SS original Unterschrift von SS-Gruppenführer Jakob Sporrenberg, Generalleutnant der Polizei in Minsk, Belarus und Lublin

auf auf einem Vorschlag zur Verleihungs des Kriegsverdienstkreuzes II. Klasse mit Schwertern für einen Revier-Oberwachtmeister der Sch.P., 1. SS-Pol.-Reiterabteilung. III, datiert 4.4.1944. Auf der Vorderseite der Vorschlag und die Unterschrift des Oberleutnant d.SchP. u. Schwadronsführer, rückseitig "Der SS-und Polizeiführer im Distrikt Lublin" mit der Befürwortung, "Sporrenberg, SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei.". Din A 4, gelocht, Zustand 2.

Jakob Sporrenberg (* 16. September 1902 in Düsseldorf; † 6. Dezember 1952 in Warschau) war ein deutscher SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei sowie Mitglied des Reichstages, der in Polen als Kriegsverbrecher hingerichtet wurde. Von 1919 bis 1921 diente er als Freiwilliger beim Grenzschutz Ost und weiteren Verbänden. Sporrenberg war 1920 Teilnehmer am Kapp-Putsch. Er trat 1921 in den Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund ein. Von dort wechselte er 1922 zur NSDAP. Wegen „Geheimbündelei“ wurde er 1923 während der Ruhrbesetzung festgenommen und 1924 durch ein französisches Kriegsgericht zu zwei Jahren Haft und 1.000 Goldmark Geldstrafe verurteilt, jedoch bereits im August 1925 wieder auf freien Fuß gesetzt. Während der Haftzeit trat er dem Schlageter-Gedächtnisbund bei. Nach dem Parteiverbot trat er Ende 1925 der NSDAP erneut bei (Mitgliedsnummer 25.585) und reaktivierte kurz zuvor seine SA-Mitgliedschaft. In Düsseldorf war er am Aufbau der Ortsgruppe der Partei beteiligt, wurde dort Stadtteilleiter und 1929/30 kommissarisch HJ-Gebietsführer. Am 1. Oktober 1930 wechselte er von der SA in die SS (Mitgliedsnummer 3.809) über, bei der er zunächst nebenamtlich und ab November 1932 hauptamtlich als SS-Führer in Düsseldorf tätig wurde. Von März 1933 bis 1945 gehörte er dem Reichstag an. Von November 1933 bis September 1936 leitete er den SS-Abschnitt XX (Kiel) und zudem die SS-Kaserne in Kiel. Zwischenzeitlich wurde er Ende Januar 1936 zum SS-Brigadeführer befördert. Danach wurde er mit der Führung des SD-Oberabschnitts Nordost (Königsberg) beauftragt und war dort ab September 1938 zudem Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD (IdS) in Königsberg. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges war Sporrenberg von Anfang Oktober 1939 bis Mitte Juni 1940 Höherer SS- und Polizeiführer (HSSPF) „Rhein“ und wurde Anfang Januar 1940 zum SS-Gruppenführer befördert. Danach war er bis Mai 1941 HSSPF „Nordost“. Von Juli bis August 1941 war Sporrenberg kurzzeitig SSPF Weißruthenien und danach zum Reichskommissar für das Reichskommissariat Ukraine Erich Koch kommandiert. Im Juli 1943 wurde er zum Generalleutnant der Polizei befördert. Als Nachfolger von Odilo Globocnik war er von August 1943 bis November 1944 SSPF im Distrikt Lublin. Dort organisierte er die Aktion Erntefest, bei der über 43.000 Juden ermordet wurden. Von 21. November 1944 bis Mai 1945 war er SSPF Südnorwegen. Am 11. Mai 1945 wurde Sporrenberg dort gefangen genommen und nach Polen ausgeliefert. Ein polnisches Gericht verurteilte ihn 1950 aufgrund der Planungen und Beteiligung an der Aktion Erntefest zum Tode. Am 6. Dezember 1952 wurde er in Warschau durch den Strang hingerichtet.
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SS original Unterschrift von SS-Gruppenführer Jakob Sporrenberg, Generalleutnant der Polizei in Minsk, Belarus und Lublin

Dieses Dokument stellt ein bedeutsames Zeugnis der bürokratischen Maschinerie des nationalsozialistischen Terrorapparats während des Zweiten Weltkriegs dar. Es handelt sich um einen Verleihungsvorschlag für das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern, datiert auf den 4. April 1944, der die Unterschrift von SS-Gruppenführer Jakob Sporrenberg trägt, zu diesem Zeitpunkt SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin.

