Preussen Orden Pour le Mérite

Es handelt sich hierbei um ein Ordenskreuz aus der Zeit von König Friedrich II. von Preußen, um 1750/60. Probemäßiges d.h. offiziell von der Ordenskanzlei verausgabtes und verliehenes Originalexemplar. Die Herstellung lässt sich dem seit 1740 exklusiv mit der Fertigung der Ordensinsignien des Pour le Mérite betrauten Samuel Colliveaux (1708-1790) zuordnen. Fertigung aus Gold, beidseitig mit stark gewölbter blauer Emaille. Die gekrönte Chiffre "F" und der Schriftzug aus aufgelegter Goldfolie mit schwarzem Schlagschatten, die Devise "Pour le Mé = rite" noch in Schreibschrift. Komplett am goldenen Doppelring mit einem langen original Halstrageband, Länge ca. 58 cm. Nur leicht getragen, die Emaille und der Schriftzug noch unbeschädigt, Zustand 2.

Der goldschmiedetechnische Aufbau des Kreuzes ist typisch für die Stücke des 18. Jahrhunderts. Die Emaille der Kreuzarme ist auch bei diesem Stück besonders stark gewölbt. Die Schrift wurde in Goldfolie eingebrannt (nicht gemalt), die Krone von gemalten weißen Perlpunkten umgeben.
Besonders beeindruckend ist die für das Alter besonders schöne Erhaltung. Der Orden besitzt dadurch eine ganz besonders beeindruckende und schöne Ausstrahlung.
Es handelt sich bei diesem Pour le Mérite um eines der besten Exemplare seiner Art und um einen der seltensten preußischen Orden, der in den letzten Jahren auf den Markt gelangte. Probemäßige, d.h. in offiziellem Auftrag hergestellte und verliehene Exemplare wie das hier angebotene Stück sind von allergrößter Seltenheit und nur in einer minimalen Stückzahl erhalten geblieben.
Ein Stück der gleichen Fertigung befindet sich im Deutschen Historischen Museum und ist abgebildet im Fachbuch "Orden 1700-2000" von Karsten Klingbeil, Band 3, Seite 58.
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Preussen Orden Pour le Mérite

Der Orden Pour le Mérite repräsentiert eine der bedeutendsten militärischen Auszeichnungen der preußischen und deutschen Geschichte. König Friedrich II., bekannt als Friedrich der Große, begründete diesen Orden am 9. Januar 1740, mit der offiziellen Bestätigung am 31. Mai 1740, als Teil seiner Bemühungen, Preußen als führende europäische Macht zu etablieren. Der Orden löste den am 8. Mai 1667 von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg gestifteten Ordre de la Générosité ab. Die französische Bezeichnung spiegelte die internationale Führungssprache der Zeit wider und entsprach den Vorlieben am Hof Friedrichs des Großen.

Die Herstellung der Ordensinsignien wurde ab 1740 exklusiv dem Goldschmied Samuel Colliveaux (1708-1790) übertragen, dessen Werkstatt für die charakteristische Qualität der Stücke aus dem 18. Jahrhundert verantwortlich zeichnete. Später übernahm der Hofgoldschmied Daniel Baudesson (1716-1801), der ab 1766 in dieser Position tätig war, ebenfalls die Fertigung. Die frühen Exemplare zeichnen sich durch besondere handwerkliche Merkmale aus: Die Schrift wurde nicht gemalt, sondern durch eingebrannte Goldfolie auf dem Email aufgebracht, während die Krone von gemalten weißen Perlpunkten umgeben war. Um 1777/78 änderte sich der Schriftstil von der kursiven Schreibschrift zur römischen Antiqua-Schrift unter Baudesson. Ab 1832 wurden die goldenen Buchstaben nicht mehr aus Goldfolie gefertigt, sondern in Metall eingelegt.

Das Malteserkreuz mit blauem Email und goldenen Adlern zwischen den Armen basierte symbolisch auf dem Zeichen des Johanniterordens. Der obere Arm trägt die gekrönte preußische Königsziffer “F” für Friedrich unter einer goldenen Krone. Die Devise “Pour le Mé=rite” verläuft vom linken zum rechten Arm und endet am unteren Arm. Die Exemplare des 18. Jahrhunderts bestanden aus Gold mit beidseitig stark gewölbtem blauen Email. Das Band war schwarz mit silberweißen Randstreifen und hatte bei frühen Stücken eine Länge von etwa 58 Zentimetern.

