Kriegsmarine dunkelblaue Schirmmütze aus dem Besitz von Generaladmiral Rolf Carls

um 1942. Elegante Schirmmütze in der typischen Form der Kriegsmarine, komplett mit Gold Metallfaden handgesticktem Effekten, Hoheitsadler, Eichenlaubkranz mit Kokarde und Mützenschirm mit der doppelten Stickerei für Admirale, schwarzer Lacklederriemen an Marineknöpfen, schwarzes Ripsband. Innen steingraues Schweißleder, marineblaues Seidenfutter, unter dem Trapez mit Hersteller "Ernst Brendler Hamburg Admiralitätsstr. 1 seit 1879" Größe 55. Viel getragen, Zustand 2.
Diese Schirmmütze wurde vor einigen Jahren bei Hermann Historica mit weiteren Stücken aus dem Besitz von Admiral Carls versteigert.

Die typische Schirmmütze eines Admirals der Kriegsmarine, über viele Jahre täglich getragen. Die Kriegsmarine hatte lediglich 60 Admirale.

Rolf Hans Wilhelm Karl Carls (* 29. Mai 1885 in Rostock; † 24. April 1945 bei einem Bombenangriff in Bad Oldesloe) war ein deutscher Generaladmiral im Zweiten Weltkrieg.
Carls trat am 1. April 1903 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs diente Carls zunächst als Kapitänleutnant auf dem Kleinen Kreuzer Breslau. Mit diesem Schiff war er am 7. August 1914 am Durchbruch zu den Dardanellen beteiligt. Nach der Übergabe des Kreuzers an die Osmanische Marine blieb Carls als 1. Artillerieoffizier weiterhin an Bord des Kreuzers, der nunmehr unter dem Namen Midilli fuhr. Für seine Beteiligung an Unternehmungen im Schwarzen Meer wurde Carls mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes, dem Eisernen Halbmond, der Imtiyaz-Medaille in Silber mit Säbel sowie dem Osmanje-Orden IV. Klasse ausgezeichnet. Mitte Januar 1917 wurde er wieder nach Deutschland versetzt und absolvierte ab 15. April 1917 eine Ausbildung zum U-Boot-Kommandanten. Sein erstes eigenes Kommando erhielt er mit Schulboot U 9 am 31. März 1918, ehe er am 21. Juli 1918 U 124 übernahm und damit das Kriegsende erlebte. Carls schloss sich im April 1919 als Kompanieführer und Bataillonskommandeur der Marine-Brigade von Loewenfeld an und wurde 1922 in die Reichsmarine übernommen.  Ab 3. Oktober 1933 war er Chef des Stabes der Flotte und ab 29. September 1934 Befehlshaber der Linienschiffe. Diese Position behielt er auch nach der Umbenennung in Befehlshaber der Panzerschiffe bis zum 24. November 1936 bei. Zeitgleich fungierte er bis September 1937 als Befehlshaber der deutschen Seestreitkräfte vor Spanien anlässlich des Spanischen Bürgerkrieges. Ende Dezember 1936 wurde er zum Flottenchef ernannt und übernahm als Kommandierender Admiral am 1. November 1938 die Marinestation der Ostsee. Carls wurde am 31. Oktober 1939 Oberbefehlshaber des Marinegruppenkommandos Ost. Im Rahmen des Unternehmens Weserübung, der Besetzung Dänemarks und Norwegens, war Carls als Leiter des Operativen Führungsstabes des Marinegruppenkommandos West verantwortlich für die Vorbereitungen der Seeoperation Norwegen. Dafür wurde er am 14. Juni 1940 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Seit August 1940 war er zudem mit der operativen Führung der deutschen Seestreitkräfte in der Deutschen Bucht, Dänemark und Norwegen betraut.  Carls wurde Anfang März 1943 z. b. V. des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine gestellt und am 31. Mai 1943 ehrenvoll aus dem aktiven Dienst entlassen.

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Kriegsmarine dunkelblaue Schirmmütze aus dem Besitz von Generaladmiral Rolf Carls

Die Schirmmütze der Kriegsmarine für Admirale stellte eines der prestigeträchtigsten Uniformstücke der deutschen Seestreitkräfte im Zweiten Weltkrieg dar. Diese dunkelblaue Kopfbedeckung verkörperte nicht nur militärischen Rang, sondern auch die jahrhundertealte Tradition der deutschen Marine.

