einem Oberleutnant der Wehrmacht und war ein mittlerer Offiziersrang innerhalb der SS-Hierarchie. Die Rangabzeichen wurden auf den eingenähten Schulterstücken getragen, die bei diesem Mantel in der Waffenfarbe Jägergrün ausgeführt sind. Diese charakteristische Farbe identifizierte den Träger als Angehörigen der Gebirgstruppen und war in den Uniformvorschriften der Waffen-SS genau festgelegt.

Der handgestickte Ärmeladler auf dem linken Oberarm in Metallfadenstickerei war typisch für Offiziersqualität und unterschied sich deutlich von den maschinell gewebten Varianten der Mannschaftsdienstgrade. Das Ärmelabzeichen für Gebirgsjäger auf dem rechten Oberarm, hier in maschineller Ausführung, zeigte das charakteristische Edelweiß-Symbol, das seit dem Ersten Weltkrieg traditionell von deutschen Gebirgstruppen getragen wurde.

Die Verwendung von dunkelgrünem Kragen und das hochwertige Seidenfutter unterstreichen die Offiziersqualität des Mantels. Der seitliche Schlitz zum Tragen des Offiziersdolches oder Säbels war ein praktisches Detail, das den militärischen Vorschriften für Offiziersdienstanzüge entsprach. Die Bulag AG hatte während des Krieges mehrere Standorte und produzierte sowohl für die Wehrmacht als auch für die Waffen-SS.

Die technischen Details des Mantels - Schulterbreite von etwa 49 cm, Armlänge von circa 69 cm und Gesamtlänge von ungefähr 125 cm - entsprechen den damaligen Konfektionsmaßen für Offizierskleidung. Die erwähnten Mottenschäden sind typisch für Textilien dieser Altersklasse und historischen Epoche.

Aus historischer Perspektive dokumentiert dieser Mantel die komplexe Hierarchie und das ausgefeilte Uniformsystem der Waffen-SS. Die verschiedenen Abzeichen, Waffenfarben und Qualitätsstufen ermöglichten eine sofortige Identifikation von Rang, Einheit und Waffengattung. Die Gebirgsjäger der Waffen-SS waren in zahlreichen Kriegsverbrechen involviert, besonders die Division "Prinz Eugen“ im Balkanraum.

Die Erhaltung solcher Uniformstücke ist heute von musealer und wissenschaftlicher Bedeutung für die Erforschung der Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte und mahnen zur kritischen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. In Deutschland unterliegen Darstellungen im Zusammenhang mit der SS strengen rechtlichen Bestimmungen gemäß §86a StGB, was den historisch-wissenschaftlichen Kontext umso wichtiger macht.