Verwundetenabzeichen in Silber 1918

Stahlblech versilbert, Zustand 2-
509888
55,00

Verwundetenabzeichen in Silber 1918

Das Verwundetenabzeichen in Silber von 1918 stellt eine bedeutende militärische Auszeichnung des Deutschen Kaiserreichs dar, die während des Ersten Weltkriegs eingeführt wurde. Diese Auszeichnung verkörpert die Anerkennung des persönlichen Opfers, das verwundete Soldaten im Dienst für ihr Vaterland erbracht haben.

Am 3. März 1918 stiftete Kaiser Wilhelm II. durch Allerhöchste Kabinetts-Order das Verwundetenabzeichen in drei Stufen: Schwarz, Silber und Gold. Diese Stiftung erfolgte zu einem Zeitpunkt, als der Erste Weltkrieg bereits seit fast vier Jahren tobte und Millionen von Soldaten an allen Fronten verwundet worden waren. Die Einführung dieser Auszeichnung hatte sowohl symbolischen als auch praktischen Charakter – sie sollte die Opferbereitschaft würdigen und gleichzeitig die Moral der Truppe stärken.

Das Verwundetenabzeichen in Silber wurde an Soldaten und Offiziere verliehen, die drei- oder viermal verwundet worden waren oder nach ihrer ersten oder zweiten Verwundung ihre Dienstunfähigkeit erlitten hatten. Die silberne Stufe lag damit zwischen dem schwarzen Abzeichen (für ein- oder zweimal Verwundete) und dem goldenen Abzeichen (für fünfmal oder öfter Verwundete beziehungsweise für Schwerstverwundete wie Blinde oder Amputierte).

Die Gestaltung des Abzeichens folgte einem klaren, militärischen Design. Der Helm in der Mitte – ein Stahlhelm M1916 – symbolisierte den deutschen Frontsoldaten. Er war umgeben von zwei gekreuzten Schwertern und einem Lorbeerkranz, wobei letzterer seit der Antike als Symbol für Ehre und Sieg steht. Die Größe des Abzeichens betrug etwa 35 x 45 mm.

Die Herstellung erfolgte typischerweise aus Stahlblech, das dann entsprechend der Stufe behandelt wurde. Bei der silbernen Version wurde das Stahlblech versilbert, was dem Abzeichen seinen charakteristischen Glanz verlieh. Die Produktion oblag verschiedenen Herstellern im gesamten Deutschen Reich, da die enorme Zahl der Verwundungen eine große Menge dieser Auszeichnungen erforderlich machte. Die Qualität konnte daher je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt variieren.

Das Abzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb anderer Auszeichnungen. Es konnte sowohl an der Felduniform als auch an der Ausgehuniform befestigt werden. Die Trageweise war in den entsprechenden Uniformvorschriften genau geregelt.

Die Verleihungspraxis war relativ unkompliziert im Vergleich zu anderen militärischen Auszeichnungen. Die Verwundung musste durch Lazarettunterlagen oder ärztliche Bescheinigungen nachgewiesen werden. Die Aushändigung erfolgte meist durch den Truppenkommandeur oder in Lazaretten. Es war keine besondere Verleihungszeremonie vorgesehen, was den praktischen Charakter dieser Auszeichnung unterstreicht.

In der Zeit von der Stiftung im März 1918 bis zum Kriegsende im November 1918 wurden hunderttausende Verwundetenabzeichen in allen drei Stufen verliehen. Die genaue Zahl der verliehenen silbernen Abzeichen ist nicht präzise dokumentiert, aber sie geht in die Zehntausende. Die kurze Verleihungsperiode während des Krieges macht diese Auszeichnung zu einem wichtigen Zeitzeugnis der letzten Kriegsmonate.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch des Kaiserreichs behielt das Verwundetenabzeichen seine Bedeutung für die Träger. Die Weimarer Republik erkannte die während des Ersten Weltkriegs verliehenen Auszeichnungen grundsätzlich an, und viele Veteranen trugen ihre Verwundetenabzeichen auch in der Zwischenkriegszeit. Das Abzeichen wurde zu einem Symbol der Generation, die den “Großen Krieg” durchlitten hatte.

Während des Dritten Reichs wurde 1939 ein neues Verwundetenabzeichen gestiftet, das design-technisch dem kaiserlichen Vorbild folgte, aber den neuen politischen Symbolen angepasst wurde. Träger des kaiserlichen Verwundetenabzeichens durften dieses weiterhin tragen, oft erhielten sie bei erneuter Verwundung im Zweiten Weltkrieg auch das neue Abzeichen.

Heute sind originale Verwundetenabzeichen von 1918 in Silber gesuchte Sammlerstücke und wichtige historische Artefakte. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Auszeichnungspraxis des Kaiserreichs, sondern auch das immense menschliche Leid des Ersten Weltkriegs. Der Erhaltungszustand variiert stark – von stark abgenutzten Exemplaren, die offensichtlich häufig getragen wurden, bis zu nahezu unberührten Stücken. Die Versilberung ist oft angelaufen oder teilweise abgetragen, was der jahrzehntealten Existenz dieser Objekte geschuldet ist.

Das Verwundetenabzeichen von 1918 bleibt ein eindrucksvolles Zeugnis der militärischen Tradition und der traumatischen Erfahrungen des Ersten Weltkriegs. Es erinnert an die Millionen von Soldaten, die körperliche Verletzungen davontrugen, von denen viele ihr Leben lang unter den Folgen litten.