Das Kriegsverdienstkreuz wurde durch eine Verordnung Adolf Hitlers vom 18. Oktober 1939 als Auszeichnung für Verdienste im Kriege gestiftet. Es existierte in zwei Klassen und konnte sowohl mit als auch ohne Schwerter verliehen werden. Die Version mit Schwertern war für militärische Verdienste vorgesehen, während die Version ohne Schwerter zivile Leistungen würdigte. Die II. Klasse war die niedrigere der beiden Stufen und wurde deutlich häufiger verliehen als die I. Klasse. Das Dokument betrifft einen Revier-Oberwachtmeister der Schutzpolizei bei der 1. SS-Polizei-Reiterabteilung, einer der berittenen Einheiten, die im besetzten Osteuropa eingesetzt wurden.

Die bürokratische Struktur dieser Verleihungsvorschläge folgte einem streng geregelten Verfahren. Zunächst musste der direkte Vorgesetzte, in diesem Fall ein Oberleutnant der Schutzpolizei und Schwadronführer, den Vorschlag auf der Vorderseite des Formulars unterzeichnen und begründen. Anschließend durchlief das Dokument die Kommandokette nach oben, wo höhere Dienststellen ihre Befürwortung oder Ablehnung hinzufügten. Die rückseitige Befürwortung durch “Der SS- und Polizeiführer im Distrikt Lublin” mit Sporrenbergs Unterschrift zeigt die hierarchische Struktur der NS-Verwaltung in den besetzten Gebieten.

Jakob Sporrenberg (1902-1952) war eine Schlüsselfigur in der SS- und Polizeiführung während des Holocaust und der deutschen Besatzungsherrschaft in Osteuropa. Seine Karriere begann in der Freikorps-Bewegung nach dem Ersten Weltkrieg und führte ihn durch verschiedene nationalsozialistische Organisationen. Als früher Parteigenosse (Mitgliedsnummer 25.585) und SS-Mitglied (Mitgliedsnummer 3.809) stieg er rasch in den Rängen auf und hatte verschiedene führende Positionen in Deutschland und den besetzten Gebieten inne.

Seine Position als SS- und Polizeiführer (SSPF) im Distrikt Lublin von August 1943 bis November 1944 war von besonderer Bedeutung und ist mit schweren Kriegsverbrechen verbunden. Als Nachfolger von Odilo Globocnik, dem Organisator der Aktion Reinhardt, übernahm Sporrenberg die Verantwortung in einem der zentralen Gebiete des Holocaust im besetzten Polen. Der Distrikt Lublin beherbergte mehrere Vernichtungslager, darunter Majdanek, und war Schauplatz massiver Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung und andere Opfergruppen.

Sporrenberg organisierte im November 1943 die Aktion Erntefest, eine der größten Einzelmordaktionen des Holocaust, bei der innerhalb von zwei Tagen über 43.000 jüdische Gefangene in den Lagern Majdanek, Trawniki und Poniatowa systematisch erschossen wurden. Diese Aktion war eine Reaktion auf den Aufstand im Warschauer Ghetto und andere Widerstandshandlungen und sollte die verbliebenen jüdischen Zwangsarbeiter im Distrikt Lublin eliminieren.

Die 1. SS-Polizei-Reiterabteilung, der der in diesem Dokument vorgeschlagene Polizist angehörte, war Teil der berittenen Polizeieinheiten, die im besetzten Osteuropa zur Partisanenbekämpfung, zur Bewachung und zur Durchführung von Massenmorden eingesetzt wurden. Diese Einheiten operierten in schwer zugänglichem Gelände und waren an zahlreichen Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung beteiligt, darunter die Ermordung von Juden, die Niederschlagung von Widerstandsbewegungen und die Durchführung von “Befriedungsaktionen”.

Das vorliegende Dokument ist auf DIN-A4-Format und gelocht, was den standardisierten bürokratischen Prozessen der NS-Verwaltung entspricht. Der Erhaltungszustand wird als “Zustand 2” angegeben, was im Sammlerjargon auf ein gut erhaltenes Exemplar mit geringen Gebrauchsspuren hinweist. Solche Dokumente wurden typischerweise in mehrfacher Ausfertigung erstellt und durchliefen verschiedene Dienststellen, bevor sie archiviert wurden.

Nach dem Krieg wurde Sporrenberg am 11. Mai 1945 in Norwegen gefangen genommen, wo er zuletzt als SSPF Südnorwegen tätig gewesen war. Er wurde nach Polen ausgeliefert und 1950 von einem polnischen Gericht wegen seiner Verbrechen, insbesondere der Organisation der Aktion Erntefest, zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 6. Dezember 1952 in Warschau durch Erhängen vollstreckt.

Dokumente wie dieses sind wichtige historische Quellen für die Erforschung der NS-Bürokratie und der Strukturen, die den Holocaust und andere Verbrechen ermöglichten. Sie zeigen die routinemäßige administrative Behandlung selbst in einer Organisation, die gleichzeitig mit der Durchführung von Massenmord beschäftigt war. Die Auszeichnung eines Polizisten für “Kriegsverdienste” in einem Gebiet, in dem systematisch Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wurden, illustriert die Perversion von Begriffen wie “Verdienst” und “Pflichterfüllung” im nationalsozialistischen System.

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