Wehrmacht schwarzes Schiffchen für Mannschaften der Panzertruppe (H.W Bachmanns)

Kammerstück schwarzes Tuch, mit Bevo-gewebten Schiffchenadler und Kokarde (Ausführung in Feldgrau), rosa Soutachewinkel. Lüftungslöcher vorhanden. Innen mit braunem Tuchfutter und Herstellerstempel "H.W.Bachmanns Wws Arnstadt E 40", und Größenangabe "56". Zustand 1-2.
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2.300,00

Wehrmacht schwarzes Schiffchen für Mannschaften der Panzertruppe (H.W Bachmanns)

Die schwarze Schiffchenmütze der Wehrmacht stellt ein charakteristisches Ausrüstungsstück der deutschen Panzertruppen während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese spezielle Kopfbedeckung wurde ausschließlich von Mannschaften und Unteroffizieren der Panzerwaffe getragen und unterschied sich deutlich von den feldgrauen Schiffchen anderer Waffengattungen.

Das vorliegende Exemplar trägt den Herstellerstempel H.W. Bachmanns aus Arnstadt, einer thüringischen Stadt, die während der NS-Zeit mehrere Zulieferbetriebe für Uniformteile beherbergte. Die Größenangabe 56 entspricht der damals üblichen deutschen Konfektionsgröße für Kopfbedeckungen. Die Kennzeichnung E 40 bezieht sich auf das Einführungsjahr des Musters (1940) nach den Heeresvorschriften.

Die schwarze Ausführung war der Panzertruppe vorbehalten und basierte auf einer langen Tradition schwarzer Uniformierung bei Panzer- und Kavallerieveränden, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Diese Farbgebung hatte praktische Gründe: Sie verbarg Öl- und Schmierspuren, die bei der Arbeit mit Panzerfahrzeugen unvermeidlich waren. Die Einführung der schwarzen Panzeruniform erfolgte bereits in den 1930er Jahren unter Generaloberst Heinz Guderian, dem Schöpfer der deutschen Panzerwaffe.

Der BEVO-gewebte Schiffchenadler stellt eine besondere Herstellungstechnik dar. BEVO war die Abkürzung für die Bandfabrik Ewald Vorsteher aus Wuppertal-Barmen, die ein spezielles Webverfahren für Abzeichen entwickelte. Diese maschinell gewebten Embleme waren haltbarer und kostengünstiger als gestickte Varianten. Der Adler wurde in feldgrauer Ausführung auf das schwarze Tuch aufgebracht, was den Kontrast etwas dämpfte im Vergleich zu silbernen Stickereien.

Die Kokarde in den Nationalfarben Schwarz-Weiß-Rot wurde ebenfalls in feldgrauer Ausführung gewebt. Diese gedämpfte Farbgebung entsprach den Bestimmungen für Feldausführungen, die ab 1940 verstärkt eingeführt wurden, um die Sichtbarkeit im Gefechtsfeld zu reduzieren.

Der rosa Soutachewinkel (auch Waffenfarbenwinkel genannt) ist von besonderer Bedeutung. Die Farbe Rosa (offiziell als Panzertruppe-Rosa bezeichnet) war seit 1935 die Waffenfarbe der Panzertruppen und wurde an Kragenpatten, Schulterstücken und eben diesem charakteristischen Winkel am Schiffchen getragen. Diese Tradition der Waffenfarben geht auf preußische Militärtraditionen des 19. Jahrhunderts zurück.

Die Konstruktion des Schiffchens folgte den Heeresbekleidungsvorschriften. Das Kammerstück aus schwarzem Tuch wurde mit einem braunen Tuchfutter ausgekleidet, was den Tragekomfort erhöhte. Die vorhandenen Lüftungslöcher (meist zwei oder vier Ösen) dienten der Ventilation und waren bei allen Schiffchenmodellen Standard.

Die Schiffchenmütze selbst war seit den 1890er Jahren Teil der deutschen Militäruniform und wurde aufgrund ihrer flachen, schiffchenähnlichen Form so bezeichnet. Sie konnte bequem unter der Stahlhelm getragen oder im Gürtel verstaut werden. Während des Zweiten Weltkriegs war sie die meistgetragene Kopfbedeckung im Dienst, wenn keine Gefechtshelme erforderlich waren.

Die Produktionsbedingungen während des Krieges führten zu verschiedenen Qualitätsstufen und Herstellervarianten. Der Zustand 1-2 des beschriebenen Exemplars deutet auf eine sehr gute Erhaltung hin, was bei Textilien aus dieser Zeit selten ist. Die Firma H.W. Bachmanns gehörte zu den zahlreichen mitteldeutschen Zulieferern, die für die Wehrmacht produzierten.

Nach den Heeresdienstvorschriften war das Schiffchen für Mannschaften und Unteroffiziere ohne Portepee vorgesehen. Offiziere trugen in der Regel die Schirmmütze. Das Schiffchen wurde sowohl zur Panzeruniform als auch zur Felduniform der Panzertruppe getragen.

Die historische Bedeutung solcher Ausrüstungsgegenstände liegt in ihrer Authentizität als Zeitzeugen. Sie dokumentieren die Materialkultur, Produktionsmethoden und organisatorischen Strukturen der Wehrmacht. Für die militärhistorische Forschung sind solche Objekte wertvolle Quellen zur Uniformkunde und zur Wirtschaftsgeschichte des Zweiten Weltkriegs.