Das " Grüne Korps, Köln " ( 26. Res.Korps ) - Verleihungsurkunde für das Langemarckkreuz + Steckkreuz

für einen Mann aus Göttingen - Weende, 12./234, ausgestellt Köln den 15.Oktober 1933, die Urkunde ist gelocht.
Anbei das dazugehörige Steckkreuz. Hohlgeprägt und versilbert, an Nadel, Zustand 2
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220,00

Das " Grüne Korps, Köln " ( 26. Res.Korps ) - Verleihungsurkunde für das Langemarckkreuz + Steckkreuz

Das Langemarckkreuz des Grünen Korps (26. Reserve-Korps)

Das Langemarckkreuz stellt ein bedeutendes Erinnerungszeichen der deutschen Militärgeschichte dar, das eng mit den tragischen Ereignissen des Ersten Weltkrieges und der nachfolgenden Verarbeitung dieser Erfahrungen in der Weimarer Republik und dem frühen Nationalsozialismus verbunden ist.

Historischer Hintergrund: Die Schlacht bei Langemarck

Die Schlacht bei Langemarck fand im Oktober und November 1914 in Flandern, Belgien, statt und wurde zu einem der symbolträchtigsten Ereignisse des Ersten Weltkrieges in der deutschen Erinnerungskultur. Zwischen dem 20. Oktober und dem 10. November 1914 kämpften hauptsächlich junge, kriegsfreiwillige Reservisten und Studenten in der Ersten Flandernschlacht. Das 26. Reserve-Korps, auch als "Grünes Korps“ bekannt, spielte in diesen Kämpfen eine zentrale Rolle.

Der Mythos besagt, dass junge deutsche Soldaten mit dem Deutschlandlied auf den Lippen in den Tod stürmten. Während diese Darstellung stark romantisiert und propagandistisch überhöht wurde, waren die tatsächlichen Verluste verheerend: Tausende junger Männer fielen in den aussichtslosen Angriffen gegen gut befestigte alliierte Stellungen.

Das 26. Reserve-Korps ("Grünes Korps“)

Das 26. Reserve-Korps wurde im August 1914 mobilisiert und bestand hauptsächlich aus Freiwilligen und Reservisten aus dem Rheinland, insbesondere aus dem Raum Köln. Die Bezeichnung "Grünes Korps“ bezog sich vermutlich auf die grüne Farbe der Waffenröcke oder auf die "grünen“, also unerfahrenen Soldaten. Das Korps erlitt bei Langemarck schwere Verluste und wurde in der deutschen Kriegspropaganda als Symbol für Opferbereitschaft und Idealismus instrumentalisiert.

Das Langemarckkreuz als Erinnerungszeichen

In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg gründeten Veteranen verschiedener Einheiten Traditionsverbände. Das Langemarckkreuz des Grünen Korps wurde vom Traditionsverband des ehemaligen 26. Reserve-Korps gestiftet. Die Verleihung erfolgte an ehemalige Angehörige des Korps, die an den Kämpfen bei Langemarck teilgenommen hatten.

Das hier beschriebene Exemplar wurde am 15. Oktober 1933 in Köln verliehen, also bereits nach der nationalsozialistischen Machtübernahme. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Langemarck-Mythos verstärkt für die NS-Propaganda instrumentalisiert, um Opferbereitschaft und bedingungslosen Gehorsam zu glorifizieren.

Beschreibung des Objekts

Das Set besteht aus zwei Komponenten: der Verleihungsurkunde und dem zugehörigen Steckkreuz. Die Urkunde wurde für einen Mann aus Göttingen-Weende ausgestellt, der der 12. Kompanie des Infanterie-Regiments 234 angehörte. Die Lochung der Urkunde deutet auf eine Archivierung oder Ablage in Aktenordnern hin, was bei militärischen Dokumenten üblich war.

Das Steckkreuz selbst ist hohlgeprägt und versilbert, eine typische Herstellungstechnik für Ehrenzeichen dieser Zeit. Die Hohlprägung ermöglichte eine kostengünstige Massenproduktion bei gleichzeitig ansprechendem Erscheinungsbild. Die Befestigung erfolgte mittels einer Nadel, was das Tragen an der Zivilkleidung ermöglichte.

Der Empfänger

Der Empfänger aus Göttingen-Weende diente im Infanterie-Regiment 234, einem württembergischen Reserveregiment, das zum 26. Reserve-Korps gehörte. Die 12. Kompanie war eine typische Infanterieeinheit der Regimentsstruktur. Die Verleihung fast 19 Jahre nach den Ereignissen zeigt die anhaltende Bedeutung dieser Kämpfe für die Veteranengemeinschaft.

Historische Einordnung

Das Langemarckkreuz ist ein Beispiel für die zahlreichen nicht-staatlichen Ehrenzeichen und Traditionsabzeichen, die in der Zwischenkriegszeit von Veteranenverbänden gestiftet wurden. Anders als staatliche Auszeichnungen wie das Eiserne Kreuz waren diese Zeichen Ausdruck kameradschaftlicher Verbundenheit und kollektiver Erinnerung.

Die Verleihung im Jahr 1933 fällt in eine Zeit des politischen Umbruchs. Die Nationalsozialisten nutzten den Langemarck-Mythos intensiv für ihre Propaganda, besonders für die Indoktrinierung der Jugend. Der "Langemarck-Geist“ wurde als Vorbild für bedingungslose Hingabe an das "Vaterland“ propagiert.

Sammlerwert und historische Bedeutung

Heute sind solche Ensembles aus Urkunde und Abzeichen wichtige Zeugnisse der deutschen Militär- und Erinnerungsgeschichte. Sie dokumentieren sowohl die tatsächlichen Ereignisse des Ersten Weltkrieges als auch deren spätere Interpretation und Instrumentalisierung. Der gute Erhaltungszustand (Zustand 2) macht dieses Set besonders wertvoll für die historische Forschung und Sammler militärhistorischer Objekte.

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