Querflöte für Musikzüge mit Futteral, 

die Querflöte aus schwarzem Holz mit neusilbernen Beschlägen. Komplett im schwarzen Lederköcher mit Koppeltrageschlaufe. Gebrauchter Zustand.
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150,00

Querflöte für Musikzüge mit Futteral, 

Die Querflöte für Musikzüge mit ihrem charakteristischen schwarzen Holzkorpus und den neusilbernen Beschlägen repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der deutschen Militärmusikgeschichte. Als integraler Bestandteil militärischer Blasorchester spielte dieses Instrument vom 19. Jahrhundert bis weit ins 20. Jahrhundert hinein eine zentrale Rolle in der musikalischen Untermalung militärischer Zeremonien, Märsche und offizieller Anlässe.

Historische Entwicklung der Militärmusik

Die Tradition organisierter Militärmusik in deutschen Streitkräften reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Mit der Professionalisierung der Armeen unter Friedrich Wilhelm I. von Preußen und später Friedrich dem Großen wurden Musikzüge zu festen Bestandteilen der Regimenter. Die Querflöte, die sich ab dem 18. Jahrhundert als Orchesterinstrument etablierte, fand relativ schnell Eingang in militärische Kapellen und ergänzte dort die traditionellen Holzblasinstrumente.

Im 19. Jahrhundert, besonders nach den Befreiungskriegen und der Reichsgründung 1871, erlebte die deutsche Militärmusik eine Blütezeit. Die Heeresmusikinspektion standardisierte die Besetzung und Ausrüstung der Musikzüge. Querflöten gehörten zur regulären Ausstattung und waren in der Regel in der Piccolo- und normalen Flötenform vertreten.

Technische Merkmale und Materialien

Das beschriebene Exemplar mit seinem schwarzen Holzkorpus entspricht der typischen Bauweise deutscher Militärinstrumente. Häufig wurde Grenadill-Holz (African Blackwood) verwendet, das sich durch seine Dichte, Widerstandsfähigkeit und klanglichen Eigenschaften auszeichnete. Die neusilbernen Beschläge – eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink – waren standard für militärische Instrumente, da echtes Silber zu kostspielig und pflegeintensiv gewesen wäre.

Die Klappenmechanik aus Neusilber bot mehrere Vorteile: Sie war korrosionsbeständig, mechanisch belastbar und ließ sich auch unter schwierigen Feldbedingungen verhältnismäßig gut warten. Die Böhm-Mechanik, die sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts durchsetzte, ermöglichte eine verbesserte Intonation und erweiterte die technischen Möglichkeiten der Musiker.

Das Futteral und die militärische Verwendung

Besonders bemerkenswert ist das schwarze Lederfutteral mit Koppeltrageschlaufe. Diese Ausstattung kennzeichnet das Instrument eindeutig als militärisches Gebrauchsobjekt. Die Koppeltrageschlaufe ermöglichte es dem Musiker, das Instrument am Koppel zu befestigen – dem Leibgurt, an dem Soldaten ihre Ausrüstung trugen. Dies war essentiell für Marschmusik, bei der die Instrumente zwischen den Auftritten schnell und sicher verstaut werden mussten.

Das Leder bot robusten Schutz bei Transport und Lagerung, was bei den häufigen Verlegungen militärischer Einheiten von großer Bedeutung war. Die schwarze Färbung entsprach den militärischen Farbvorschriften und der allgemeinen Ästhetik der Ausrüstung.

Rolle im Musikzug

In einem typischen deutschen Musikzug der Kaiserzeit oder Weimarer Republik bestand die Holzbläsersektion aus mehreren Flöten, Klarinetten und gelegentlich Oboen. Die Querflöten übernahmen oft melodieführende Funktionen in höheren Registern und ergänzten die Piccoloflöten bei technisch anspruchsvollen Passagen.

Das Repertoire umfasste militärische Märsche, patriotische Lieder, Signale und bei festlichen Anlässen auch klassische Konzertmusik. Komponisten wie Carl Teike, Julius Fučík oder Johann Gottfried Piefke schufen Werke, die bis heute zum Standardrepertoire von Blasorchestern gehören.

Militärische Organisation

Nach den Vorschriften der Kaiserlichen Armee verfügte jedes Infanterieregiment über einen Musikzug von etwa 30 bis 40 Musikern. Diese waren reguläre Soldaten, die neben ihrer musikalischen Ausbildung auch militärische Grundausbildung erhielten. Die Musiker hatten eigene Dienstgrade und unterstanden einem Stabshornisten oder Musikmeister.

Während des Ersten Weltkriegs spielten Musikzüge eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Moral. Sie begleiteten Truppenverlegungen, spielten bei Ehrungen und versorgten die Soldaten mit Unterhaltungsmusik in den Ruhephasen.

Nachkriegszeit und Sammlerinteresse

Nach 1918 wurden viele Militärinstrumente ausgemustert oder fanden Verwendung bei zivilen Blaskapellen. In der Reichswehr und später der Wehrmacht wurden die Traditionen fortgeführt, wobei die Instrumente technisch weiterentwickelt wurden. Nach 1945 setzten sowohl die Bundeswehr als auch die Nationale Volksarmee die Tradition der Militärmusik fort, allerdings zunehmend mit modernen Instrumenten.

Heute sind historische Militärinstrumente wie die beschriebene Querflöte begehrte Sammlerstücke. Sie dokumentieren nicht nur die technische Entwicklung des Instrumentenbaus, sondern auch ein wichtiges Kapitel der Militär- und Kulturgeschichte. Der gebrauchte Zustand des Instruments zeugt von seiner tatsächlichen Verwendung im Dienst und erhöht seinen historischen Wert als authentisches Zeitzeugnis.

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