Wehrmacht Heer Paar Kragenspiegel für Mannschaften Artillerie
Die Kragenspiegel der Wehrmacht stellten eines der wichtigsten Erkennungsmerkmale der deutschen Streitkräfte während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese Abzeichen dienten nicht nur der Identifikation der Truppengattung, sondern auch der Rangkennung innerhalb der militärischen Hierarchie.
Die hier beschriebenen Kragenspiegel für Mannschaften der Artillerie des Heeres repräsentieren ein typisches Beispiel der Uniformausstattung der einfachen Soldaten ohne Dienstgrad. Diese Ausführung mit Waffenfarbe für die Feldbluse ohne Tuchunterlage entspricht einer späteren Kriegsproduktion, bei der zunehmend Material eingespart werden musste.
Die Heeresdienstvorschrift (H.Dv.) 299 von 1937 regelte detailliert das Aussehen und Tragen der Uniformabzeichen. Für die Artillerie war die Waffenfarbe Hochrot festgelegt, die sich deutlich von anderen Waffengattungen abhob. Infanterie trug beispielsweise Weiß, Panzertruppen Rosa und Kavallerie Goldgelb.
Die Mannschaften – also Soldaten ohne Dienstgrad wie Schützen, Kanoniere, Fahrer und andere Grundränge – trugen im Gegensatz zu Unteroffizieren und Offizieren einfache Kragenspiegel ohne zusätzliche Rangabzeichen. Die Kragenspiegel bestanden aus einem rechteckigen Stück Stoff in der jeweiligen Waffenfarbe, das auf beiden Seiten des Kragens der Feldbluse angebracht wurde.
Die Feldbluse M36, eingeführt 1936, und ihre Nachfolgemodelle M40 und M43 bildeten die Grunduniform des Heeres. Die Kragenspiegel wurden paarweise symmetrisch auf den Kragenpatte getragen. Bei der hier beschriebenen Ausführung ohne Tuchunterlage handelt es sich um eine vereinfachte Variante, die ab etwa 1940/41 zunehmend Verwendung fand, als die Ressourcenknappheit die Vereinfachung militärischer Ausrüstung erzwang.
Die Artillerie der Wehrmacht umfasste verschiedene Einheiten: Feldartillerie, schwere Artillerie, Gebirgsartillerie und Küstenartillerie. Alle diese Einheiten trugen die gleiche Waffenfarbe Hochrot, unterschieden sich aber teilweise in anderen Abzeichen und Aufschlägen. Die Artillerie spielte während des Zweiten Weltkriegs eine entscheidende Rolle in der deutschen Kriegsführung und machte einen erheblichen Teil der Heeresstreitkräfte aus.
Die Herstellung von Kragenspiegeln erfolgte durch verschiedene Heeresbekleidungsämter und private Zulieferer. Die Qualität und Ausführung variierte im Laufe des Krieges erheblich. Frühe Exemplare zeigten oft hochwertige Verarbeitung mit sauberen Kanten und leuchtenden Farben. Spätere Kriegsproduktionen mussten zunehmend auf Ersatzmaterialien zurückgreifen und wiesen oft eine einfachere Verarbeitung auf.
Ungetragene Exemplare wie das hier beschriebene sind heute von besonderem historischem und sammlerischem Interesse, da sie den Originalzustand ohne Gebrauchsspuren bewahren. Sie ermöglichen es, die ursprüngliche Farbgebung und Verarbeitung zu studieren, die bei getragenen Stücken oft durch Witterungseinflüsse, Sonnenlicht und mechanische Beanspruchung verändert wurde.
Die Bedeutung solcher Uniformteile für die militärhistorische Forschung liegt in ihrer Fähigkeit, Aufschluss über Produktionsmethoden, Materialverwendung und organisatorische Strukturen der Wehrmacht zu geben. Sie sind stumme Zeugen einer Zeit, die das 20. Jahrhundert maßgeblich geprägt hat.