Elastolin - Kriegsmarine 2 Matrosen in weißer Uniform marschierend

7 cm, Zustand 2.
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60,00

Elastolin - Kriegsmarine 2 Matrosen in weißer Uniform marschierend

Die vorliegende Elastolin-Figur zweier marschierender Matrosen der Kriegsmarine in weißer Uniform repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Spielzeug- und Sammlerobjekt-Geschichte des 20. Jahrhunderts. Mit einer Höhe von 7 cm gehören diese Figuren zur klassischen Standardgröße der Elastolin-Produktlinie, die über Jahrzehnte hinweg Generationen von Kindern und Sammlern begeisterte.

Die Firma Elastolin wurde von der O. & M. Hausser GmbH in Ludwigsburg bei Stuttgart betrieben und entwickelte sich ab den 1920er Jahren zu einem der führenden Hersteller von Massefiguren in Deutschland. Das charakteristische Material, das der Marke ihren Namen gab, bestand aus einer Mischung aus Kasein, Kreide, Glycerin und anderen Bindemitteln, die auf einen Drahtgestell modelliert wurde. Diese Masse war flexibler als herkömmliche Bleifiguren und bot gleichzeitig die Möglichkeit feiner Detailarbeit.

Die Darstellung von Kriegsmarinesoldaten in weißer Uniform bezieht sich auf die traditionelle Sommerparade- und Tropenuniform der deutschen Marine. Die weiße Uniform der Kriegsmarine war seit der Kaiserlichen Marine Teil der maritimen Tradition und wurde auch in der zwischen 1935 und 1945 bestehenden Kriegsmarine beibehalten. Diese Uniform kam insbesondere bei Paraden, feierlichen Anlässen und in warmen Klimazonen zum Einsatz. Die marschierenden Matrosen verkörpern die militärische Disziplin und den Stolz der Marine, wie sie auch in der zeitgenössischen Propaganda dargestellt wurden.

Die Produktionszeit solcher Figuren lässt sich auf die Zeit zwischen den frühen 1930er Jahren bis etwa 1943 eingrenzen, als kriegsbedingte Materialknappheit und die zunehmende Bombardierung deutscher Industrieanlagen die Produktion zunehmend einschränkten. Elastolin-Figuren der Kriegsmarine waren Teil umfangreicher Serien, die alle Waffengattungen der Wehrmacht sowie verschiedene historische Epochen abdeckten. Die maritime Serie umfasste neben marschierenden Matrosen auch Offiziere, Signalgeber, Geschützbesatzungen und U-Boot-Besatzungen.

Der Zustand 2 der beschriebenen Figuren bedeutet nach üblicher Sammlernomenklatur einen sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit möglicherweise geringen Gebrauchsspuren. Dies ist bemerkenswert, da Elastolin-Figuren als Spielzeug konzipiert waren und entsprechend häufig Beschädigungen, Farbabplatzer oder Materialermüdung aufweisen. Die Bemalung erfolgte in Handarbeit, wobei die weiße Uniform präzise aufgetragen werden musste, um die Details der Uniformierung, Knöpfe, Abzeichen und Ausrüstungsgegenstände sichtbar zu machen.

Aus kulturhistorischer Perspektive spiegeln diese Figuren die Militarisierung der Gesellschaft im Deutschen Reich wider. Kinderspielzeug mit militärischen Motiven sollte nicht nur unterhalten, sondern auch eine frühe Identifikation mit den Streitkräften fördern. Nach 1945 unterlag die Produktion und der Verkauf solcher Figuren zunächst strengen Restriktionen der Alliierten Besatzungsmächte. Die Firma Hausser stellte die Produktion nach Kriegsende um und konzentrierte sich auf zivile Themen und historische Figuren.

Heute sind Elastolin-Figuren der Kriegsmarine begehrte Sammlerobjekte, die sowohl von Militaria-Sammlern als auch von Spielzeughistorikern geschätzt werden. Ihr Wert bemisst sich nach Seltenheit, Erhaltungszustand, Vollständigkeit der Bemalung und historischer Bedeutung. Die Figuren dienen der historischen Forschung als dreidimensionale Quellen für Uniformkunde und maritime Ausrüstung. Sie dokumentieren zudem die hohe handwerkliche Qualität deutscher Spielzeugherstellung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und sind Zeugnisse einer kontroversen Epoche deutscher Geschichte.