Deutsches Kaiserreich Schutzgebiet ( Kolonie ) Foto, Zeltlager von Angehörigen der Schutztruppen in Deutsch-Südwestafrika

Maße ca. 18 x 12 cm, Zustand 2-.
522789
€ 30,00

Deutsches Kaiserreich Schutzgebiet ( Kolonie ) Foto, Zeltlager von Angehörigen der Schutztruppen in Deutsch-Südwestafrika

Diese Fotografie dokumentiert ein Zeltlager von Angehörigen der Schutztruppen in Deutsch-Südwestafrika und gehört zum umfangreichen Korpus kolonialer Fotografie aus dem Deutschen Kaiserreich. Mit ihren Maßen von etwa 18 x 12 cm repräsentiert sie ein typisches Format der dokumentarischen Fotografie jener Epoche, die zwischen 1884 und 1918 in den deutschen Kolonien entstand.

Die Kaiserliche Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika wurde durch Reichsgesetz am 9. Juni 1895 formell etabliert, wobei die ersten Schutztruppen bereits 1889 unter Hauptmann Curt von François mit 21 Soldaten eintrafen. Das koloniale Gebiet Deutsch-Südwestafrika, das von 1884/1885 bis 1915 unter deutscher Herrschaft stand, umfasste etwa 835.000 Quadratkilometer im heutigen Namibia. Die Schutztruppe bestand aus freiwilligen deutschen Offizieren und Unteroffizieren, die hauptsächlich aus der Kaiserlichen Armee stammten. Bis 1913 zählte diese Truppe etwa 1.970 Mann (ausschließlich Deutsche), organisiert in 12 Kompanien berittener Infanterie.

Während ihrer Feldeinsätze operierten diese Truppen aus Zeltlagern wie dem auf dieser Fotografie dokumentierten. Besonders während des Herero- und Nama-Aufstands von 1904 bis 1908 waren solche mobilen Lagereinrichtungen von entscheidender Bedeutung. Als etwa 500 Schutztruppen im Januar 1904 zunächst dem Herero-Aufstand gegenüberstanden, wurden insgesamt etwa 14.000 deutsche Soldaten aus Deutschland als Verstärkung entsandt. Die entscheidende Schlacht am Waterberg fand am 11. August 1904 statt. Diese Ereignisse führten zu einem Genozid an den Herero und Nama, den die Vereinten Nationen 1948 als Kriegsverbrechen und Völkermord anerkannten. Im Mai 2021 erkannte Deutschland die Ereignisse von 1904 bis 1908 formell als Genozid an und richtete einen Kompensationsfonds von 1,3 Milliarden Dollar ein.

Die Fotografie der Kolonialzeit diente vielfältigen Zwecken. Solche Aufnahmen wurden zur Dokumentation militärischer Operationen verwendet, um koloniale “Errungenschaften” zu demonstrieren, als Souvenirs für Soldaten und Siedler zu dienen und als Postkarten in Deutschland verbreitet zu werden, um koloniale Unternehmungen zu fördern und die koloniale Präsenz in Afrika zu rechtfertigen. Fotografien von Zeltlagern dokumentierten die Feldbedingungen und Einsätze der Schutztruppe während verschiedener militärischer Operationen.

Die koloniale Fotografie in den deutschen Kolonien wurde von Militär- und Kolonialbeamten, Missionaren und professionellen Fotografen durchgeführt. Zahlreiche Fotografien wurden für Postkarten und Propagandazwecke von Kolonialverwaltungen, Missionsgesellschaften und militärischen Einrichtungen genutzt. Zehntausende koloniale Fotografien aus deutschen Kolonien wurden während der Kolonialzeit produziert, wobei große Archive heute 50.000 bis 70.000 Bilder aus dieser Ära umfassen.

Die Schutztruppe wurde während des Ersten Weltkriegs von südafrikanischen Unionstruppen besiegt und kapitulierte am 15. Juli 1915. Nach dem Verlust der deutschen Kolonien infolge des Ersten Weltkriegs gemäß dem Vertrag von Versailles (1919) wurde Deutsch-Südwestafrika ein Völkerbundsmandat unter südafrikanischer Verwaltung. Das Territorium erlangte 1990 als Namibia die Unabhängigkeit.

Fotografien aus der deutschen Kolonialzeit sind zu wichtigen historischen Dokumenten geworden. Sie werden heute in verschiedenen Archiven aufbewahrt, darunter die Nationalarchive von Namibia, das Bundesarchiv in Deutschland, das Deutsche Historische Museum und internationale Sammlungen. Diese Bilder dienen als Beweismittel kolonialer Herrschaft und damit verbundener Gräueltaten und werden von Historikern erforscht, die sich mit Kolonialismus, Militärgeschichte und Genozid befassen. Die fotografische Sammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft umfasst 50.000 bis 70.000 historische Fotografien aus den Jahren 1882 bis 1943.