NSDAP nichttragbare Auszeichnungsplakette Kreistag der NSDAP in Rosenheim 1939 im Etui

Buntmetall bronziert und getönt, Darstellung Hoheitsadler " Kreistag der NSDAP Rosenheim 1939", Durchmesser 4,6 cm, im passenden Etui, Zustand 2.
478790
400,00

NSDAP nichttragbare Auszeichnungsplakette Kreistag der NSDAP in Rosenheim 1939 im Etui

Die vorliegende nichttragbare Auszeichnungsplakette des Kreistages der NSDAP in Rosenheim 1939 repräsentiert eine spezifische Kategorie nationalsozialistischer Erinnerungsstücke, die im Rahmen regionaler Parteiveranstaltungen ausgegeben wurden. Diese Plaketten unterschieden sich grundlegend von offiziellen Orden und Ehrenzeichen dadurch, dass sie nicht an der Uniform getragen werden durften, sondern als Andenken an die Teilnahme bei bestimmten Parteiveranstaltungen dienten.

Die NSDAP-Kreistage stellten wichtige Ereignisse in der organisatorischen Struktur der nationalsozialistischen Partei dar. Diese Versammlungen dienten der Koordination zwischen der regionalen und überregionalen Parteiführung sowie der Mobilisierung der Mitgliedschaft auf Kreisebene. Der Kreis Rosenheim bildete dabei einen bedeutenden Verwaltungsbezirk in Oberbayern, der für die Parteiorganisation eine strategische Rolle einnahm.

Das Jahr 1939 markiert einen besonders signifikanten Zeitpunkt in der Geschichte des nationalsozialistischen Deutschlands. Wenige Monate vor Beginn des Zweiten Weltkrieges intensivierte das Regime seine propagandistischen Bemühungen und die Organisation von Massenveranstaltungen. Kreistage gewannen in dieser Phase zunehmend an Bedeutung, da sie zur Festigung der Parteiloyalität und zur Demonstration der vermeintlichen Geschlossenheit der “Volksgemeinschaft” beitragen sollten.

Die Gestaltung der Plakette mit dem Hoheitsadler entspricht der standardisierten nationalsozialistischen Symbolik. Der Adler als Hoheitszeichen wurde in verschiedenen Ausführungen für Partei und Staat verwendet, wobei die Blickrichtung und die genaue Gestaltung des Hakenkreuzes in seinen Fängen bestimmten Regularien unterlagen. Die Inschrift “Kreistag der NSDAP Rosenheim 1939” dokumentiert eindeutig den Anlass und Ort der Ausgabe.

Die Fertigung aus Buntmetall bronziert und getönt war für solche Erinnerungsstücke typisch. Im Gegensatz zu offiziellen Auszeichnungen, die oft aus hochwertigeren Materialien gefertigt wurden, verwendete man für diese Art von Plaketten kostengünstigere Legierungen. Die Bronzierung verlieh den Stücken dennoch ein ansprechendes Aussehen, das dem repräsentativen Charakter der Veranstaltung gerecht werden sollte.

Der Durchmesser von 4,6 cm entspricht den üblichen Dimensionen für derartige Plaketten. Diese Größe ermöglichte einerseits eine detaillierte Gestaltung, war andererseits aber auch praktisch für die Aufbewahrung und Präsentation. Die Tatsache, dass die Plakette in einem passenden Etui überliefert ist, unterstreicht ihren Charakter als Erinnerungs- und Sammlerstück. Solche Etuis waren oft mit Samt oder ähnlichen Materialien ausgekleidet und dienten dem Schutz sowie der würdigen Aufbewahrung.

Die Produktion solcher nichttragbarer Auszeichnungen wurde von verschiedenen Herstellern durchgeführt, die im Auftrag der Partei oder ihrer Untergliederungen arbeiteten. Die Qualität und Ausführung konnte dabei variieren, abhängig von der Bedeutung der Veranstaltung und den verfügbaren Ressourcen. Im Jahr 1939, kurz vor und nach Kriegsausbruch, begannen bereits Materialknappheiten, die Produktion zu beeinflussen.

Im Kontext der Parteiorganisation dienten solche Plaketten mehreren Zwecken: Sie sollten die Teilnehmer ehren, die Bedeutung der Veranstaltung unterstreichen und gleichzeitig als Propagandamittel die Bindung an die Partei verstärken. Für die Empfänger stellten sie oft geschätzte Besitzstücke dar, die ihren Status innerhalb der Parteihierarchie dokumentierten.

Die historische Einordnung dieser Objekte erfordert eine differenzierte Betrachtung. Sie sind Zeitzeugnisse eines verbrecherischen Regimes, besitzen aber als historische Quellen einen dokumentarischen Wert für die Erforschung der nationalsozialistischen Organisationsstrukturen und Propagandamethoden. Heute befinden sich solche Stücke in Museen, Archiven und Privatsammlungen, wo sie der historischen Forschung und Bildung dienen.

Die Erhaltung im Zustand 2 deutet auf eine gute Konservierung hin, was bei Objekten dieses Alters und Materials bemerkenswert ist. Dies ermöglicht eine detaillierte Untersuchung der Herstellungstechniken und der verwendeten Materialien, was wiederum Rückschlüsse auf die Produktionsbedingungen und -standards der Zeit zulässt.

r