Preußen Eigentums-Troddel für einen Angehörigen einer 13 Kompanie (MG-Kompanie) .
Die preußische Eigentums-Troddel für Angehörige der 13. Kompanie (Maschinengewehr-Kompanie) repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der militärischen Identifikationssysteme des Deutschen Kaiserreichs in seiner letzten Phase vor dem Ersten Weltkrieg. Diese privat erworbenen Quasten, die von Mannschaften der kaiserlichen Armee getragen wurden, dokumentieren sowohl die organisatorische Modernisierung der deutschen Infanterie als auch die Bedeutung persönlicher Ausrüstungsgegenstände im militärischen Alltag der Epoche zwischen 1912 und 1918.
Das preußische Farbfolgesystem, das durch die Allerhöchste Kabinetts-Order vom 8. Mai 1818 etabliert wurde, bildete die Grundlage für die Farbkodierung dieser Troddeln und blieb bis 1918/19 in Kraft. Die hier vorliegende Farbkombination weiß/blau/weiß identifizierte den Träger eindeutig als Angehörigen der 13. Kompanie gemäß der preußischen Farbsequenz, in der weiß die Position 1, rot die Position 2, gelb die Position 3 und blau die Position 4 repräsentierte. Der blaue Stengel deutete auf die vierte Bataillonsposition hin, während der weiße Kranz die erste Position innerhalb dieser organisatorischen Ebene anzeigte.
Die Bezeichnung als Eigentumsstück unterscheidet diese Troddel fundamental von den dienstlich ausgegebenen Standardversionen. Diese privat erworbenen Quasten wurden von verschiedenen kommerziellen Zulieferern hergestellt und von Soldaten individuell erworben, um sie mit ihren Extra-Seitengewehren zu tragen – den Ausgeh- und Paradebajonnetten für besondere Anlässe. Die Qualität dieser Eigentumsstücke übertraf typischerweise die der Dienstausgabe erheblich, mit besseren Materialien und sorgfältigerer Verarbeitung, oft mit verchromten Metallteilen und polierter Ausführung.
Die Einführung der 13. Kompanie als Maschinengewehr-Kompanie erfolgte in den Jahren 1912 bis 1913, als die preußischen Infanterieregimenter ihre MG-Kompanien erhielten. Jedes Regiment wurde mit einer solchen Einheit ausgestattet, was bis 1913 insgesamt 233 MG-Kompanien für die Infanterie bedeutete. Diese organisatorische Neuerung spiegelte die wachsende Bedeutung automatischer Waffen in der modernen Kriegsführung wider, insbesondere des Maschinengewehrs 08. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 verfügte Deutschland über 348 MG-Kompanien und -Abteilungen unter Waffen.
Die Troddel selbst erfüllte sowohl praktische als auch identifikatorische Funktionen. Ursprünglich sollte sie verhindern, dass Waffen im Kampf fallengelassen wurden, entwickelte sich aber zu einem wichtigen Erkennungszeichen für Kompanie- und Bataillonszugehörigkeit. Die Quaste wurde am Bajonettschuh befestigt und um den Griff des Seitengewehrs gewickelt. Während Mannschaften und niedere Unteroffiziere kompanienfarbig kodierte Troddeln trugen, verwendeten höhere Unteroffiziere ab dem Rang des Vizefeldwebels Portepees in Nationalfarben.
Während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) spielten die Maschinengewehr-Kompanien eine zunehmend wichtige taktische Rolle. Die charakteristische blau-weiße Troddelkennzeichnung blieb auch im Feld sichtbar und diente der schnellen Identifikation von MG-Kompanie-Angehörigen.
Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs 1918 wurde das preußische farbkodierte Troddelsystem modifiziert. Von 1919 bis 1945 trugen Unteroffiziere und höhere Mannschaftsdienstgrade in Reichswehr und Wehrmacht Troddeln in Grün und Silber anstelle der Kompaniefarben. Das Portepee fand nach dem Zweiten Weltkrieg weder in der Bundeswehr noch in der Nationalen Volksarmee Verwendung. Originale Troddeln aus der Kaiserzeit werden heute als Militaria gesammelt, wobei Eigentumsstücke aufgrund ihrer überlegenen Qualität und oft besseren Erhaltung besonders gesucht sind.
Diese Troddel dokumentiert somit nicht nur die militärische Organisation des Kaiserreichs, sondern auch die persönliche Investition der Soldaten in ihre Ausrüstung und die Bedeutung visueller Identifikationssysteme in den letzten Jahren der preußischen Militärtradition.