Ehrenkreuz der Deutschen Mutter in Gold - Miniatur

19 mm, an Bandschleife mit Tragenadel, rückseitig markiert L/21. Zustand 2.
500088
95,00

Ehrenkreuz der Deutschen Mutter in Gold - Miniatur

Das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter, oft auch als Mutterkreuz bezeichnet, wurde am 16. Dezember 1938 durch Adolf Hitler gestiftet und war eine staatliche Auszeichnung des nationalsozialistischen Deutschen Reiches. Diese Dekoration wurde an Mütter verliehen, die sich durch Kinderreichtum “um das deutsche Volk verdient gemacht” hatten, und war Teil der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik.

Die Auszeichnung existierte in drei Stufen: Bronze für Mütter mit vier oder fünf Kindern, Silber für Mütter mit sechs oder sieben Kindern und Gold für Mütter mit acht oder mehr Kindern. Die erste Verleihung fand am Muttertag 1939, dem 21. Mai, statt. Die Verleihungskriterien waren streng: Die Mutter musste “arischer” Abstammung sein, die Kinder mussten “erbgesund” sein, und die Familie sollte den nationalsozialistischen Idealen entsprechen.

Das vorliegende Objekt ist eine Miniatur des Ehrenkreuzes der Deutschen Mutter in Gold mit einer Größe von 19 mm. Miniaturen waren verkleinerte Versionen der Auszeichnung, die bei besonderen Anlässen oder auf der zivilen Kleidung getragen werden konnten. Die Miniatur ist an einer Bandschleife mit Tragenadel befestigt, was das typische Tragesystem für solche Miniaturen darstellt. Die rückseitige Markierung L/21 weist auf den Hersteller hin.

Das Design des Mutterkreuzes zeigt ein blaues Emaille-Kreuz mit dem Hakenkreuz im Zentrum, umgeben von den Worten “Der Deutschen Mutter” auf der Vorderseite. Die Rückseite trägt das Stiftungsdatum “16. Dezember 1938” und die Unterschrift “Adolf Hitler”. Das Band war weiß mit blauen Rändern, in Anlehnung an die bayerischen Farben.

Die Herstellermarkierung L/21 entspricht dem Code-System, das während der nationalsozialistischen Zeit verwendet wurde. Verschiedene Herstellerfirmen erhielten zugewiesene Buchstaben- und Zahlencodes, um ihre Produkte zu kennzeichnen. Diese Markierungen ermöglichen heute Sammlern und Historikern, die Herkunft und Authentizität von Auszeichnungen zu bestimmen.

Die Verleihung des Mutterkreuzes war in ein umfangreiches Zeremoniell eingebunden. Die Auszeichnungen wurden üblicherweise am Muttertag durch lokale NSDAP-Funktionäre oder Bürgermeister überreicht. Die Trägerinnen erhielten neben dem Kreuz auch eine Besitzurkunde. Das Tragen des Mutterkreuzes war mit gewissen Privilegien verbunden: Parteimitglieder sollten die Trägerinnen grüßen, und in der Öffentlichkeit sollte ihnen Respekt erwiesen werden.

Bis Kriegsende wurden etwa 4,7 Millionen Mutterkreuze verliehen: ungefähr 3 Millionen in Bronze, 1,5 Millionen in Silber und 200.000 in Gold. Diese Zahlen verdeutlichen die massive Propaganda-Kampagne des NS-Regimes zur Förderung der Geburtenrate im Rahmen seiner rassistischen Bevölkerungspolitik.

Nach 1945 wurde das Tragen des Mutterkreuzes in Deutschland zunächst verboten, später aber im Rahmen des Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 unter Entfernung der NS-Symbole wieder erlaubt. Dies spiegelt die komplizierte Auseinandersetzung der Bundesrepublik mit NS-Auszeichnungen wider.

Heute sind solche Miniaturen begehrte Sammlerstücke für Militaria-Sammler und historische Forscher. Sie dokumentieren ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte und die Instrumentalisierung von Mutterschaft durch ein totalitäres Regime. Der angegebene Zustand 2 deutet auf einen gut erhaltenen Zustand mit leichten Gebrauchsspuren hin.