Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Bronze
Die Schießauszeichnung in Bronze des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (DRKB) stellt ein bedeutendes Zeugnis der paramilitärischen Tradition in der Weimarer Republik und im Dritten Reich dar. Diese Auszeichnung wurde an Mitglieder des Kyffhäuserbundes verliehen, die besondere Leistungen im Schießsport nachweisen konnten.
Der Kyffhäuserbund wurde im Jahr 1900 als Dachverband deutscher Kriegervereine gegründet und benannte sich nach dem sagenumwobenen Kyffhäusergebirge in Thüringen. Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte 1921 die Umstrukturierung zum Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser. Die Organisation vereinte Veteranen des Ersten Weltkrieges und pflegte das Andenken an die Gefallenen sowie militärische Traditionen. In der Weimarer Republik entwickelte sich der DRKB zu einer der größten Veteranenorganisationen mit mehreren Millionen Mitgliedern.
Die Schießauszeichnungen des DRKB wurden in verschiedenen Stufen verliehen: Bronze, Silber und Gold. Die hier beschriebene Bronzeauszeichnung stellte die Einstiegsstufe dar und wurde für grundlegende Schießleistungen vergeben. Das Schießwesen hatte im Kyffhäuserbund eine zentrale Bedeutung, da es sowohl der sportlichen Betätigung als auch der Aufrechterhaltung militärischer Fertigkeiten diente.
Die vorliegende Auszeichnung wird als 2. Form bezeichnet, was auf verschiedene Herstellungsvarianten und Zeitperioden hinweist. Im Laufe der Existenz des DRKB gab es mehrere Typen und Ausführungen dieser Schießabzeichen, die sich in Details der Gestaltung, Herstellungstechnik und Befestigung unterschieden. Die Auszeichnungen wurden typischerweise aus Bronze gefertigt und zeigten häufig Symbole wie Eichenlaub, gekreuzte Gewehre oder das Kyffhäuserdenkmal.
Die Befestigung mittels einer langen Nadel war charakteristisch für Ansteckabzeichen dieser Epoche. Die Nadel wurde horizontal auf der Rückseite angebracht und ermöglichte das Tragen der Auszeichnung an der Uniform oder Zivilkleidung. Diese Trageweise unterschied sich von späteren Entwicklungen mit Nadelhaken oder anderen Befestigungsmechanismen.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wurde der DRKB zunehmend gleichgeschaltet und in die NS-Organisationsstruktur eingegliedert. Der Bund behielt jedoch zunächst seine Eigenständigkeit und seine traditionellen Auszeichnungen bei. Die Schießausbildung gewann im Kontext der nationalsozialistischen Aufrüstung und Militarisierung der Gesellschaft zusätzliche Bedeutung.
Die Verleihungskriterien für die Bronzeauszeichnung waren in den Satzungen und Schießordnungen des DRKB festgelegt. Mitglieder mussten bestimmte Punktzahlen bei organisierten Schießwettbewerben erreichen, die nach standardisierten Regeln durchgeführt wurden. Die Auszeichnung dokumentierte somit eine nachgewiesene Schießfertigkeit und war Ausdruck der Leistungsorientierung innerhalb der Organisation.
Das Ende des DRKB kam mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945. Die Organisation wurde von den Alliierten aufgelöst, da sie als Teil der militaristischen Strukturen des Dritten Reiches betrachtet wurde. Nach dem Krieg gründeten sich in der Bundesrepublik Deutschland neue Veteranenverbände, die jedoch bewusst auf militaristische Traditionen verzichteten.
Heute sind die Schießauszeichnungen des DRKB gesuchte Sammlerstücke, die Einblick in die Militär- und Vereinskultur der Zwischenkriegszeit und des Dritten Reiches geben. Sie dokumentieren die Bedeutung paramilitärischer Traditionen in der deutschen Gesellschaft dieser Epoche und die organisierte Pflege des Schießsports in Veteranenverbänden.