NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Orientierungsfahrt Hochland 1936 "

Feinzink, 48 x 55 mm, aufgesetzt auf eine Metallplatte, Hersteller : Klotz & Kienast München, Zustand 2.
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220,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Orientierungsfahrt Hochland 1936 "

Die NSKK-Teilnehmerplakette zur Orientierungsfahrt Hochland 1936 ist ein bemerkenswertes Zeugnis der Motorsportaktivitäten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) in der Vorkriegszeit des Dritten Reiches. Diese nichttragbare Plakette aus Feinzink mit den Maßen 48 x 55 mm wurde auf einer Metallplatte montiert und vom renommierten Münchner Hersteller Klotz & Kienast gefertigt.

Das NSKK wurde am 1. April 1930 zunächst als Unterorganisation der SA gegründet und erhielt am 23. August 1934 den Status einer eigenständigen Gliederung der NSDAP. Unter der Führung von NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein entwickelte sich die Organisation zu einer paramilitärischen Formation mit über 500.000 Mitgliedern bis 1939. Die Hauptaufgabe des NSKK bestand in der kraftfahrtechnischen Ausbildung und der Förderung des Motorsports im nationalsozialistischen Sinne.

Die Orientierungsfahrten bildeten einen wesentlichen Bestandteil der NSKK-Aktivitäten in den 1930er Jahren. Diese Veranstaltungen dienten nicht nur sportlichen Zwecken, sondern verfolgten auch militärische und propagandistische Ziele. Die Teilnehmer mussten vorgegebene Strecken unter Zeitvorgaben bewältigen und dabei verschiedene Navigationspunkte finden. Solche Fahrten schulten die Orientierungsfähigkeit, das technische Verständnis und die Fahrzeugbeherrschung unter verschiedenen Bedingungen – Fähigkeiten, die im militärischen Kontext von großer Bedeutung waren.

Die Orientierungsfahrt Hochland 1936 fand in der bayerischen Hochlandregion statt, einem geographisch anspruchsvollen Gebiet mit bergigem Terrain. Das Jahr 1936 war für das nationalsozialistische Deutschland von besonderer Bedeutung: Es war das Jahr der Olympischen Spiele in Berlin und Garmisch-Partenkirchen, die das Regime international zu präsentieren suchte. Motorsportveranstaltungen wie die Hochland-Orientierungsfahrt passten in dieses Bild der Leistungsfähigkeit und Organisation.

Der Hersteller Klotz & Kienast aus München war eine etablierte Firma für Metallwaren und Abzeichen, die zahlreiche Auszeichnungen und Plaketten für verschiedene NS-Organisationen produzierte. Die Qualität der Herstellung mit Feinzink und die sorgfältige Montage auf einer Metallplatte zeugen von der handwerklichen Sorgfalt, die solchen Erinnerungsstücken zukam. Diese Plaketten wurden nicht am Körper getragen, sondern dienten als Andenken und konnten in Vitrinen oder an Wänden präsentiert werden.

Die nichttragbaren Teilnehmerplaketten unterschieden sich grundlegend von tragbaren Abzeichen und Orden. Sie wurden an Fahrer und Beifahrer ausgegeben, die erfolgreich an der Veranstaltung teilgenommen hatten. Solche Plaketten dokumentierten die Teilnahme an spezifischen NSKK-Veranstaltungen und wurden von Mitgliedern als Beweis ihrer Aktivität und Leistung geschätzt. Sie bildeten oft den Beginn oder Teil einer Sammlung von Motorsport-Erinnerungsstücken.

Das NSKK organisierte in den 1930er Jahren zahlreiche regionale und überregionale Orientierungsfahrten. Diese Veranstaltungen fanden in verschiedenen deutschen Regionen statt und trugen Namen wie Ostpreußenfahrt, Schlesische Gebirgsfahrt oder eben Hochlandfahrt. Die Teilnahme war oft auf NSKK-Mitglieder beschränkt oder bevorzugte diese, doch konnten auch Mitglieder anderer NS-Organisationen oder qualifizierte Kraftfahrer teilnehmen.

Die motorsportlichen Aktivitäten des NSKK dienten der systematischen Vorbereitung auf militärische Aufgaben. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 wurden NSKK-Angehörige massenhaft als Kraftfahrer, Mechaniker und Transportspezialisten bei der Wehrmacht eingesetzt. Die in Orientierungsfahrten erworbenen Fähigkeiten erwiesen sich in den Kampagnen als wertvoll.

Heute sind solche Plaketten Sammlerobjekte, die von Militaria-Sammlern und Historikern als Primärquellen zur Erforschung der NS-Motorsportkultur und der paramilitärischen Ausbildung geschätzt werden. Sie dokumentieren die enge Verflechtung von Sport, Propaganda und militärischer Vorbereitung im nationalsozialistischen Deutschland. Die Erhaltung und wissenschaftliche Dokumentation solcher Objekte ist für das historische Verständnis dieser Epoche von Bedeutung, auch wenn sie Teil eines verbrecherischen Systems waren.