Elastolin - Heer 2 Offiziere im Marsch

7,5 cm, Zustand 2.
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25,00

Elastolin - Heer 2 Offiziere im Marsch

Die Elastolin-Figuren zweier marschierender Heeresoffiziere repräsentieren ein faszinierendes Kapitel der deutschen Spielzeuggeschichte und militärischen Miniaturkunst des 20. Jahrhunderts. Diese 7,5 cm großen Figuren wurden von der Firma O. & M. Hausser in Ludwigsburg hergestellt, einem der bedeutendsten deutschen Spielzeughersteller, der für seine innovativen Kompositionsmaterialien weltberühmt wurde.

Die Geschichte von Elastolin begann in den 1870er Jahren, als die Brüder Otto und Max Hausser ihre Firma gründeten. Der Durchbruch kam jedoch erst in den 1920er und 1930er Jahren, als sie ein spezielles Material namens “Elastolin” entwickelten. Diese Masse bestand aus einer Mischung von Kasein, Kreide, Glycerin, Leim und anderen Bestandteilen, die auf Drahtgestelle modelliert wurde. Das Material war leichter und weniger zerbrechlich als die traditionellen Bleisoldaten und ermöglichte detailliertere Modellierungen.

Die hier beschriebenen zwei Offiziere im Marsch gehören zur Kategorie der Heeresdarstellungen, die einen wesentlichen Teil der Elastolin-Produktion ausmachten. Die Figuren im Maßstab 7,5 cm gehörten zur Standardgröße der Hausser-Produktion und wurden in großen Mengen von den 1920er bis in die frühen 1940er Jahre hergestellt. Die Darstellung marschierender Offiziere war besonders beliebt, da sie sowohl militärische Disziplin als auch die hierarchische Struktur des deutschen Heeres widerspiegelte.

Die Uniformdarstellungen bei Elastolin-Figuren waren bemerkenswert detailgetreu. Die Offiziersuniformen der Wehrmacht oder der Reichswehr, je nach Produktionszeitraum, wurden mit großer Sorgfalt nachgebildet. Dies umfasste typischerweise die charakteristische feldgraue Uniform, Rangabzeichen, Schulterstücke und die entsprechende Kopfbedeckung. Die Handbemalung dieser Figuren erfolgte durch spezialisierte Arbeiterinnen in den Hausser-Werken, die für ihre Präzision bekannt waren.

Der Zustand 2 dieser Figuren deutet auf ein sehr gut erhaltenes Exemplar hin, bei dem die Bemalung weitgehend intakt ist und nur minimale Gebrauchsspuren vorliegen. Dies ist bemerkenswert, da diese Spielzeugfiguren tatsächlich zum Spielen gedacht waren und viele im Laufe der Jahrzehnte beschädigt wurden oder verloren gingen.

Die historische Bedeutung solcher Figuren geht über ihren Spielzeugcharakter hinaus. Sie dokumentieren die militärische Ästhetik und gesellschaftliche Militarisierung im Deutschland der Zwischenkriegszeit und der NS-Ära. Elastolin produzierte nicht nur einfache Spielzeuge, sondern auch detaillierte militärische Dioramen, die bei Sammlern und in bürgerlichen Haushalten gleichermaßen beliebt waren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Firma Hausser ihre Produktion umstellen. Die Alliierten verboten zunächst die Herstellung militärischer Spielzeuge, weshalb das Unternehmen auf zivile Themen umschwenkte. Später, als die Beschränkungen gelockert wurden, nahm man die Produktion von Soldatenfiguren wieder auf, konzentrierte sich aber zunehmend auf historische und internationale Themen.

Heute sind diese Elastolin-Figuren begehrte Sammlerobjekte. Ihre historische Authentizität, die handwerkliche Qualität und ihre Rolle als Zeitdokumente machen sie zu wertvollen Objekten für Militaria-Sammler und Spielzeughistoriker. Die Firma Hausser selbst stellte 1984 die Produktion ein, was die noch existierenden Figuren noch wertvoller macht.