III. Reich - Bund der Saarvereine " Deutsch sei die Saar immerdar " - Mitgliedsabzeichen 2. Form

an Nadel, rückseitig : GES.GESCH., Zustand 2.
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III. Reich - Bund der Saarvereine " Deutsch sei die Saar immerdar " - Mitgliedsabzeichen 2. Form

Historischer Kontext: Bund der Saarvereine - Mitgliedsabzeichen “Deutsch sei die Saar immerdar”

Das Mitgliedsabzeichen des Bundes der Saarvereine mit der Inschrift “Deutsch sei die Saar immerdar” stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Propaganda und des politischen Kampfes um das Saargebiet in den Jahren 1933-1935 dar. Dieses Abzeichen in seiner zweiten Form dokumentiert die intensive Kampagne des nationalsozialistischen Deutschlands zur Rückgewinnung des Saarlandes.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Saargebiet gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages von 1919 für 15 Jahre unter die Verwaltung des Völkerbundes gestellt. Die reichen Kohlevorkommen des Gebietes wurden Frankreich als Kompensation für die Zerstörungen im Krieg zugesprochen. Artikel 49 des Vertrages sah vor, dass nach Ablauf dieser Frist eine Volksabstimmung über die Zukunft des Gebietes stattfinden sollte.

Der Bund der Saarvereine wurde als Dachorganisation verschiedener pro-deutscher Vereine im Saargebiet und im Reich gegründet. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde diese Organisation zu einem zentralen Instrument der NS-Propaganda für die bevorstehende Volksabstimmung. Die Organisation koordinierte die Aktivitäten zahlreicher Vereine, die sich für den Anschluss des Saarlandes an das Deutsche Reich einsetzten.

Das Abzeichen zeigt typischerweise die Konturen des Saargebietes, oft kombiniert mit nationalsozialistischen Symbolen oder deutschnationalen Motiven. Die Aufschrift “Deutsch sei die Saar immerdar” war einer der zentralen Slogans der Rückgliederungskampagne. Die Kennzeichnung “GES.GESCH.” (gesetzlich geschützt) auf der Rückseite weist auf die offizielle Genehmigung und den geschützten Status des Abzeichens hin.

Die Unterscheidung zwischen erster und zweiter Form des Abzeichens deutet auf verschiedene Produktionsphasen oder leichte Designänderungen hin, die während der intensiven Propagandaphase zwischen 1933 und 1935 vorgenommen wurden. Solche Abzeichen wurden von Mitgliedern und Sympathisanten der pro-deutschen Bewegung getragen, um ihre politische Haltung öffentlich zu demonstrieren.

Die Abstimmungskampagne war von massiver Propaganda geprägt. Das nationalsozialistische Deutschland setzte enorme Ressourcen ein, um die Saarbevölkerung von einem Anschluss an das Reich zu überzeugen. Dabei spielten kulturelle, wirtschaftliche und emotionale Argumente eine wichtige Rolle. Die katholische Kirche im Saargebiet, trotz ihrer Vorbehalte gegenüber dem Nationalsozialismus, sprach sich mehrheitlich für die Rückkehr zu Deutschland aus.

Am 13. Januar 1935 fand die historische Volksabstimmung statt. Von den etwa 528.000 Stimmberechtigten votierten über 90 Prozent für die Rückgliederung an Deutschland. Nur etwa 9 Prozent stimmten für den Status quo unter Völkerbundsverwaltung, und weniger als 1 Prozent für einen Anschluss an Frankreich. Am 1. März 1935 wurde das Saargebiet offiziell wieder Teil des Deutschen Reiches.

Aus heutiger Sicht muss das Ergebnis differenziert betrachtet werden. Während echte nationale Verbundenheit und wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle spielten, war die Abstimmung auch von Terror gegen Oppositionelle, massiver Propaganda und der Furcht vor den Konsequenzen einer Ablehnung geprägt. Tausende Gegner des Nationalsozialismus hatten das Saargebiet bereits vor der Abstimmung verlassen.

Solche Mitgliedsabzeichen sind heute wichtige historische Dokumente, die die Propagandamethoden des NS-Regimes und die komplexe Geschichte der Saarregion illustrieren. Sie werden in Museen und Sammlungen als Zeugnisse dieser bedeutenden Phase der deutschen und europäischen Geschichte bewahrt. Für die militärhistorische Forschung sind sie Teil des breiteren Kontextes der nationalsozialistischen Abzeichen- und Symbolkultur, die alle Bereiche des öffentlichen Lebens durchdrang.