Allgemeine SS - Originalunterschrift von SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei Dr. Benno Martin, Polizeipräsident von Nürnberg-Fürth

auf einer Dankeskarte für die Glückwünsche zur Ernennung zum Höheren SS- und Polieziführer, datiert Nürnberg, Dezember 1942, mit Tintenunterschrift. Dazu ein Zeitungsausschnitt mit Portraitfoto. Zustand 2.
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Allgemeine SS - Originalunterschrift von SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei Dr. Benno Martin, Polizeipräsident von Nürnberg-Fürth

Die vorliegende Dankeskarte mit der Originalunterschrift von SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei Dr. Benno Martin aus dem Dezember 1942 stellt ein bedeutendes zeitgeschichtliches Dokument aus der nationalsozialistischen Ära dar. Sie dokumentiert die Ernennung Martins zum Höheren SS- und Polizeiführer (HSSPF), eine der mächtigsten Positionen im NS-Herrschaftsapparat.

Dr. Benno Martin (1893-1975) war eine zentrale Figur in der NS-Polizeistruktur. Seine Karriere begann in der bayerischen Polizei nach dem Ersten Weltkrieg. 1933 trat er der NSDAP bei und wurde 1935 zum Polizeipräsidenten von Nürnberg-Fürth ernannt, eine Position, die er bis Kriegsende innehatte. In Nürnberg, der “Stadt der Reichsparteitage”, spielte Martin eine wichtige Rolle bei der Organisation der jährlichen Parteiveranstaltungen und der Durchsetzung der nationalsozialistischen Politik.

Die Position des Höheren SS- und Polizeiführers wurde 1937 von Heinrich Himmler geschaffen, um die Kontrolle über alle Polizei- und SS-Einheiten in den verschiedenen Wehrkreisen zu zentralisieren. Die HSSPF unterstanden direkt dem Reichsführer-SS und waren mit umfassenden Befugnissen ausgestattet. Sie koordinierten die Zusammenarbeit zwischen der Ordnungspolizei, der Sicherheitspolizei (SD und Gestapo) sowie den Waffen-SS-Verbänden. Im Dezember 1942, zum Zeitpunkt von Martins Ernennung, befand sich das Deutsche Reich auf dem Höhepunkt seiner territorialen Ausdehnung, während sich gleichzeitig die militärische Lage an der Ostfront verschlechterte.

Die Dankeskarten für Glückwünsche zur Beförderung waren im Dritten Reich übliche Dokumente innerhalb der militärischen und politischen Hierarchie. Sie spiegeln die streng geregelte Etikette und das Protokoll wider, das in der NS-Führung herrschte. Solche Karten wurden typischerweise nach wichtigen Ernennungen oder Beförderungen verschickt, um Gratulanten für ihre Glückwünsche zu danken. Die Verwendung von Tintenunterschriften war dabei von besonderer Bedeutung, da sie die persönliche Authentizität des Dokuments garantierte, im Gegensatz zu Faksimile-Unterschriften oder Stempeln.

Die Kombination von SS-Rang und Polizeistellung war charakteristisch für die Verschmelzung von Partei- und Staatsstrukturen im NS-System. Die Doppelfunktion als SS-Gruppenführer (einem hohen SS-Rang, der einem Generalleutnant der Wehrmacht entsprach) und als Generalleutnant der Polizei verdeutlicht die parallelen Hierarchien, die das NS-Regime prägten. Diese Strukturen ermöglichten eine effektive Kontrolle über alle Sicherheitsapparate des Staates.

Der beigefügte Zeitungsausschnitt mit Portraitfoto war typisch für die Presseberichterstattung der damaligen Zeit. Ernennungen hochrangiger Funktionäre wurden regelmäßig in der kontrollierten Presse veröffentlicht, um die Stabilität und Stärke des Regimes zu demonstrieren. Die Pressefotografie spielte eine wichtige Rolle in der NS-Propaganda, wobei Portraits von Führungspersönlichkeiten sorgfältig inszeniert wurden.

Nach dem Krieg wurde Benno Martin zunächst interniert und im Rahmen der Entnazifizierung als “Hauptschuldiger” eingestuft, später jedoch zu einem “Belasteten” herabgestuft. Er verbüßte eine mehrjährige Haftstrafe und wurde 1950 aus der Haft entlassen. Martin starb 1975 in Nürnberg.

Solche Dokumente sind heute wichtige Quellen für die historische Forschung, da sie die Funktionsweise der NS-Hierarchie, die Karrierewege einzelner Funktionäre und die Verwaltungsstrukturen des Dritten Reiches dokumentieren. Sie ermöglichen Einblicke in die Personalpolitik der SS und Polizei sowie in die Rituale und Protokolle, die das NS-System prägten. Gleichzeitig werfen sie Fragen nach individueller Verantwortung und der Rolle einzelner Personen im nationalsozialistischen Unrechtsstaat auf.

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