Glückhafte Strategie - von Oberkommando der Wehrmacht

Verlag: Berlin, Wiking, 1942. 140 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Karten. Die Texte wurden 1941-1942 in der Zeitschrift « Signal» veröffentlicht. Der Umschlag mit einem Fleck auf dem Rücken und der Rückseite, sonst Zustand 2.
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120,00

Glückhafte Strategie - von Oberkommando der Wehrmacht

Die vorliegende Publikation "Glückhafte Strategie" aus dem Jahr 1942 stellt ein bemerkenswertes Beispiel der nationalsozialistischen Propaganda während des Zweiten Weltkriegs dar. Herausgegeben vom Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und verlegt beim Wiking-Verlag in Berlin, repräsentiert dieses Werk die systematische Bemühung des NS-Regimes, militärische Erfolge zu glorifizieren und die öffentliche Meinung im In- und Ausland zu beeinflussen.

Der Wiking-Verlag war ein spezialisierter Verlag, der eng mit der Wehrmacht-Propaganda zusammenarbeitete. Gegründet in den späten 1930er Jahren, konzentrierte sich dieser Verlag auf die Veröffentlichung militärischer und propagandistischer Literatur. Die Wahl des Namens "Wiking" sollte bewusst an germanische Traditionen und nordische Symbolik anknüpfen, die im nationalsozialistischen Weltbild eine zentrale Rolle spielten.

Die Texte dieses Bandes wurden ursprünglich 1941-1942 in der Zeitschrift "Signal" veröffentlicht. Signal war eine illustrierte Propagandazeitschrift, die vom Propagandaministerium und der Wehrmacht-Propaganda-Abteilung herausgegeben wurde. Die Zeitschrift erschien von April 1940 bis März 1945 in bis zu 25 Sprachen und erreichte eine Auflage von bis zu 2,5 Millionen Exemplaren. Sie wurde in den besetzten Gebieten und neutralen Ländern verbreitet und sollte ein positives Bild der deutschen Wehrmacht vermitteln.

Das Jahr 1942, in dem diese Publikation erschien, markiert einen Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg. Während das Deutsche Reich zu Beginn des Jahres noch auf dem Höhepunkt seiner territorialen Expansion stand, begannen sich die militärischen Verhältnisse allmählich zu verschieben. Die Publikation fiel in eine Zeit, in der die NS-Propaganda verstärkt bemüht war, die militärischen Erfolge der Wehrmacht zu dokumentieren und zu feiern, insbesondere die Blitzkrieg-Kampagnen der Jahre 1939-1941.

Die 140 Seiten des Buches enthalten zahlreiche Abbildungen und Karten, was typisch für militärische Propagandapublikationen dieser Ära war. Fotografien von Kriegsschauplätzen, Porträts von Militärführern und strategische Karten dienten dazu, die dargestellten militärischen Operationen zu veranschaulichen und die Überlegenheit der deutschen Streitkräfte zu demonstrieren. Diese visuellen Elemente waren ein wesentlicher Bestandteil der psychologischen Kriegsführung und sollten sowohl die eigene Bevölkerung ermutigen als auch potenzielle Gegner einschüchtern.

Der Titel "Glückhafte Strategie" selbst ist aufschlussreich für die propagandistische Intention. Er suggeriert, dass die militärischen Erfolge der Wehrmacht nicht nur auf überlegener Planung und Ausführung beruhten, sondern auch von einer Art Schicksalsfügung begünstigt wurden. Diese Vermischung von militärischer Kompetenz und quasi-mystischer Bestimmung war charakteristisch für die NS-Propaganda, die häufig Elemente der Vorsehung und des historischen Determinismus einsetzte.

Das Oberkommando der Wehrmacht, gegründet 1938, war die höchste militärische Führungsinstanz des Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkriegs. Unter der Leitung von Wilhelm Keitel koordinierte das OKW die Operationen aller Wehrmachtsteile. Die direkte Beteiligung des OKW an dieser Publikation unterstreicht die Bedeutung, die das Militär selbst der Verbreitung seiner Erfolgsgeschichte beimaß.

Aus heutiger Sicht sind solche Publikationen wichtige historische Quellen für das Verständnis der NS-Propaganda-Maschinerie. Sie zeigen, wie das Regime versuchte, die Wahrnehmung des Krieges zu kontrollieren und ein bestimmtes Narrativ zu etablieren. Gleichzeitig müssen sie kritisch gelesen werden, da sie eine stark verzerrte und ideologisch gefärbte Darstellung der historischen Ereignisse bieten.

Für Sammler militärhistorischer Literatur und Wissenschaftler, die sich mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs und der NS-Propaganda beschäftigen, stellen solche Werke wichtige Studienobjekte dar. Sie dokumentieren nicht nur die militärischen Operationen, sondern auch die Art und Weise, wie diese der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Der Erhaltungszustand solcher Publikationen variiert erheblich, wobei Exemplare in gutem Zustand heute als historische Dokumente bewahrt werden.