Kriegsmarine Afrikakorps Tropenhelm

Korkausführung, mit sandfarbenen Leinen bezogen, komplett mit beiden Emblemen der Kriegsmarine, Adlerschild and Nationalwappen aus Buntmetall, mit Kinnriemen. Schweißleder innen gestempelt mit:"7-42".
Innen mit dem typischen grünem Futter der Kriegsmarine mit Fundusstempel "W.u.E.Oelschläger Berlin". Größe ca. 55. leicht getragenes Stück, sehr selten, Zustand 2.
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Kriegsmarine Tropenhelm (Modell M1940) – Ein seltenes Ausrüstungsstück aus dem Nordafrikafeldzug

Der hier vorgestellte Kriegsmarine Tropenhelm gehört zu den seltensten und begehrtesten Ausrüstungsgegenständen der deutschen Wehrmacht aus dem Zweiten Weltkrieg. Als Kopfbedeckung für den Einsatz in tropischen und subtropischen Klimazonen konzipiert, steht dieses Stück exemplarisch für die hastige, aber durchdachte Entwicklung tropischer Ausrüstung, die Ende 1940 in Vorbereitung auf den bevorstehenden Einsatz deutscher Truppen in Nordafrika angestoßen wurde.

Historischer Hintergrund: Der Weg nach Nordafrika

Ende 1940, als Deutschlands Eintritt in den nordafrikanischen Feldzug unmittelbar bevorstand, wurden in großer Eile tropische Uniformen, Kopfbedeckungen und Ausrüstungsgegenstände entwickelt und produziert. Die Konzeption der DAK-Tropenuniform wurde bereits im Juli 1940 vom Tropeninstitut der Universität Hamburg übernommen. Die Produktion erreichte bis Dezember 1940 ein optimales Niveau, um die Truppen des Deutschen Afrika Korps (DAK) rechtzeitig für deren Ankunft in Tripolis im Februar 1941 auszustatten.

Der Tropenhelm selbst basierte auf früheren Konstruktionen der Kriegsmarine und war deutlich von den britischen Wolseley-Helmmustern beeinflusst – ein bemerkenswertes Detail, das die Übernahme bewährter kolonialer Kopfbedeckungsformen durch die deutsche Seite dokumentiert.

Konstruktion und Besonderheiten

Der Helm weist die für diesen Typ charakteristische Konstruktion auf: einen Korkkern, der mit sandfarbenem Leinen bezogen ist. Er verfügt über eine breite Krempe mit verlängertem Schirm sowie Ventilationslöcher an der Helmkrone, die für eine ausreichende Luftzirkulation sorgen sollten. Die Ausstattung umfasst einen Lederkinnriemen sowie ein Schweißlederband im Inneren.

Besonders kennzeichnend für die Kriegsmarine-Variante ist das grüne Innenfutter, das diese Ausführung deutlich von den Helmen des Heeres unterscheidet, welche ein rotes Innenfutter aufwiesen. Diese farbliche Unterscheidung war ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal der jeweiligen Teilstreitkraft.

Die beiden schildförmigen Metallabzeichen aus Buntmetall – der Adlerschild der Kriegsmarine auf der einen Seite und das Nationalwappen (Reichsschild in den Nationalfarben) auf der anderen – waren ein weiteres Unterscheidungsmerkmal. Die Kriegsmarine-Adlerinsignien wiesen ein vertieftes Design ohne erhabene Außenkanten auf und unterschieden sich damit gestalterisch von den Abzeichen des Heeres.

Varianten und Muster

Der Tropenhelm existierte in zwei Hauptmustern: Das erste Muster, das Ende 1940 beziehungsweise Anfang 1941 eingeführt wurde, besaß einen Korkkern mit einem Bezug aus Baumwollköper. Das zweite Muster, das ab 1942 in Produktion ging, wies stattdessen einen Bezug aus Filz auf. Neben der Kriegsmarine erhielten auch Heer und Luftwaffe eigene Varianten, die sich jeweils durch unterschiedliche Insignien und Innenfutterfarben voneinander abgrenzten.

Einsatz und Praxistauglichkeit

Der Tropenhelm wurde an Angehörige der Kriegsmarine ausgegeben, die in Nordafrika, Südeuropa und anderen tropischen oder warmen Klimaregionen eingesetzt waren. Während der Sommermonate fand er auch auf dem südeuropäischen Festland Verwendung.

In der Praxis erwies sich der Helm jedoch als unbeliebt. Seine sperrige Form und die Schwierigkeit, ihn bei Nichtgebrauch zu verstauen, führten dazu, dass viele Soldaten ihn trotz des gebotenen Sonnenschutzes ablehnten. Zahlreiche Truppen bevorzugten stattdessen die tropische Feldmütze oder den Stahlhelm, und es kam häufig vor, dass Tropenhelme von ihren Trägern absichtlich “verlegt” wurden. Diese mangelnde Akzeptanz war ein wesentlicher Faktor dafür, dass die Produktion zwischen 1942 und 1943 eingestellt wurde.

Datierung und Herstellung

Das vorliegende Exemplar trägt im Schweißleder die Stempelung “7-42”, was auf eine Fertigung im Juli 1942 hindeutet. Damit wurde dieser Helm gegen Ende der Produktionsperiode hergestellt. Der Innenbereich weist den Fundusstempel “W.u.E. Oelschläger Berlin” auf. Zu den weiteren bekannten Herstellern von Tropenhelmen zählten C. Pose (Wehrausrüstungen Berlin), Johann Hückels Söhne (JHS), Mayser Hutfabrik sowie Gustav Brehmer für die Insignienkomponenten.

Sammlerwert und Einordnung

Nach der Einstellung der Produktion wurden vorhandene Tropenhelme weiterhin von deutschen Streitkräften in Südeuropa und im Mittelmeerraum getragen, sofern sie verfügbar waren. Nach der deutschen Niederlage in Nordafrika im Mai 1943 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurden überlebende Exemplare zu begehrten militärischen Sammlerstücken. Originale Kriegsmarine-Tropenhelme mit vollständigen Originalabzeichen, Herstellermarkierungen und dem charakteristischen grünen Innenfutter gelten heute als seltene Sammelobjekte von besonderem historischem Wert. Die Größe 55 dieses Exemplars entspricht einem eher kleinen Kopfumfang, was die Seltenheit des Stücks zusätzlich unterstreichen dürfte.