Wehrmacht Foto, Selbstfahrlafette mit 2 cm Flak 38 in Tarnlackierung
Das vorliegende historische Foto dokumentiert eine Selbstfahrlafette mit 2-cm-Flak 38 in Tarnlackierung und stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Flugabwehrwaffen-Entwicklung während des Zweiten Weltkriegs dar.
Die 2-cm-Flak 38 (Flugabwehrkanone 38) wurde von der Firma Mauser-Werke entwickelt und ab 1940 in großen Stückzahlen produziert. Sie stellte eine verbesserte Variante der bereits 1934 eingeführten Flak 30 dar und zeichnete sich durch eine höhere Feuergeschwindigkeit von etwa 420 bis 480 Schuss pro Minute aus. Die Waffe verschoss 20×138 mm B-Patronen und hatte eine effektive Reichweite von etwa 2.000 Metern gegen Luftziele.
Die Montage der Flak 38 auf Selbstfahrlafetten entsprach der militärischen Notwendigkeit, mobile Flugabwehreinheiten zu schaffen, die den schnell vorrückenden Panzer- und motorisierten Verbänden folgen konnten. Verschiedene Fahrzeugtypen wurden als Basis verwendet, darunter das Sd.Kfz. 10/4 (ein leichter Zugkraftwagen), Halbkettenfahrzeuge und andere gepanzerte Trägerfahrzeuge. Diese Selbstfahrlafetten boten den Vorteil, dass die Besatzung geschützt war und die Waffe schnell in Stellung gebracht werden konnte, ohne zeitaufwendiges Auf- und Abbauen.
Die auf dem Foto sichtbare Tarnlackierung ist von besonderer historischer Bedeutung. Die Wehrmacht führte im Laufe des Krieges verschiedene Tarnschemata ein, um ihre Fahrzeuge der jeweiligen Umgebung anzupassen. Während zu Kriegsbeginn ein einheitliches Dunkelgrau (RAL 7021) verwendet wurde, ging man ab 1943 zu einem Dunkelgelb (RAL 7028) als Grundfarbe über, das im Feld mit grünen und rotbraunen Streifen oder Flecken ergänzt werden konnte. Diese Tarnung sollte die Sichtbarkeit der Fahrzeuge aus der Luft und am Boden reduzieren und war eine direkte Reaktion auf die zunehmende alliierte Luftüberlegenheit.
Fotografische Dokumentationen wie die vorliegende waren während des Krieges weit verbreitet. Soldaten erstellten private Aufnahmen, und offizielle Propaganda-Kompanien (PK) dokumentierten systematisch militärische Operationen und Ausrüstung. Solche Fotos dienten verschiedenen Zwecken: als persönliche Erinnerungen, zur nachrichtendienstlichen Auswertung, für Ausbildungszwecke und zur Propaganda. Das Format von etwa 9 × 6 cm entspricht den damals üblichen Abzugsgrößen für Amateuraufnahmen.
Die taktische Verwendung der Selbstfahrlafetten mit 2-cm-Flak war vielfältig. Primär wurden sie zum Schutz von Kolonnen, Truppenkonzentrationen und strategischen Punkten gegen Tiefflieberangriffe eingesetzt. Mit fortschreitendem Krieg und zunehmender alliierter Luftüberlegenheit wurde ihre Bedeutung immer größer. Allerdings zeigte sich, dass die 2-cm-Munition gegen moderne gepanzerte Jagdbomber oft nicht ausreichend wirksam war, was zur Entwicklung schwererer Flugabwehrwaffen wie der 3,7-cm-Flak führte.
Die Besatzung einer solchen Selbstfahrlafette bestand typischerweise aus einem Kommandanten, Richtschütze, Ladeschütze und Fahrer, insgesamt vier bis sechs Mann. Die Ausbildung dieser Spezialisten erfolgte in Flak-Artillerieschulen der Wehrmacht und später auch der Luftwaffe, die für die meisten Flugabwehreinheiten zuständig war.
Historische Fotos wie dieses sind heute wertvolle Quellen für die militärhistorische Forschung. Sie ermöglichen Rückschlüsse auf Tarnmuster, technische Details, Einsatzorte und -zeiten sowie auf den Alltag der Soldaten. Der Erhaltungszustand des Fotos (angegeben als Zustand 2) deutet auf eine gute Konservierung hin, was für ein über 75 Jahre altes Dokument bemerkenswert ist.
In der Nachkriegszeit wurden viele dieser Waffen von verschiedenen Armeen weiterverwendet. Die 2-cm-Flak 38 fand sich noch jahrzehntelang in Arsenalen verschiedener Länder und wurde teilweise bis in die 1950er und 1960er Jahre eingesetzt.