Luftwaffe Stahlhelm M 35 mit 2 Emblemen

Blaugraue Lackierung, der Luftwaffen-Adler zu ca. 50 Prozent und das Nationalschild zu ca. 20 Prozent erhalten. Die Helmglocke ist innen seitlich mit "EF64" und im Nacken mit "20225" gestempelt. Innen mit Lederfutter am Aluminiumring und Kinnriemen, Größe ca. 56. Kinnriemen wurde gekürzt, außen mit Rostspuren innen Korrodiert mit Narben, Zustand 3-.
496786
1.400,00

Luftwaffe Stahlhelm M 35 mit 2 Emblemen

Der Stahlhelm M 35 (Modell 1935) stellt einen bedeutenden Wendepunkt in der deutschen Militärausrüstung der 1930er Jahre dar. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 und der anschließenden Wiederaufrüstung der Wehrmacht wurde die Entwicklung eines neuen Stahlhelms notwendig, der die während des Ersten Weltkriegs gewonnenen Erfahrungen mit den modernisierten Produktionsmethoden der Zeit vereinte.

Die Entwicklung des M 35 begann 1934 unter der Leitung des Heereswaffenamtes. Das Design behielt die charakteristische Form des bewährten M 16/18 bei, vereinfachte jedoch die Konstruktion erheblich. Die markantesten Änderungen betrafen die seitlichen Lüftungsöffnungen, die nun durch Hohlnieten ersetzt wurden, was die Produktion beschleunigte und Kosten senkte. Die Helmglocke wurde aus einem Stück Chromnickelstahl in einem aufwendigen Tiefziehverfahren hergestellt.

Das vorliegende Exemplar trägt den Herstellercode "EF", der für die Firma Emaillierwerke AG in Fulda steht, einem der zahlreichen Zulieferer für Stahlhelme während der Rüstungsproduktion. Die Zahl "64" bezeichnet das Produktionsjahr 1944, was diesen Helm zu einem Spätkriegsmodell macht. Die Losnummer 20225 im Nacken diente der Qualitätskontrolle und ermöglichte die Rückverfolgung bei Produktionsmängeln.

Die blaugraue Lackierung ist charakteristisch für die Luftwaffe, die sich 1935 offiziell als eigenständige Waffengattung konstituierte. Diese Farbgebung unterschied sich bewusst von dem feldgrauen Ton der Heereshelme und dem schwarzen der Panzertruppen. Die Lackierung erfolgte in mehreren Schichten und sollte sowohl Schutz vor Korrosion als auch Tarnung bieten.

Die Embleme auf diesem Helm folgen der offiziellen Tragevorschrift: Auf der rechten Seite befand sich der Luftwaffen-Adler, der nach rechts blickend mit ausgebreiteten Schwingen und einem Hakenkreuz in den Fängen dargestellt wurde. Dieses Hoheitszeichen wurde 1935 eingeführt und war in Silber auf allen Luftwaffenhelmen vorgeschrieben. Die linke Seite trug das Nationalschild in den Farben Schwarz-Weiß-Rot, das die Kontinuität zur deutschen Militärtradition symbolisieren sollte.

Die Anbringung der Embleme erfolgte durch Aufkleben oder später zunehmend durch Abziehbilder (Dekals). Der Erhaltungszustand der Embleme – etwa 50 Prozent beim Adler und 20 Prozent beim Nationalschild – ist typisch für Helme, die im Feld eingesetzt wurden.Witterungseinflüsse, mechanische Beanspruchung und bewusste Entfernung zur Tarnung führten häufig zum Verlust der Embleme.

Das Innenfutter besteht aus einem Aluminiumring mit acht Befestigungspunkten, an denen das Lederfutter angebracht wurde. Dieses System, das bereits im Ersten Weltkrieg entwickelt wurde, ermöglichte eine gewisse Anpassung an verschiedene Kopfformen und bot Schutz vor direkten Schlägen. Die Größe 56 entspricht einem Kopfumfang von etwa 56 Zentimetern und war eine der Standardgrößen.

Der Kinnriemen aus Leder wurde durch eine Aluminiumschnalle befestigt und diente dazu, den Helm bei Bewegung am Kopf zu halten. Die Kürzung des Riemens war üblich und wurde oft von den Trägern selbst vorgenommen, um eine bessere Passform zu erreichen.

Die Korrosion und Rostspuren zeugen von der Lagerung über Jahrzehnte unter nicht optimalen Bedingungen. Viele dieser Helme wurden nach Kriegsende vergraben, in Kellern gelagert oder der Witterung ausgesetzt. Der Zustand 3- nach sammlerüblicher Klassifizierung bedeutet, dass der Helm erkennbare Gebrauchsspuren und Schäden aufweist, aber noch als authentisches historisches Objekt wertvoll ist.

Die Produktion des M 35 endete offiziell 1940, als das vereinfachte Modell M 40 eingeführt wurde, bei dem der aufwendige Bördelsrand wegfiel. Dennoch blieben M 35-Helme während des gesamten Krieges im Einsatz. Gegen Kriegsende, als die Produktionskapazitäten erschöpft waren, trug man auch ältere Modelle weiter.

Heute sind originale Stahlhelme der Wehrmacht wichtige Zeugnisse der Militärgeschichte und werden von Museen und Sammlern bewahrt. Sie dokumentieren nicht nur die technische Entwicklung militärischer Schutzausrüstung, sondern auch die organisatorische Struktur der deutschen Streitkräfte und die Umstände ihrer Träger während eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte.