III. Reich - DAF - Breslau 26.8.1934

Porzellanabzeichen, an Nadel, Hersteller : 6, Zustand 2.
486586
35,00

III. Reich - DAF - Breslau 26.8.1934

Das vorliegende Porzellanabzeichen der Deutschen Arbeitsfront (DAF) aus Breslau vom 26. August 1934 repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der nationalsozialistischen Organisationsgeschichte. Die Deutsche Arbeitsfront wurde am 10. Mai 1933 gegründet und entwickelte sich zur größten Massenorganisation des Dritten Reiches mit zeitweise über 25 Millionen Mitgliedern.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 erfolgte die systematische Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Organisationen. Die freien Gewerkschaften wurden am 2. Mai 1933 zerschlagen, ihre Vermögen beschlagnahmt und ihre Funktionäre verhaftet. An ihre Stelle trat die DAF unter Leitung von Robert Ley, der diese Organisation bis zum Ende des Krieges 1945 führte. Die DAF verstand sich als Einheitsorganisation aller “schaffenden Deutschen”, unabhängig von ihrer Position als Arbeiter oder Arbeitgeber.

Das Datum 26. August 1934 fällt in eine besonders bedeutsame Phase der nationalsozialistischen Herrschaft. Wenige Wochen zuvor, am 2. August 1934, war Reichspräsident Paul von Hindenburg verstorben, woraufhin Adolf Hitler die Ämter des Reichspräsidenten und Reichskanzlers in seiner Person vereinte. Am 19. August 1934 wurde diese Machtkonzentration durch eine Volksabstimmung legitimiert. Die Veranstaltung in Breslau fand somit in einem Zeitraum intensiver politischer Mobilisierung und Propaganda statt.

Breslau, die Hauptstadt der preußischen Provinz Schlesien, spielte eine wichtige Rolle im nationalsozialistischen Deutschland. Die Stadt mit ihren etwa 625.000 Einwohnern war ein bedeutendes Industrie- und Kulturzentrum. Die DAF organisierte in allen größeren Städten regelmäßig Massenveranstaltungen, Kundgebungen und Feiern, die der Demonstration von Stärke und Geschlossenheit dienten.

Porzellanabzeichen dieser Art wurden als Andenken und Teilnehmerabzeichen für verschiedene Veranstaltungen der NS-Organisationen hergestellt. Die Produktion solcher Abzeichen aus Porzellan hatte in Deutschland eine lange Tradition und wurde im Dritten Reich fortgesetzt. Die Kennzeichnung mit der Herstellernummer “6” verweist auf das System der RZM-Nummerierung (Reichszeugmeisterei), die ab 1929 eingeführt wurde, um die Produktion von Parteiabzeichen und -ausrüstung zu regulieren und zu kontrollieren.

Die Herstellung von Porzellanabzeichen erfolgte in spezialisierten Manufakturen, hauptsächlich in Thüringen und Sachsen, wo eine lange Tradition der Porzellanherstellung bestand. Diese Abzeichen waren technisch anspruchsvoll in der Produktion, da das Material beim Brand erheblich schrumpfte und die Farben sich veränderten. Jedes Stück musste einzeln glasiert und oft mehrfach gebrannt werden.

Die Deutsche Arbeitsfront organisierte neben ihrer ideologischen Funktion auch praktische Aspekte des Arbeitslebens. Sie kontrollierte die Arbeitsbedingungen, führte Schulungen durch und betrieb die bekannte Organisation “Kraft durch Freude” (KdF), die Freizeitaktivitäten und Urlaubsreisen für Arbeiter organisierte. Die DAF diente primär der Kontrolle und Überwachung der Arbeiterschaft sowie der Verhinderung unabhängiger gewerkschaftlicher Organisation.

Abzeichen und Anstecknadeln spielten im nationalsozialistischen Deutschland eine wichtige Rolle als Identifikations- und Loyalitätssymbole. Sie dokumentierten die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen, die Mitgliedschaft in Organisationen oder die Unterstützung für bestimmte Aktionen. Das Tragen solcher Abzeichen war oft mit sozialem Druck verbunden und demonstrierte nach außen die Konformität mit dem Regime.

Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige historische Quellen, die Einblick in die Alltags- und Organisationsgeschichte des Nationalsozialismus geben. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die NS-Organisationen und die Methoden der Massenmobilisierung. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten dient dem besseren Verständnis der Mechanismen totalitärer Herrschaft und der Rolle von Symbolik und visueller Propaganda.

Das vorliegende Abzeichen ist somit nicht nur ein Sammlerobjekt, sondern ein materielles Zeugnis einer dunklen Epoche deutscher Geschichte, die niemals vergessen werden darf. Es erinnert an die systematische Unterdrückung der Arbeiterbewegung und die Instrumentalisierung der arbeitenden Bevölkerung für die Ziele des nationalsozialistischen Regimes.

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