Die Kriegsmarine, offiziell am 1. Juni 1935 gegründet, übernahm viele Uniform- und Rangtraditionen der Kaiserlichen Marine und der Reichsmarine. Die Admiralsmütze zeichnete sich durch besondere Merkmale aus, die sie von den Mützen niedrigerer Ränge unterschieden. Das charakteristischste Element war die doppelte Stickerei am Mützenschirm, die ausschließlich Admiralen vorbehalten war. Diese sogenannte “doppelte Eichenlaubstickerei” bestand aus zwei Reihen goldener Eichenblätter, die in aufwendiger Handarbeit mit Metallfaden gestickt wurden.

Die Konstruktion der Admiralsmütze folgte strengen Vorschriften. Der Hoheitsadler mit Hakenkreuz wurde oberhalb des goldenen Eichenlaubkranzes mit Kokarde platziert. Alle Effekte wurden in Goldmetallfaden handgestickt, was die Mützen zu kostbaren und zeitaufwendig herzustellenden Objekten machte. Der schwarze Lacklederriemen, der mit Marineknöpfen befestigt war, und das schwarze Ripsband vervollständigten das äußere Erscheinungsbild. Im Inneren war die Mütze mit steingrauem Schweißleder und marineblauem Seidenfutter ausgestattet, was höchsten Tragekomfort gewährleistete.

Die Kriegsmarine hatte während des gesamten Zweiten Weltkriegs nur etwa 60 Admirale, was diese Mützen zu seltenen Objekten macht. Die Ränge teilten sich auf in Konteradmiral, Vizeadmiral, Admiral und Generaladmiral, wobei letzterer der höchste Rang war. Nur wenige Offiziere erreichten diese Spitzenpositionen, darunter Karl Dönitz, Erich Raeder und Rolf Carls.

Der Hersteller Ernst Brendler in Hamburg, Admiralitätsstraße 1, war seit 1879 eine renommierte Adresse für hochwertige Marineuniformen. Die Firma gehörte zu den wenigen autorisierten Lieferanten für Admiralsuniformen und genoss einen exzellenten Ruf für ihre handwerkliche Qualität. Die Lage in der Admiralitätsstraße, im Herzen des Hamburger Marinequartiers, unterstrich die enge Verbindung zum maritimen Establishment.

Rolf Carls (1885-1945) durchlief eine bemerkenswerte Marinekarriere. Als Seekadett 1903 eingetreten, diente er im Ersten Weltkrieg auf dem Kleinen Kreuzer Breslau und war am legendären Durchbruch zu den Dardanellen am 7. August 1914 beteiligt. Nach der Übergabe des Schiffes an die osmanische Marine als Midilli diente er weiter als 1. Artillerieoffizier und erhielt zahlreiche deutsche und osmanische Auszeichnungen. Seine spätere U-Boot-Ausbildung und Kommandos auf U 9 und U 124 prägten seine vielseitige maritime Erfahrung.

In der Reichsmarine und späteren Kriegsmarine stieg Carls kontinuierlich auf. Als Chef des Stabes der Flotte (1933), Befehlshaber der Linienschiffe (1934) und später der Panzerschiffe bewährte er sich in Führungspositionen. Während des Spanischen Bürgerkrieges befehligte er die deutschen Seestreitkräfte vor der spanischen Küste. Seine Ernennung zum Flottenchef Ende 1936 und zum Kommandierenden Admiral der Marinestation Ostsee 1938 markierten den Höhepunkt seiner Karriere.

Bei der Operation Weserübung, der Besetzung Dänemarks und Norwegens im April 1940, spielte Carls eine zentrale Rolle als Leiter des Operativen Führungsstabes. Seine Planung und Durchführung der maritimen Operationen wurde mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 14. Juni 1940 honoriert. Ab August 1940 trug er die Verantwortung für alle deutschen Seestreitkräfte in der Deutschen Bucht, Dänemark und Norwegen.

Carls' Entlassung aus dem aktiven Dienst im Mai 1943 erfolgte im Kontext strategischer Differenzen mit der Marineleitung. Er starb am 24. April 1945 bei einem alliierten Bombenangriff auf Bad Oldesloe.

Die Schirmmütze als tägliches Trageobstück eines Admirals war intensivem Gebrauch ausgesetzt. Sie begleitete ihren Träger zu Lagebesprechungen, Inspektionen, offiziellen Anlässen und repräsentativen Aufgaben. Die Gebrauchsspuren zeugen von ihrer praktischen Funktion und dem langen Dienst ihres Trägers.

Heute sind solche Admiralsmützen der Kriegsmarine seltene militärhistorische Objekte. Sie dokumentieren nicht nur die Uniformgeschichte, sondern auch die Hierarchie und Tradition der deutschen Marinestreitkräfte. Die handwerkliche Qualität und die aufwendige Verarbeitung spiegeln die Bedeutung wider, die der Kriegsmarine ihrer äußeren Repräsentation beimaß.