Wehrmacht schwarzes Schiffchen für Mannschaften der Panzertruppe (H.W Bachmanns)

Kammerstück, schwarzes Tuch, mit Bevo-gewebten Schiffchenadler und Kokarde (Ausführung in Grün), 1 Lüftungsloch fehlt. Innen mit braunem Tuchfutter und Herstellerstempel "H.W.Bachmanns Wws Arnstadt E 40", und Größenangabe "58". Zustand 2-3.
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2.000,00

Wehrmacht schwarzes Schiffchen für Mannschaften der Panzertruppe (H.W Bachmanns)

Das schwarze Schiffchen der Wehrmacht-Panzertruppe stellt ein charakteristisches Beispiel der Uniformkopfbedeckungen dar, die während des Zweiten Weltkriegs von den Mannschaften der deutschen Panzerwaffe getragen wurden. Dieses spezifische Exemplar, hergestellt von H.W. Bachmanns in Arnstadt im Jahr 1940, dokumentiert die standardisierten Produktionsverfahren und Qualitätsstandards der deutschen Rüstungsindustrie jener Zeit.

Die Panzertruppe der Wehrmacht bildete ab 1935 einen eigenständigen Truppenteil innerhalb des deutschen Heeres. Nach der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht und dem offenen Bruch mit den Versailler Vertragsbestimmungen entwickelte sich die Panzerwaffe zu einer zentralen Komponente der deutschen Militärstrategie. Die schwarze Uniform der Panzertruppen hatte dabei sowohl praktische als auch symbolische Bedeutung: Die dunkle Färbung sollte Ölflecken und Verschmutzungen kaschieren, die bei der Arbeit mit gepanzerten Fahrzeugen unvermeidlich waren.

Das Schiffchen (auch als Lagermütze oder Feldmütze bezeichnet) entwickelte sich aus den Kopfbedeckungen des Ersten Weltkriegs und wurde in den 1930er Jahren standardisiert. Die charakteristische Form ermöglichte ein einfaches Zusammenfalten und Verstauen in der Tasche oder unter der Schulterklappe. Für die Panzertruppe wurde das Schiffchen aus schwarzem Tuch gefertigt, im Gegensatz zu den feldgrauen Versionen anderer Wehrmachtsteile.

Die Bevo-gewebten Embleme – der Hoheitsadler und die Kokarde – repräsentieren eine fortschrittliche Textiltechnologie der damaligen Zeit. Die Bevo-Weberei (Barmer Bandfabrik Voigt & Co.) entwickelte ein spezielles Verfahren zur maschinellen Herstellung von Uniformabzeichen, das eine kostengünstige Massenproduktion bei gleichbleibender Qualität ermöglichte. Die grüne Ausführung der Embleme war für Mannschaftsdienstgrade charakteristisch, während Unteroffiziere und Offiziere silberne oder aluminiumbeschichtete Abzeichen trugen.

Der Herstellerstempel “H.W. Bachmanns Wws Arnstadt E 40” liefert wichtige Informationen über die Produktionskette. Die Abkürzung “Wws” steht für “Witwe” (Witwe), was darauf hindeutet, dass die Firma nach dem Tod des Gründers von seiner Witwe weitergeführt wurde. Die Bezeichnung “E 40” entspricht dem Erfassungscode des Heeresbekleidungsamtes und datiert die Herstellung auf das Jahr 1940. Arnstadt in Thüringen war ein wichtiger Standort für die Textil- und Bekleidungsindustrie.

Die Größenangabe 58 entspricht dem deutschen Kopfumfangssystem in Zentimetern und deutet auf einen Träger mit einem Kopfumfang von 58 cm hin – eine durchschnittliche Größe für erwachsene Männer. Das braune Tuchfutter im Inneren diente dem Tragekomfort und der Schweißabsorption.

Die Lüftungslöcher, von denen bei diesem Exemplar eines fehlt, waren ein praktisches Detail zur Luftzirkulation. Sie wurden typischerweise beidseitig angebracht und mit kleinen Metallösen verstärkt. Das Fehlen eines Lüftungslochs kann auf Kampfschäden, Verschleiß oder nachträgliche Reparaturen hindeuten.

Die Uniformierung der Panzertruppe wurde durch verschiedene Heeresbekleidungsvorschriften geregelt, insbesondere die H.V. 1938 (Heeresverordnungsblatt). Diese Vorschriften definierten exakt Material, Farbe, Schnitt und die Position der Embleme. Die schwarze Panzeruniform blieb während des gesamten Krieges weitgehend unverändert, obwohl materialbedingte Qualitätsverschlechterungen ab 1943 zunehmend sichtbar wurden.

Aus militärhistorischer Perspektive dokumentiert dieses Schiffchen die Materialisierung der nationalsozialistischen Militärideologie. Die Symbolik – der Hoheitsadler mit Hakenkreuz und die schwarz-weiß-rote Kokarde – verband traditionelle preußisch-deutsche Militärsymbolik mit den Machtsymbolen des NS-Regimes. Gleichzeitig spiegelt das Objekt die industrielle Kriegsvorbereitung wider, die bereits 1940 auf Hochtouren lief.

Die Erhaltung solcher Uniformstücke ist für die historische Forschung von erheblicher Bedeutung. Sie ermöglichen Erkenntnisse über Produktionstechniken, Materialverwendung, Tragegewohnheiten und die Alltagsrealität von Soldaten. Der angegebene Zustand 2-3 deutet auf ein getragenes, aber weitgehend vollständiges Exemplar hin, das authentische Gebrauchsspuren aufweist.

Zusammenfassend repräsentiert dieses schwarze Schiffchen der Panzertruppe ein authentisches Zeugnis der deutschen Militärgeschichte zwischen 1935 und 1945. Es dokumentiert sowohl die technische Entwicklung der Uniformherstellung als auch die spezifische Identität der Panzertruppe innerhalb der Wehrmacht. Als Sammlungs- und Studienobjekt trägt es zum Verständnis der materiellen Kultur des Zweiten Weltkriegs bei und mahnt zugleich zur kritischen Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte.