NSDAP - Kreistreffen der NSDAP Herford 23./24.5.1938
Das NSDAP-Kreistreffen in Herford am 23. und 24. Mai 1938 repräsentiert ein typisches Beispiel der zahllosen Parteiveranstaltungen, die während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland stattfanden. Solche Kreisversammlungen dienten der Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) als wichtige Instrumente zur Festigung ihrer Macht und zur Demonstration ihrer allgegenwärtigen Präsenz im öffentlichen Leben.
Das hier beschriebene Eisenblechabzeichen ist ein charakteristisches Erinnerungsstück dieser Epoche. Diese Abzeichen wurden in großen Stückzahlen für verschiedene Parteiveranstaltungen hergestellt und an Teilnehmer, Funktionäre und Unterstützer ausgegeben. Die Verwendung von Eisenblech als Material war in dieser Zeit weit verbreitet, da es kostengünstig in der Herstellung und dennoch haltbar genug für den vorgesehenen Zweck war.
Herford, eine Stadt in Ostwestfalen, war wie alle deutschen Städte in der NS-Zeit in verschiedene Verwaltungseinheiten der Partei untergliedert. Der Begriff Kreis bezeichnete dabei eine mittlere Verwaltungsebene innerhalb der hierarchischen Struktur der NSDAP. Jeder Kreis hatte seinen eigenen Kreisleiter, der direkt dem Gauleiter unterstand und für die Durchführung der Parteipolitik auf lokaler Ebene verantwortlich war.
Das Jahr 1938 war ein bedeutsames Jahr in der Geschichte des Nationalsozialismus. Es war das Jahr des Anschlusses Österreichs im März und stand im Vorzeichen der zunehmenden außenpolitischen Aggression des Regimes. Im Inland intensivierte die NSDAP ihre Kontrolle über alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Parteiveranstaltungen wie das Kreistreffen in Herford dienten mehreren Zwecken: Sie waren Gelegenheiten zur politischen Schulung der Mitglieder, zur Demonstration der Macht der Bewegung und zur Stärkung der Bindung zwischen Führung und Basis.
Solche Kreisversammlungen folgten einem standardisierten Ablauf: Aufmärsche, Fahnenappelle, Reden lokaler und manchmal auch höherer Parteifunktionäre, kulturelle Darbietungen und gesellschaftliche Zusammenkünfte. Die Veranstaltungen waren sorgfältig choreographiert und sollten ein Gefühl der Gemeinschaft und der unbedingten Loyalität zum Regime erzeugen.
Die Herstellung und Verteilung von Veranstaltungsabzeichen war ein wichtiger Bestandteil der NS-Propaganda. Diese Abzeichen dienten nicht nur als Eintrittsberechtigung oder Erinnerungsstück, sondern auch als sichtbares Zeichen der Teilnahme und Unterstützung. Das Tragen solcher Abzeichen demonstrierte öffentlich die Verbundenheit mit der Partei und ihren Zielen. Die Abzeichen wurden oft mit spezifischen Symbolen, Daten und Ortsangaben versehen, die sie zu einzigartigen Dokumenten der lokalen Parteigeschichte machten.
Die technische Ausführung als Nadel-Abzeichen entsprach dem damaligen Standard. Die einfache Nadelkonstruktion ermöglichte es, das Abzeichen an der Kleidung zu befestigen, was besonders bei Uniformen und Zivilkleidung üblich war. Die Produktion solcher Abzeichen erfolgte durch zahlreiche Hersteller im gesamten Reich, die sich auf die Fertigung von NS-Devotionalien spezialisiert hatten.
Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige historische Quellen für die Erforschung des Alltags im Nationalsozialismus. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die Parteiorganisation und zeigen die Mechanismen der Massenmobilisierung und -kontrolle. Gleichzeitig sind sie Mahnmale einer dunklen Periode deutscher Geschichte und erinnern an die Gefahren totalitärer Systeme.
Die Bewahrung solcher Objekte in Museen und Sammlungen dient ausschließlich wissenschaftlichen und aufklärerischen Zwecken. Sie helfen, die Methoden der NS-Propaganda und die Organisation des Regimes zu verstehen und tragen zur historischen Bildung bei. Der Handel mit solchen Objekten unterliegt in Deutschland strengen gesetzlichen Regelungen, die sicherstellen sollen, dass sie nicht zur Verherrlichung des Nationalsozialismus missbraucht werden.