Allgemeines Sturmabzeichen -  Rudolf Karneth 1.9.5.

Zink.
484891
250,00

Allgemeines Sturmabzeichen -  Rudolf Karneth 1.9.5.

Das Allgemeine Sturmabzeichen stellt eine bedeutende militärische Auszeichnung des Zweiten Weltkriegs dar, die von der Wehrmacht für besondere Leistungen im Kampf verliehen wurde. Die vorliegende Ausführung wurde vom Hersteller Rudolf Karneth mit der Herstellermarkierung 1.9.5. produziert und besteht aus Zink, einem Material, das in der späteren Kriegsproduktion zunehmend Verwendung fand.

Das Allgemeine Sturmabzeichen wurde am 1. Juni 1940 durch Adolf Hitler als Oberster Befehlshaber der Wehrmacht gestiftet. Die Auszeichnung sollte Soldaten aller Waffengattungen würdigen, die an Infanterieangriffen oder Sturmoperationen teilgenommen hatten, ohne bereits Anspruch auf das Infanterie-Sturmabzeichen zu haben. Dies betraf insbesondere Angehörige von Panzereinheiten, Artillerie, Pionieren und anderen unterstützenden Truppen, die im direkten Kampf mit dem Feind standen.

Die Verleihungsbedingungen waren streng geregelt: Der Soldat musste an mindestens drei Angriffen an verschiedenen Tagen teilgenommen haben. Dabei wurden nur Gefechte gezählt, bei denen der Träger aktiv in die Kampfhandlungen verwickelt war. Alternativ konnte die Auszeichnung auch für eine einzelne Aktion von besonderer Bedeutung oder für Verwundung im Nahkampf verliehen werden. Die Entscheidung über die Verleihung lag bei den Regiments- oder gleichgestellten Kommandeuren.

Das Abzeichen selbst zeigt eine ovale Gestaltung mit einem Eichenlaubkranz, der ein gekreuztes Bajonett und eine Stielhandgranate umrahmt. Im oberen Teil befindet sich ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen und Hakenkreuz. Die Rückseite verfügt über eine Nadel zur Befestigung an der Uniform. Das Abzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb des Eisernen Kreuzes oder anderer Orden.

Rudolf Karneth war ein in Gablonz an der Neiße (heute Jablonec nad Nisou, Tschechien) ansässiger Hersteller militärischer Auszeichnungen. Gablonz war ein traditionelles Zentrum der Schmuck- und Metallwarenindustrie im Sudetenland. Nach der Annexion des Sudetenlandes 1938 wurden mehrere dort ansässige Firmen in die Produktion von Orden und Ehrenzeichen eingebunden. Karneth erhielt die offizielle Herstellernummer 1.9.5., die üblicherweise auf der Rückseite des Abzeichens eingeprägt wurde.

Die Verwendung von Zink als Material ist ein charakteristisches Merkmal der Kriegsproduktion ab etwa 1942. In den frühen Jahren des Krieges wurden die Abzeichen vorwiegend aus Buntmetall, Bronze oder versilbertem Messing gefertigt. Mit fortschreitender Kriegsdauer und zunehmender Rohstoffknappheit mussten die Hersteller auf Ersatzmaterialien ausweichen. Zink war leichter verfügbar und einfacher zu verarbeiten, neigte jedoch stärker zur Korrosion und war weniger haltbar als die ursprünglich verwendeten Materialien. Die Oberfläche wurde häufig lackiert oder brüniert, um ein ansprechenderes Aussehen zu erzielen und das Material vor Witterungseinflüssen zu schützen.

Die Produktion von militärischen Auszeichnungen war während des Zweiten Weltkriegs streng reguliert. Nur autorisierte Hersteller durften offizielle Orden und Ehrenzeichen fertigen. Diese erhielten Herstellernummern, die vom Reichsschatzmeister oder anderen zuständigen Stellen vergeben wurden. Die Kennzeichnungspflicht sollte Qualitätsstandards sicherstellen und die Produktion von Fälschungen verhindern.

Das Allgemeine Sturmabzeichen wurde während des gesamten Krieges in großer Stückzahl verliehen. Schätzungen gehen von mehreren hunderttausend Verleihungen aus. Die Auszeichnung wurde an allen Fronten getragen – in Westeuropa, auf dem Balkan, in Nordafrika und besonders häufig an der Ostfront, wo die intensivsten Infanteriegefechte stattfanden.

Nach Kriegsende 1945 wurden durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom 20. September 1945 alle nationalsozialistischen Symbole und Auszeichnungen verboten. Das öffentliche Tragen solcher Abzeichen ist in Deutschland und Österreich bis heute nur zu wissenschaftlichen, künstlerischen oder aufklärerischen Zwecken gestattet, wobei die Hakenkreuze entfernt oder unkenntlich gemacht werden müssen.

Heute sind originale Sturmabzeichen von militärhistorischem Interesse und werden in Museen, Sammlungen und von Historikern als Zeitdokumente bewahrt. Die unterschiedlichen Hersteller, Materialien und Varianten ermöglichen Forschern Rückschlüsse auf Produktionszeiträume und die wirtschaftliche Situation während des Krieges. Exemplare aus Zink sind dabei besonders anfällig für Zinkpest, eine Form der Materialzersetzung, die bei unsachgemäßer Lagerung auftreten kann.