Reichsmarschall Hermann Göring: persönlicher KfZ Autostander

um 1940/41. Quadratischer Autostander in Form der Anwesenheitsstandarte. Fertigung aus blauem Seidentuch, beidseitig in Metallfaden handgestickt. Auf der Vorderseite großer Reichsmarschalladler in allerfeinster Stickereiqualität aus vergoldeten Metall- bzw. Cellonfäden. Auf der Rückseite großer Lorbeerkranz, im Zentrum das Eiserne Kreuz 1939 in versilberter Metallfadenstickerei auf schwarzem Seidenrips. In den Ecken Luftwaffenadler mit gekreuzten Reichsmarschallstäben. Umlaufend mit goldener Umrandung aus Lorbeerblättern in Goldfaden- und Cellon-Stickerei, in den Winkeln die Balkenkreuze der Luftwaffe. Außen umlaufend mit breiter Goldlitze. Maße 29 x 29 cm. Ohne Schutzhülle. Nur leichte Altersspuren, in sehr schönem Zustand.

Dieses Modell der persönlichen Standarte Görings wurde nach der Ernennung zum Reichsmarschall am 19. Juli 1940 eingeführt.
Dieser Autostander wurde 1945 durch einen englischen Soldaten als Kriegssouvenir erbeutet, seit über 75 Jahren das erste Mal wieder zurück in Deutschland.
Bedeutende Standarte des Reichsmarschalls in hervorragendem Erhaltungszustand. Eines der ganz wenigen erhalten gebliebenen Originalexemplare.
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Reichsmarschall Hermann Göring: persönlicher KfZ Autostander

Am 19. Juli 1940, nach dem deutschen Sieg in der Schlacht um Frankreich, hielt Adolf Hitler eine Zeremonie ab, bei der er zwölf Generäle zum neu verliehenen Rang eines Generalfeldmarschalls beförderte. Während derselben Zeremonie wurde Hermann Göring in den eigens geschaffenen Rang eines Reichsmarschalls erhoben. Der Reichsmarschall war ein militärischer Ehrenrang, der während des Zweiten Weltkriegs speziell für Hermann Göring geschaffen wurde und der de jure höchste Rang in der Wehrmacht war. Diese symbolische Bewegung sollte seine Überlegenheit über andere Wehrmacht-Kommandeure hervorheben und seinen Ehrgeiz auf Prestige erfüllen, obwohl sie keine zusätzliche Autorität verlieh. Der einzige Empfänger dieses Ranges während des Zweiten Weltkriegs war Reichsmarschall Hermann Göring, der die Auszeichnung am 19. Juli 1940 für sein Kommando über die Luftwaffe nach der Schlacht um Frankreich erhielt.

Die persönlichen Standarten des Reichsmarschalls wurden von circa 1940 bis 1945 verwendet, um Görings Anwesenheit zu kennzeichnen. Kommandoflaggen, die vom Führer einer militärischen Einheit geführt wurden, dienten hauptsächlich als Kraftfahrzeug- oder Autoflaggen. Sie ersetzten niemals die Farben oder die Standarte der Einheit und repräsentierten nur den kommandierenden Offizier als seine persönliche Fahrzeugflagge. Diese Autostander wurden verwendet, um die Anwesenheit des Reichsmarschalls Göring in offiziellen Fahrzeugen zu markieren.

Die quadratischen Autostander wurden in zwei bekannten Mustern produziert. Das erste Muster wurde von Juli 1940 bis Februar 1941 verwendet und zeigte auf der Rückseite ein großes Eisernes Kreuz, das bis zum Rand reichte, mit vier Luftwaffenadlern in den Ecken. Im Februar 1941 wurde ein zweites Muster eingeführt, um das neue Design des Reichsadlers widerzuspiegeln. Bei dieser überarbeiteten Version wurde das große Eiserne Kreuz 1939 durch ein etwa halb so großes Eisernes Kreuz 1939 ersetzt, das von einem goldenen Lorbeerkranz umgeben war.

Die Fertigung dieser persönlichen Standarten erfolgte aus blauem Seidentuch, beidseitig in Metallfäden handgestickt. Bei aufwendigen Exemplaren wurde eine Mischung aus Bouillon, Aluminium, Brokat und Garn verwendet. Auf der Vorderseite prangte der große persönliche Adler des Reichsmarschalls in feinster Stickereiqualität aus vergoldeten Metall- oder Cellonfäden. Das hellblaue Feld zeigte einen goldenen nationalsozialistischen Adler, der einen goldenen Kranz mit Hakenkreuz umfasste, dahinter gekreuzte Marschallstäbe.

Die Rückseite wies einen großen Lorbeerkranz auf, im Zentrum das Eiserne Kreuz 1939 in versilberter Metallfadenstickerei auf schwarzem Seidenrips. In den Ecken befanden sich Luftwaffenadler mit gekreuzten Reichsmarschallstäben. Die Umrandung bestand von innen nach außen aus einer dünnen gelben Linie, gefolgt von einem breiteren hellblauen Streifen, in dessen Mitte sich eine Linie aus gelben Lorbeerblättern und Beeren befand. Der äußere Streifen war golden und etwas schmaler als der blaue Streifen. In jeder Ecke befand sich ein weiß umrandetes schwarzes Balkenkreuz. Außen war die Standarte umlaufend mit breiter Goldlitze versehen, in Gold- und Cellon-Stickerei ausgeführt.

Hermann Göring war der einzige Mann, der während des Zweiten Weltkriegs den Rang eines Reichsmarschalls innehatte, nachdem er am 19. Juli 1940 von Adolf Hitler befördert worden war. Göring, der Oberbefehlshaber der Luftwaffe war, ließ mehrere persönliche Kommandoflaggen für verschiedene Verwendungszwecke produzieren, darunter Fahrzeugwimpel und größere Anwesenheitsstandarten. Diese besondere Flagge wurde nach seiner Beförderung zum Reichsmarschall produziert und war ein äußerst kunstvoll ausgeführtes Werk. Die Reichsmarschall-Kommandoflagge wurde auch in einer gedruckten Version hergestellt, doch handgestickte Exemplare wie dieses repräsentieren die höchste Qualitätsstufe.

Am 8. Mai 1945 wurde Hermann Göring, Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Präsident des Reichstags, Chef der Gestapo, Ministerpräsident von Preußen und Hitlers designierter Nachfolger, von der US-Seventh Army in Bayern gefangen genommen. Er wurde in Nürnberg vor Gericht gestellt und wegen verschiedener Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Trotz eines energischen Versuchs der Selbstverteidigung wurde er für schuldig befunden und zum Tode durch den Strang verurteilt, doch bevor er hingerichtet werden konnte, beging er Selbstmord durch das Schlucken einer Zyankalikapsel. Er war die einzige Person, die diesen Rang während der NS-Zeit erhielt, und der Rang wurde nach dem Fall des NS-Regimes abgeschafft.

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