Bis 1810 wurde der Orden sowohl für militärische als auch zivile Verdienste verliehen und bestand nur aus einer Klasse. Am 18. Januar 1810 beschränkte König Friedrich Wilhelm III. die Verleihung auf aktive Militäroffiziere für außerordentliche Verdienste im Kampf. Der Orden wurde als Anerkennung außergewöhnlicher persönlicher Leistungen verliehen, nicht als allgemeines Zeichen gesellschaftlichen Status. Die Mitgliedschaft war lebenslang, sofern sie nicht aufgegeben oder widerrufen wurde. Eine separate Zivilklasse, der Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste, wurde am 31. Mai 1842 von König Friedrich Wilhelm IV. für Leistungen in Wissenschaften, Geisteswissenschaften und Künsten geschaffen.

Während seiner fast 180-jährigen militärischen Geschichte von 1740 bis 1918 erhielten insgesamt etwa 5.430 bis 5.750 Personen den militärischen Pour le Mérite. Friedrich der Große verlieh während seiner Regentschaft (1740-1786) etwa 900 bis 924 Orden. Der erste Empfänger war Oberst Hans Christof Friedrich von Hacke im Juni 1740. Zu den zivilen Empfängern der frühen Zeit gehörte Voltaire im Jahr 1750. Friedrich Wilhelm III. verlieh die höchste Anzahl während seiner langen Regierung (1797-1840), während Friedrich Wilhelm IV. nur 32 bis 36 Orden vergab. Wilhelm I. verlieh etwa 300 und Wilhelm II. etwa 850, größtenteils während des Ersten Weltkriegs. Von der Gesamtzahl waren mehr als 1.500 Ausländer.

Zusätzliche Auszeichnungen wurden im Laufe der Zeit eingeführt: Die Eichenblätter im März 1813 für außerordentliche oder wiederholte Verdienste, die Krone 1844 zur Anerkennung eines 50-jährigen Jubiläums (147 dokumentierte Verleihungen) und das Großkreuz 1866, das nur fünfmal verliehen wurde, unter anderem an König Wilhelm I. von Preußen (1866), die Prinzen Friedrich Wilhelm und Friedrich Karl von Preußen (1873), Zar Alexander II. von Russland (1878) und Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke (1879).

Während des Ersten Weltkriegs erlangte der Orden internationale Berühmtheit, besonders unter deutschen Jagdfliegern. Inoffiziell wurde er nach dem Jagdflieger Max Immelmann als “Blauer Max” bezeichnet. Immelmann und Oswald Boelcke erhielten am 12. Januar 1916 als erste Flieger diese Auszeichnung. Anfänglich qualifizierten sich Jagdpiloten nach acht Abschüssen (1916), diese Zahl stieg auf 16 bis 20 Anfang 1917 und etwa 30 gegen Kriegsende. Manfred von Richthofen erhielt den Orden im Januar 1917. Ab dem 10. Oktober 1916 wurden die Kreuze aus vergoldetem Silber mit 938/1000 Silbergehalt gefertigt und entsprechend gekennzeichnet. Der Orden konnte nicht posthum verliehen werden.

Die militärische Klasse endete mit dem Sturz der preußischen Monarchie im November 1918. Ernst Jünger, der im Jahr 1998 starb, war der letzte lebende militärische Träger. Die Zivilklasse wurde 1923 als autonome Organisation mit überarbeiteten Regeln wiederbegründet. Während der NS-Zeit (1933-1945) wurde sie wieder in das staatliche Ehrensystem eingegliedert, und mehreren jüdischen Mitgliedern und Dissidenten wurden ihre Auszeichnungen entzogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Zivilklasse 1952 von Bundespräsident Theodor Heuss neu gegründet. Sie wird bis heute unter Aufsicht des Bundespräsidenten verliehen, beschränkt auf 80 Mitglieder (40 deutsche, 40 ausländische). Zu den zivilen Trägern gehörten Albert Einstein (1923), Käthe Kollwitz (1929, erste weibliche Trägerin) und Ernst Barlach (1933).

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