NSDAP Sympathisantenabzeichen – Ein frühes Parteiabzeichen vor 1933
Das vorliegende Objekt ist ein frühes, emailliertes NSDAP-Sympathisantenabzeichen aus der Zeit vor 1933. Es handelt sich um ein rundes Ansteckabzeichen mit Nadelbefestigung, das sich in einem bemerkenswert guten Erhaltungszustand (Zustand 2) befindet. Solche frühen Abzeichen ohne Emailleabplatzungen und Risse sind heute ausgesprochen selten.
Die Entstehung der Partei und ihres Symbols
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) ging aus der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) hervor, die am 5. Januar 1919 in München gegründet worden war. Die DAP wurde zunächst als unbedeutender Diskussionszirkel wahrgenommen – dies änderte sich grundlegend, als Adolf Hitler im Herbst 1919 der Partei beitrat. Als begabter Redner verschaffte er der Partei zunehmende Popularität in völkischen Kreisen Bayerns. Am 24. Februar 1920 fand die erste Massenkundgebung der DAP mit 2.000 Besuchern im Münchner Hofbräuhaus statt, bei der die Umbenennung in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) erfolgte. Am 29. Juli 1921 wurde Hitler zum ersten Vorsitzenden der Partei ernannt und strukturierte sie nach paramilitärischen Grundsätzen um.
Das Parteiabzeichen wurde am 20. Mai 1920 eingeführt, basierend auf einem Entwurf mit dem charakteristischen Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Grund. Dieses Symbol sollte die Ideologie der Partei visuell manifestieren und ihre Anhänger identifizierbar machen.
Physische Beschreibung und Herstellung
Das Abzeichen ist ein rundes, leicht gewölbtes, emailliertes Metallabzeichen mit einem schmalen goldenen Außenrand. Im roten Innenrand ist in Gold die Aufschrift “NATIONAL-SOZIALISTISCHE / D.A.P.” zu lesen. Das Zentrum bildet eine weiße Scheibe, auf der ein schwarzes Hakenkreuz dargestellt ist. Das Abzeichen besteht aus Buntmetall (Messing) mit Emaille und einer Silberwaschung bzw. -plattierung. Die frühen Produktionen (1920–1933) weisen einen Durchmesser von 18–19 mm auf und sind damit kleiner als die späteren standardisierten Versionen, die nach der RZM-Standardisierung einen Durchmesser von etwa 24 mm aufwiesen.
Die Herstellung erfolgte im Deutschen Reich. Zu den Herstellern früher Abzeichen zählten unter anderem Steinhauer & Lück-Lüdenscheid und P. Meybauer Berlin S.W.68. Frühe Abzeichen vor 1933 waren häufig unmarkiert, was sehr typisch ist, obwohl einige mit der Kennzeichnung “GES. GESCH.” (Gesetzlich Geschützt) versehen waren. Die Reichszeugmeisterei (RZM) wurde 1929 unter der Leitung von Franz Xaver Schwarz gegründet und war für die zentrale Beschaffung, Qualitätskontrolle und Verteilung aller NSDAP-Uniformen und -Abzeichen zuständig. Ab 1933 durften Parteiabzeichen nur noch von RZM-lizenzierten Herstellern produziert werden. Bei abgenutzten Exemplaren ist die Silberwaschung meist weitgehend verschwunden.
Verwendung und Tragevorschriften
Das reguläre NSDAP-Parteiabzeichen war ein Symbol der Parteizugehörigkeit, und nur offizielle Mitglieder durften es tragen. Die Bezeichnung “Sympathisantenabzeichen” deutet jedoch darauf hin, dass diese spezifische Variante von Sympathisanten und Unterstützern vor 1933 getragen wurde, bevor strengere Vorschriften durchgesetzt wurden. Nach Hitlers Machtübernahme im Januar 1933 war es illegal, das Abzeichen ohne NSDAP-Mitgliedschaft zu tragen.
Es wurde empfohlen, das Abzeichen zur Uniform an der Krawatte und in Zivilkleidung am linken Revers zu tragen. In den meisten Fällen musste das Abzeichen vom Mitglied selbst erworben werden, obwohl einige Abzeichen bei bestimmten Anlässen verliehen werden konnten. Nach der Machtergreifung 1933 wurde das Tragen des Parteiabzeichens für alle Parteimitglieder obligatorisch, insbesondere bei offiziellen Veranstaltungen. Die Verteilung war streng reguliert und erforderte die Vorlage des Mitgliedsbuchs.
Historischer Kontext: Die Weimarer Republik
Die Periode vor 1933, die Weimarer Republik, war geprägt von politischem Kampf, Straßengewalt durch die SA (Sturmabteilung) und Wahlkampagnen. Durch kontinuierliche, geschickt inszenierte Aufmärsche der SA mit Fahnen und Uniformen übte die NSDAP eine faszinierende Anziehungskraft auf viele Menschen aus. Provokationen, auffällige Plakate und Symbole wie das Hakenkreuz als Parteiabzeichen oder die Farbe Rot als auffällige Leitfarbe waren zentrale Bestandteile der NS-Propaganda.
In Bayern zählte die NSDAP Ende Januar 1923 rund 20.000 Mitglieder. Bis Januar 1933 war die Mitgliederzahl auf etwa 850.000 angewachsen. Die Herstellung von Parteiabzeichen entwickelte sich zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig – Dutzende von Unternehmen erhielten RZM-Lizenzen und produzierten Millionen von Abzeichen.
Rechtliche Lage und Sammlerwert
Alle Abzeichen der NSDAP gelten in der Bundesrepublik Deutschland als verfassungswidrige Propagandamittel. Ihre Herstellung, öffentliche Zurschaustellung oder Verbreitung ist gemäß § 86a StGB verboten. In Österreich untersagt das Abzeichengesetz 1960 (AbzG) in Verbindung mit dem Verbotsgesetz 1947 (VerbotsG) das öffentliche Tragen, die Darstellung und die Verbreitung von Abzeichen verbotener Organisationen, darunter die NSDAP und ihre Unterorganisationen wie SA, SS, NSKK, NSFK sowie alle nationalsozialistischen Organisationen und Einrichtungen.
Aus militärhistorischer und sammlerischer Perspektive sind NSDAP-Abzeichen wichtige historische Dokumente. Sie dokumentieren die Organisationsstruktur, Produktionsmethoden und visuelle Propaganda des NS-Regimes. Die RZM-Kennzeichnungen ermöglichen eine präzise Datierung und Zuordnung der Objekte. Für die historische Forschung liefern sie wichtige Erkenntnisse über Herstellungsprozesse, Materialbeschaffung und wirtschaftliche Strukturen der NS-Zeit. In Deutschland dürfen solche Objekte heute nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst, Wissenschaft, Forschung oder Lehre sowie der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens gezeigt werden.