NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " 4. Hessenfahrt 1938 Motorgruppe Hessen "

emaillierte Plakette aufgelegt auf Stern aus Aluminium vergoldet, 85 x 90 mm, Hersteller : E.F.Wiedmann Frankfurt a.M., Zustand 2.
326690
140,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " 4. Hessenfahrt 1938 Motorgruppe Hessen "

Die vorliegende NSKK-Teilnehmerplakette dokumentiert die 4. Hessenfahrt 1938, eine bedeutende Motorsportveranstaltung des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) der Motorgruppe Hessen. Diese emaillierte Plakette, aufgelegt auf einen vergoldeten Aluminiumstern, wurde von der renommierten Firma E.F. Wiedmann aus Frankfurt am Main hergestellt und repräsentiert die typische Auszeichnungspraxis des NSKK in der Vorkriegszeit.

Das NSKK wurde am 1. Mai 1931 als paramilitärische Organisation der NSDAP gegründet und war zunächst als Nachfolgeorganisation des Nationalsozialistischen Automobilkorps (NSAK) konzipiert. Unter der Führung von Adolf Hühnlein, der von 1931 bis zu seinem Tod 1942 als Korpsführer fungierte, entwickelte sich das NSKK zu einer bedeutenden Gliederung der NSDAP. Nach der Machtübernahme 1933 wurde das NSKK massiv ausgebaut und erreichte in den späten 1930er Jahren einen Mitgliederstand von über 500.000 Mann.

Die Organisation war in verschiedene Motorgruppen gegliedert, die den damaligen deutschen Gauen entsprachen. Die Motorgruppe Hessen mit Sitz in Frankfurt am Main war eine dieser regionalen Untergliederungen und organisierte regelmäßig Motorsportveranstaltungen, Orientierungsfahrten und Geschicklichkeitsprüfungen. Diese Veranstaltungen dienten nicht nur der Förderung des Motorsports, sondern vor allem der wehrsportlichen Ausbildung und der Vorbereitung auf eine eventuelle militärische Verwendung der Mitglieder.

Die Hessenfahrt gehörte zu den jährlich wiederkehrenden Großveranstaltungen der Motorgruppe Hessen. Bis 1938 hatte diese Veranstaltung bereits zum vierten Mal stattgefunden, was auf eine Tradition seit etwa 1935 hindeutet. Solche Fahrten waren typischerweise als Zuverlässigkeitsfahrten konzipiert, bei denen die Teilnehmer mit ihren Kraftfahrzeugen bestimmte Strecken bewältigen, Orientierungsaufgaben lösen und technische Prüfungen absolvieren mussten. Das Jahr 1938 war für das NSKK besonders bedeutsam, da die Organisation nach dem Anschluss Österreichs im März 1938 erheblich erweitert wurde und ihre Rolle in der Kriegsvorbereitung intensivierte.

Die vorliegende Plakette ist als nichttragbare Teilnehmerplakette klassifiziert, was bedeutet, dass sie nicht an der Uniform getragen wurde, sondern als Erinnerungs- und Sammelobjekt diente. Im Gegensatz zu tragbaren Abzeichen, die an der NSKK-Uniform befestigt werden konnten, waren diese größeren Plaketten für die Präsentation in Vitrinen oder als Wandschmuck bestimmt. Mit ihren Maßen von 85 x 90 mm gehört sie zu den typischen Größen solcher Erinnerungsstücke.

Die kunsthandwerkliche Ausführung durch E.F. Wiedmann aus Frankfurt am Main spricht für die Qualität des Objekts. Die Firma Wiedmann war einer der etablierten Hersteller von Orden, Ehrenzeichen und Plaketten im Dritten Reich und produzierte zahlreiche Auszeichnungen für verschiedene NS-Organisationen. Die Kombination aus Emaillearbeit und vergoldetem Aluminium war typisch für die 1930er Jahre, als hochwertige Materialien noch verfügbar waren, bevor kriegsbedingte Rohstoffknappheit zu Qualitätseinbußen führte.

Die Gestaltung mit dem charakteristischen Stern entspricht der üblichen Formensprache des NSKK, das häufig Sterne, Zahnräder und Flügel als Gestaltungselemente verwendete. Die Emaillierung ermöglichte eine farbige und dauerhafte Darstellung von Symbolen und Schriftzügen, wobei typischerweise die Farben Rot, Weiß und Schwarz, ergänzt durch Gold- oder Silbertöne, verwendet wurden.

Solche Teilnehmerplaketten wurden nach den Veranstaltungen an alle Teilnehmer ausgegeben, unabhängig von ihrer Platzierung. Sie dienten der Erinnerung an die gemeinsam absolvierte Veranstaltung und stärkten den Korpsgeist innerhalb der Organisation. Neben diesen Teilnehmerplaketten gab es oft auch Siegerplaketten oder besondere Auszeichnungen für herausragende Leistungen, die sich in Größe, Material oder Gestaltung unterschieden.

Aus heutiger Sicht sind solche Plaketten wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Organisationsstruktur, die Aktivitäten und die Selbstdarstellung des NSKK geben. Sie dokumentieren die systematische Durchdringung des zivilen Motorsports durch nationalsozialistische Organisationen und die Vorbereitung der Bevölkerung auf den kommenden Krieg durch wehrsportliche Betätigung.