Königreich Sachsen "Königlich Sächsische Fahne" - Große Anwesenheitsstandarte des Königs

Ausführung für den Amtssitz/das Schloß des Königs, um 1900. Flaggentuch mit den horizontal verlaufenden schwarzen und gelben Balken, von der linken oberen Ecke zur rechten unteren Ecke verlaufend der grüne Rautenkranz, seitlich verstärkt mit den Ringen für die Aufhängung, beschriftet "Königl. Sächsische Fahne", Maße 3 x 4 m. Nur leichte Alterungsspuren, leichte Einrisse. Zustand 2.

Die Fahne entstammt aus der "Baden" Auktion bei Sotheby's. Sehr selten!



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Königreich Sachsen "Königlich Sächsische Fahne" - Große Anwesenheitsstandarte des Königs

Die Königlich Sächsische Fahne als große Anwesenheitsstandarte des Königs repräsentiert ein bedeutendes Symbol der monarchischen Tradition des Königreichs Sachsen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Diese monumentale Flagge, die um 1900 gefertigt wurde, diente als offizielle Anwesenheitsstandarte und wurde am Amtssitz oder Schloss des Königs gehisst, um die physische Präsenz des Monarchen anzuzeigen.

Das Königreich Sachsen war einer der bedeutendsten Bundesstaaten des Deutschen Kaiserreichs nach der Reichsgründung von 1871. Die sächsische Monarchie unter der Dynastie der Wettiner konnte trotz der Integration in das Deutsche Reich eine bemerkenswerte Autonomie und eigene staatliche Identität bewahren. Die Verwendung eigener königlicher Symbole und Standarten war ein wichtiger Ausdruck dieser fortbestehenden Eigenständigkeit.

Die Gestaltung dieser Anwesenheitsstandarte folgt der traditionellen sächsischen Heraldik. Die horizontal verlaufenden schwarzen und gelben Balken repräsentieren die Landesfarben Sachsens, die ihre Wurzeln im Herzogtum Sachsen haben. Der charakteristische grüne Rautenkranz, der diagonal von der linken oberen zur rechten unteren Ecke verläuft, ist das dynastische Symbol der Wettiner und eines der ältesten Herrschaftszeichen Europas. Dieser Rautenkranz ist seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar und wurde zum unverwechselbaren Erkennungszeichen der sächsischen Herrscherfamilie.

Die beeindruckenden Maße von 3 x 4 Metern dieser Standarte unterstreichen ihre repräsentative Funktion. Solche großformatigen Flaggen wurden speziell für die Anbringung an bedeutenden königlichen Residenzen gefertigt, darunter das Dresdner Residenzschloss, Schloss Pillnitz oder die Moritzburg. Die Größe sollte die Anwesenheit des Königs weithin sichtbar machen und die Würde der Monarchie demonstrieren.

Die technische Ausführung mit seitlichen Verstärkungen und Ringen für die Aufhängung zeigt die praktische Verwendung dieser Standarte. Die Beschriftung "Königl. Sächsische Fahne" diente der eindeutigen Identifikation und Zuordnung innerhalb der königlichen Hofverwaltung. Die Herstellung solcher Standarten unterlag strengen Vorschriften und wurde nur von autorisierten Hoflieferanten durchgeführt.

Um 1900, der Entstehungszeit dieser Standarte, regierte König Georg von Sachsen (1893-1902), gefolgt von König Friedrich August III. (1904-1918), dem letzten König von Sachsen. Diese Periode war geprägt von der Hochindustrialisierung Sachsens, das zu den wirtschaftlich fortschrittlichsten Regionen des Deutschen Reiches gehörte. Gleichzeitig bewahrte die Monarchie ihre traditionellen Zeremonien und Symbole.

Die Verwendung von Anwesenheitsstandarten war eine jahrhundertealte europäische Tradition. Sie dienten nicht nur der Information über den Aufenthaltsort des Monarchen, sondern auch der Legitimation seiner Herrschaft und der Sichtbarmachung staatlicher Kontinuität. Im Protokoll des königlichen Hofes war genau geregelt, wann und wo solche Standarten zu hissen waren.

Das Ende der sächsischen Monarchie kam mit der Novemberrevolution 1918. Am 13. November 1918 dankte König Friedrich August III. ab, und Sachsen wurde Freistaat. Die königlichen Insignien, Fahnen und Standarten verloren ihre offizielle Funktion und wurden Teil historischer Sammlungen oder verblieben in Familienbesitz.

Die Provenienz dieser Standarte aus der berühmten "Baden-Auktion" bei Sotheby's verleiht ihr zusätzliche historische Bedeutung. Diese Auktion umfasste bedeutende Objekte aus deutschen Fürstenhäusern und ist in Sammlerkreisen legendär. Die Seltenheit solcher großformatigen königlichen Standarten auf dem Markt ist bemerkenswert, da die meisten in Museen oder Archiven verwahrt werden.

Der Erhaltungszustand mit nur leichten Alterungsspuren und minimalen Einrissen ist für ein Textilstück dieser Größe und dieses Alters außergewöhnlich gut. Dies deutet darauf hin, dass die Standarte entweder sorgfältig aufbewahrt wurde oder nur zu besonderen Anlässen verwendet wurde.

Heute sind solche Objekte wichtige Zeugnisse der deutschen Regionalgeschichte und der monarchischen Tradition. Sie dokumentieren die Vielfalt der staatlichen Strukturen im Deutschen Kaiserreich und die Bedeutung symbolischer Repräsentation für die Legitimation von Herrschaft. Für die sächsische Geschichte ist diese Standarte ein unmittelbarer materieller Beleg der wettinischen Monarchie und ihrer jahrhundertelangen Tradition.

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