Henschel Flugzeugwerke nichttragbare Erinnerungsmedaille zum 10 jährigen Bestehen 1943

Erinnerungsmedaille aus Aluminium geprägt, Durchmesser 40 mm. Vorderseite Firmenemblem mit Umschrift "Henschel Flugzeug Werke AG - 30. März 1933 - 1943", Rückseite Eichenlaub/Lorbeerkranz mit Hakenkreuz "Der wahre Sozialismus aber ist die Lehre von der härtesten Pflichterfüllung- Adolf Hitler". Zustand 2.
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220,00

Henschel Flugzeugwerke nichttragbare Erinnerungsmedaille zum 10 jährigen Bestehen 1943

Die Erinnerungsmedaille der Henschel Flugzeugwerke AG von 1943 repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Rüstungsindustrie während des Zweiten Weltkrieges. Diese Aluminiummedaille wurde zur Feier des zehnjährigen Bestehens der Flugzeugsparte des traditionsreichen Unternehmens Henschel ausgegeben, das zu den bedeutendsten deutschen Rüstungsproduzenten der NS-Zeit gehörte.

Die Henschel & Sohn GmbH war ursprünglich ein 1810 in Kassel gegründetes Unternehmen, das sich zunächst auf Lokomotivbau spezialisierte. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 und der massiven Aufrüstung der Wehrmacht expandierte Henschel in die Flugzeugproduktion. Am 30. März 1933 wurde die Henschel Flugzeugwerke AG als eigenständige Sparte gegründet, was auf der Vorderseite der Medaille dokumentiert ist.

Die Produktion von Militärflugzeugen wurde für Henschel schnell zu einem zentralen Geschäftsfeld. Das Unternehmen entwickelte und fertigte verschiedene Flugzeugtypen, darunter den berühmten Sturzkampfbomber Henschel Hs 123, den Schlachtflieger Hs 129 und vor allem die Henschel Hs 293, eine der ersten funkgelenkten Gleitbomben der Welt. Diese technologischen Innovationen machten Henschel zu einem wichtigen Akteur in der deutschen Luftrüstung.

Die Medaille selbst besteht aus Aluminium, einem Material, das während des Krieges aufgrund seiner Bedeutung für die Flugzeugproduktion streng rationiert war. Die Wahl dieses Materials für eine Erinnerungsmedaille ist symbolträchtig und unterstreicht die Verbindung zum Flugzeugbau. Mit einem Durchmesser von 40 Millimetern entspricht sie den gängigen Formaten für Firmen- und Erinnerungsmedaillen jener Epoche.

Besonders bemerkenswert ist die Rückseiteninschrift mit dem Adolf-Hitler-Zitat: “Der wahre Sozialismus aber ist die Lehre von der härtesten Pflichterfüllung”. Dieses Zitat spiegelt die nationalsozialistische Ideologie der Volksgemeinschaft und des bedingungslosen Einsatzes für das Regime wider. Die Verwendung solcher Propagandasprüche auf Firmenmedaillen war im Dritten Reich üblich und demonstrierte die enge Verflechtung von Wirtschaft und NS-Ideologie. Der umrahmende Eichen- und Lorbeerkranz sowie das Hakenkreuz sind typische nationalsozialistische Symbole, die Stärke, Sieg und die Herrschaft des Regimes symbolisierten.

Das Jahr 1943, in dem diese Medaille ausgegeben wurde, markiert einen Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg. Nach der Niederlage von Stalingrad im Februar 1943 und der zunehmenden alliierten Bombenangriffe auf deutsche Industrieanlagen befand sich das Deutsche Reich bereits in einer defensiven Position. Dennoch wurde die Rüstungsproduktion unter Reichsminister Albert Speer massiv intensiviert. Henschel spielte in dieser Phase der “totalen Mobilmachung” eine zentrale Rolle.

Solche Jubiläumsmedaillen wurden typischerweise an verdiente Mitarbeiter, leitende Angestellte und wichtige Geschäftspartner verliehen. Sie dienten der Motivation der Belegschaft und der Demonstration von Betriebstreue in einer Zeit, in der die Arbeitskräfte unter enormem Druck standen. Die Bezeichnung “nichttragbar” bedeutet, dass diese Medaille nicht als Orden an der Uniform getragen wurde, sondern als Erinnerungsstück in einer Schatulle oder als Tischmedaille aufbewahrt werden sollte.

Die Produktion bei Henschel stützte sich während des Krieges zunehmend auf Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Wie viele deutsche Rüstungsunternehmen war Henschel in das verbrecherische System der Zwangsarbeit eingebunden, was die dunkle Seite dieser scheinbar harmlosen Erinnerungsmedaille offenbart.

Nach Kriegsende wurde die Flugzeugproduktion bei Henschel eingestellt, und das Unternehmen konzentrierte sich wieder auf den Fahrzeug- und Maschinenbau. Heute sind solche Medaillen wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Unternehmenskultur, Propaganda und wirtschaftliche Organisation des NS-Regimes geben. Sie sind Sammlerobjekte von militärhistorischem Interesse, die jedoch stets im Kontext der verbrecherischen Diktatur betrachtet werden müssen, in der sie entstanden.