Urkundenpaar eines Obergefreiten vom Infanterie Regiment 489

Verleihungsurkunde zum Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern, ausgestellt am 2. September 1941, unterzeichnet vom Generalmajor und Kommandeur Ernst von Leyser,-  Deutschen Kreuz in Gold (14. April 1943), mittig gefaltet, Zustand 2. Besitzzeugnis zum Kraftfahrbewährungsabzeichen in Silber, ausgestellt am 25. Februar 1943, geknickt und gefaltet.
Anbei ein Entlassungsschreiben der Kriegsgefangenschaft 
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200,00

Urkundenpaar eines Obergefreiten vom Infanterie Regiment 489

Diese Dokumentensammlung eines Obergefreiten vom Infanterie-Regiment 489 bietet einen faszinierenden Einblick in das militärische Auszeichnungswesen und die persönliche Kriegserfahrung eines einfachen Soldaten während des Zweiten Weltkriegs. Die drei Hauptdokumente – eine Verleihungsurkunde zum Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern, ein Besitzzeugnis zum Kraftfahrbewährungsabzeichen in Silber und ein Entlassungsschreiben aus der Kriegsgefangenschaft – erzählen gemeinsam die Geschichte eines Soldaten von der aktiven Frontdienstzeit bis zur Heimkehr.

Das Infanterie-Regiment 489 wurde im Rahmen der 269. Infanterie-Division aufgestellt und gehörte zur Wehrmacht während des Ostfeldzugs. Diese Division wurde im Dezember 1943 aufgestellt und kam hauptsächlich an der Ostfront zum Einsatz. Die Verleihungsurkunde trägt die Unterschrift von Generalmajor Ernst von Leyser, einem hochdekorierten Offizier, der am 2. September 1941 als Kommandeur fungierte. Von Leyser (1889-1962) war ein erfahrener Truppenführer, der später das Deutsche Kreuz in Gold und das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes erhielt.

Das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern wurde durch die Verordnung vom 18. Oktober 1939 gestiftet und sollte militärische Verdienste anerkennen, die nicht direkt im Kampf erbracht wurden, aber dennoch kriegswichtig waren. Die Variante “mit Schwertern” wurde an Militärpersonal verliehen, während die Version ohne Schwerter für Zivilisten bestimmt war. Die Auszeichnung bestand aus einem bronzenen Malteserkreuz mit Hakenkreuz im Zentrum und gekreuzten Schwertern zwischen den Kreuzarmen. Die Verleihung erfolgte im September 1941, einer Zeit intensiver Kämpfe während des Unternehmens Barbarossa, des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion.

Das Deutsche Kreuz in Gold, dessen Verleihung auf den 14. April 1943 datiert ist, stellte eine deutlich höhere Auszeichnung dar. Es wurde am 28. September 1941 von Adolf Hitler als Zwischenstufe zwischen dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Ritterkreuz gestiftet. Diese Auszeichnung erkannte herausragende Tapferkeit oder militärische Führungsleistung an. Das aufwendig gestaltete Abzeichen bestand aus einem goldenen Stern mit Lorbeerkranz, in dessen Mitte ein Hakenkreuz angebracht war. Es wurde auf der rechten Brustseite getragen und war eine der begehrtesten Auszeichnungen der Wehrmacht. Die Verleihung im April 1943 fiel in die Zeit nach der Katastrophe von Stalingrad, als die Wehrmacht zunehmend in die Defensive gedrängt wurde.

Das Kraftfahrbewährungsabzeichen in Silber, verliehen am 25. Februar 1943, war eine spezialisierte Auszeichnung für Kraftfahrer der Wehrmacht. Sie wurde durch Erlass vom 1. Oktober 1942 geschaffen und honorierte die Bewährung im Kraftfahrdienst. Die Stufe “Silber” erforderte den Nachweis besonderer Leistungen im Fahrdienst unter schwierigen Bedingungen. Das Abzeichen zeigte ein stilisiertes Kraftfahrzeug mit Wehrmacht-Adler und wurde auf dem linken Ärmel getragen. Diese Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung der motorisierten Logistik für die Kriegsführung und zeigt, dass der Soldat sowohl als Infanterist als auch als Kraftfahrer eingesetzt wurde.

Die Kombination dieser Dokumente deutet auf einen vielseitigen militärischen Werdegang hin. Der Obergefreite diente nicht nur in der Infanterie, sondern hatte offenbar auch wichtige Aufgaben im Kraftfahrwesen übernommen. Der Dienstgrad Obergefreiter war der zweithöchste Mannschaftsdienstgrad und zeigte bereits eine gewisse Anerkennung und Verantwortung innerhalb der Einheit.

Das beigefügte Entlassungsschreiben aus der Kriegsgefangenschaft vervollständigt die persönliche Geschichte dieses Soldaten. Nach Kriegsende gerieten Millionen deutscher Soldaten in alliierte Gefangenschaft. Die Entlassung konnte – abhängig von der Gefangennahme durch westliche oder sowjetische Truppen – zwischen wenigen Monaten und vielen Jahren dauern. Dieses Dokument markiert das Ende der militärischen Odyssee und den Beginn des Wiederaufbaus im Nachkriegsdeutschland.

Die Erhaltung solcher Dokumentengruppen ist für die militärhistorische Forschung von unschätzbarem Wert. Sie ermöglichen es, individuelle Soldatenbiographien nachzuvollziehen und die abstrakten Zahlen der Kriegsgeschichte mit menschlichen Schicksalen zu verbinden. Die Knicke und Faltungen der Dokumente zeugen von ihrer praktischen Verwendung und den oft schwierigen Umständen ihrer Aufbewahrung während Krieg und Gefangenschaft.