Allgemeines Sturmabzeichen
Das Allgemeine Sturmabzeichen gehört zu den bedeutendsten Kampfauszeichnungen der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Diese Auszeichnung wurde am 1. Juni 1940 durch Adolf Hitler als Oberster Befehlshaber der Wehrmacht gestiftet und sollte die Tapferkeit von Soldaten würdigen, die nicht unter die spezifischen Verleihungskriterien des Infanterie-Sturmabzeichens fielen.
Die Schaffung des Allgemeinen Sturmabzeichens erfolgte in Ergänzung zum bereits am 20. Dezember 1939 eingeführten Infanterie-Sturmabzeichen. Während letzteres ausschließlich an Angehörige der Infanterie- und Gebirgstruppen verliehen wurde, war das Allgemeine Sturmabzeichen für Soldaten anderer Waffengattungen bestimmt, die an Nahkampfhandlungen und Sturmangriffen teilgenommen hatten. Dazu gehörten Angehörige der Pioniere, Panzerjäger, Artillerie, Nachrichtentruppen und anderer Spezialtruppen.
Die Verleihungskriterien waren klar definiert: Der Soldat musste an mindestens drei verschiedenen Sturmangriffstagen oder Nahkampfhandlungen an vorderster Front teilgenommen haben. Alternativ konnte die Auszeichnung auch für besondere Tapferkeit während eines einzelnen Kampfeinsatzes verliehen werden. Die Entscheidung über die Verleihung lag beim Divisionskommandeur oder höheren Vorgesetzten.
Das Design des Abzeichens zeigt einen ovalen Eichenlaubkranz, in dessen Mitte sich ein stilisiertes Modell 24 Stielhandgranate mit dem damaligen Hoheitsadler und Hakenkreuz befindet. Das Abzeichen wurde in verschiedenen Materialien und Fertigungsverfahren hergestellt. Die hier beschriebene Variante aus Feinzink versilbert repräsentiert eine typische Produktionsform, die besonders in den späteren Kriegsjahren aufgrund von Materialknappheit häufiger wurde.
Die Herstellung erfolgte durch zahlreiche autorisierte Hersteller, die ihre Produkte mit verschiedenen Herstellermarken kennzeichneten. Zu den bekannten Produzenten gehörten Firmen wie Friedrich Linden aus Lüdenscheid, Josef Feix & Söhne aus Gablonz und viele weitere Betriebe im Deutschen Reich. Die Qualität und Ausführung variierten je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt erheblich.
Die Tragweise des Allgemeinen Sturmabzeichens war in der Uniform-Verordnung genau festgelegt. Es wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb der Ordensspange und über der Brusttasche. Das Abzeichen wurde mittels einer Nadel oder Schraubscheibe auf der Rückseite befestigt.
Im Verlauf des Krieges wurden weitere Stufen dieser Auszeichnung eingeführt. Am 18. März 1943 wurden die höheren Grade in Bronze, Silber und Gold geschaffen, um Soldaten auszuzeichnen, die an 25, 50 oder 100 Nahkampftagen teilgenommen hatten. Diese Abstufungen unterstrichen die zunehmende Intensität der Kämpfe an der Ostfront und anderen Kriegsschauplätzen.
Die historische Bedeutung des Allgemeinen Sturmabzeichens liegt in seiner weiten Verbreitung unter den verschiedensten Truppengattungen. Hunderttausende dieser Auszeichnungen wurden während des Zweiten Weltkriegs verliehen, was die Intensität der Bodenkämpfe zwischen 1940 und 1945 widerspiegelt.
Aus sammlerischer Perspektive sind Originale des Allgemeinen Sturmabzeichens heute gefragte militärhistorische Objekte. Die Unterscheidung zwischen authentischen Kriegsfertigungen und späteren Reproduktionen erfordert fundierte Kenntnisse über Materialien, Fertigungstechniken und Herstellermerkmale. Die versilberte Feinzink-Ausführung ist charakteristisch für die Produktionsmethoden der 1940er Jahre, als hochwertigere Materialien zunehmend durch Ersatzstoffe substituiert wurden.
Nach 1945 wurden gemäß den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland alle Orden und Ehrenzeichen mit NS-Symbolen verboten. Die Herstellung, der Vertrieb und das öffentliche Tragen solcher Auszeichnungen sind nur in entnazifizierter Form oder zu wissenschaftlichen und historischen Dokumentationszwecken zulässig.