Lineol - Heer 2 Soldaten Handgranate werfend

6,5 cm, Zustand 2.
307090
25,00

Lineol - Heer 2 Soldaten Handgranate werfend

Lineol-Soldatenfiguren: Handgranatenwerfer der Wehrmacht

Die beschriebenen Lineol-Figuren stellen zwei Soldaten der deutschen Wehrmacht dar, die in der charakteristischen Wurfbewegung beim Werfen von Handgranaten abgebildet sind. Mit einer Höhe von 6,5 Zentimetern gehören diese Figuren zu den klassischen Masse-Figuren, die das Nürnberger Unternehmen Lineol (offiziell: Lineol GmbH) zwischen den 1930er und 1940er Jahren herstellte.

Die Firma Lineol und ihre Geschichte

Das Unternehmen Lineol wurde 1906 von Oskar Wiederholt in Brandenburg an der Havel gegründet und später nach Nürnberg verlegt. Der Name “Lineol” leitet sich von “Linie” und “Ol” (einer Kurzform für Öl oder als Phantasiename) ab. Lineol entwickelte sich zu einem der bedeutendsten deutschen Hersteller von Spielzeugfiguren und konkurrierte direkt mit der Firma Elastolin (Hausser). Beide Firmen verwendeten eine ähnliche Masse-Komposition aus Kasein, Kreide, Kaolin, Leim und anderen Bindemitteln, die auf Drahtgestelle modelliert und anschließend handbemalt wurden.

In den 1930er Jahren, während der Zeit des Nationalsozialismus, produzierte Lineol umfangreiche Serien von Wehrmachtssoldaten, die verschiedene Waffengattungen und Kampfhandlungen darstellten. Diese Figuren dienten nicht nur als Spielzeug, sondern auch als Mittel zur Militarisierung der Jugend und zur Propagierung militärischer Ideale.

Handgranaten im Zweiten Weltkrieg

Die dargestellte Wurfbewegung bezieht sich auf den Einsatz von Handgranaten, die im deutschen Heer eine wichtige Rolle spielten. Die bekannteste deutsche Handgranate war die Stielhandgranate 24 (M24), im Volksmund auch “Kartoffelstampfer” genannt. Diese wurde ab 1924 entwickelt und war während des gesamten Zweiten Weltkriegs im Einsatz. Mit einem charakteristischen Holzstiel von etwa 40 Zentimetern Länge und einem Sprengkopf unterschied sie sich deutlich von den kompakteren alliierten Handgranaten.

Die Ausbildung im Handgranatenwurf war ein wesentlicher Bestandteil der militärischen Grundausbildung. Soldaten mussten lernen, die Granate in einem bestimmten Winkel zu werfen, um maximale Wurfweite und Wirkung zu erzielen. Die durchschnittliche Wurfweite betrug etwa 30 bis 40 Meter. Die Zündschnur hatte eine Brenndauer von etwa 4,5 Sekunden.

Sammleraspekte und Erhaltungszustand

Die Bezeichnung “Zustand 2” in der Objektbeschreibung entspricht der üblichen Sammlerbewertung für Lineol-Figuren. In der Sammlerterminologie bedeutet dies einen sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit möglicherweise geringfügigen Gebrauchsspuren, aber ohne wesentliche Beschädigungen. Die Originalbemalung sollte weitgehend erhalten sein, wobei leichte Abnutzungen akzeptabel sind.

Lineol-Figuren aus der Vorkriegs- und Kriegszeit sind heute gesuchte Sammlerobjekte. Ihre Qualität übertraf oft die der Konkurrenz durch feinere Modellierung und detailliertere Bemalung. Die Figuren wurden in verschiedenen Serien produziert, wobei Heeresfiguren die größte Gruppe bildeten. Neben der Wehrmacht wurden auch Figuren anderer Waffengattungen wie Luftwaffe und Marine hergestellt.

Historischer Kontext und kulturgeschichtliche Bedeutung

Diese Spielzeugfiguren dokumentieren einen problematischen Aspekt der deutschen Geschichte. Sie spiegeln die Militarisierung der Gesellschaft wider und zeigen, wie militärische Werte bereits im Kindesalter vermittelt wurden. Gleichzeitig sind sie wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Aufschluss über Uniformierung, Ausrüstung und taktische Darstellungen der damaligen Zeit geben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion von Lineol zunächst eingestellt. Später erfolgte eine Wiederaufnahme unter geänderten Bedingungen, wobei keine militärischen Figuren der Wehrmacht mehr hergestellt wurden. Heute werden Lineol-Figuren als historische Sammlerstücke betrachtet und dienen der wissenschaftlichen und musealen Dokumentation dieser Epoche.

Für Sammler und Historiker bieten diese Figuren wertvolle Einblicke in die Materialkultur der 1930er und 1940er Jahre sowie in die Darstellungsweisen militärischer Szenen in der Populärkultur jener Zeit.

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