Norwegen 2. Weltkrieg unter NS Führung : Ekserrsreglement for Rikshirden 

 (deutsch: Vorschriften für den Rikshirden), kleines Taschenbuch, 10,5 x 14 cm, herausgegeben vom Nasjonal Samlings Rikstrykkerei, Oslo 1942, mit Schießvorschriften, Lieder, 80 Seiten, Zustand 2-.
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Norwegen 2. Weltkrieg unter NS Führung : Ekserrsreglement for Rikshirden 

Das Ekserserreglement for Rikshirden (Exerzierreglement für den Rikshirden) aus dem Jahr 1942 stellt ein bedeutendes Dokument aus der dunkelsten Periode der norwegischen Geschichte dar. Dieses kleine Taschenbuch, herausgegeben vom Nasjonal Samlings Rikstrykkeri in Oslo, diente als militärisches Ausbildungshandbuch für den Rikshirden, die paramilitärische Formation der norwegischen faschistischen Partei Nasjonal Samling (NS) unter der Führung von Vidkun Quisling.

Nach der deutschen Invasion Norwegens am 9. April 1940, der Operation Weserübung, etablierte sich ein kollaboratives Regime unter Quisling. Der Rikshirden wurde 1941 als Elite-Kampforganisation der NS gegründet und sollte nach dem Vorbild der deutschen SS strukturiert werden. Diese Formation rekrutierte norwegische Freiwillige, die sowohl für innenpolitische Ordnungsaufgaben als auch für den Kampf an der Ostfront vorgesehen waren.

Das vorliegende Reglement von 1942 erschien zu einem Zeitpunkt, als das Quisling-Regime versuchte, seine militärischen Strukturen zu professionalisieren und zu institutionalisieren. Das kompakte Format von 10,5 x 14 cm machte es zu einem praktischen Feldhandbuch, das Soldaten bei sich tragen konnten. Mit seinen 80 Seiten umfasste es nicht nur Schießvorschriften und militärische Drill-Anweisungen, sondern auch Lieder, die der ideologischen Indoktrination dienten.

Die Verbindung von militärischen Vorschriften mit Liedgut war typisch für faschistische Organisationen dieser Zeit. Die Lieder sollten Kameradschaft fördern, ideologische Botschaften vermitteln und eine emotionale Bindung an die Organisation schaffen. Sie glorifizierten oft das Soldatentum, die nordische Rasse und den Kampf gegen den Bolschewismus.

Der Nasjonal Samlings Rikstrykkeri war die offizielle Druckerei der NS-Partei in Oslo und produzierte während der Besatzungszeit zahlreiche Propagandamaterialien, Verwaltungsdokumente und militärische Handbücher. Die Veröffentlichung solcher Reglements war Teil der Bemühungen, den Rikshirden als legitime militärische Kraft zu etablieren und norwegische Kollaborateure in die deutsche Kriegsanstrengung zu integrieren.

Die Schießvorschriften im Reglement spiegeln die Notwendigkeit wider, Rekruten ohne vorherige militärische Erfahrung auszubilden. Viele Mitglieder des Rikshirden waren Zivilisten, die erst während der Besatzungszeit militärisch ausgebildet wurden. Das Handbuch musste daher grundlegende Prinzipien des Waffengebrauchs, der Zielerfassung und der Schussdisziplin vermitteln.

Historisch betrachtet war der Rikshirden Teil eines umfassenderen Versuchs der Nationalsozialisten, in den besetzten Gebieten lokale militärische und paramilitärische Formationen aufzubauen. Ähnliche Organisationen existierten in den Niederlanden, Belgien, Dänemark und anderen besetzten Ländern. Diese Formationen dienten mehreren Zwecken: Sie entlasteten deutsche Truppen bei Besatzungsaufgaben, lieferten zusätzliche Kämpfer für die Ostfront und demonstrierten angebliche Unterstützung für das NS-Regime in der lokalen Bevölkerung.

Mitglieder des Rikshirden wurden teilweise in die Waffen-SS integriert, insbesondere in die Division Wiking und später in die norwegische SS-Freiwilligen-Legion Norwegen. Diese Einheiten kämpften hauptsächlich an der Ostfront gegen die Sowjetunion, wo viele norwegische Kollaborateure ihr Leben verloren.

Nach der Befreiung Norwegens im Mai 1945 wurden Mitglieder des Rikshirden und der Nasjonal Samling strafrechtlich verfolgt. Vidkun Quisling wurde wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und am 24. Oktober 1945 hingerichtet. Tausende NS-Mitglieder wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, und die Organisation wurde verboten.

Dokumente wie das Ekserserreglement sind heute wichtige historische Quellen für das Verständnis der Kollaboration während des Zweiten Weltkriegs. Sie bieten Einblicke in die organisatorische Struktur, die Ausbildungsmethoden und die ideologische Ausrichtung kollaborativer Formationen. Für Militärhistoriker sind solche Reglements besonders wertvoll, da sie detaillierte Informationen über Taktiken, Ausrüstung und Organisationsstrukturen liefern, die in anderen Quellen oft fehlen.

Die Erhaltung solcher Objekte in Sammlungen und Archiven dient nicht der Glorifizierung dieser dunklen Periode, sondern der historischen Bildung und Forschung. Sie erinnern an die Gefahren von Autoritarismus, Kollaboration und ideologischer Verblendung und mahnen zur Wachsamkeit gegen ähnliche Entwicklungen in der Gegenwart.